Nürnberg - Schon alles von Gillian Flynn gelesen? Entdecke Joy Fielding, Claire Douglas und Ruth Ware - 3 Thriller-Autorinnen, die dich genauso fesseln werden.

Gillian Flynn ist eine der einflussreichsten Thriller-Autorinnen der Gegenwart. Mit ihrem Debütroman „Cry Baby - Scharfe Schnitte“ („Sharp Objects“, 2006) gewann sie den bekannten CWA Ian Fleming Steel Dagger und den New Blood Fiction Dagger. Damit legte sie den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere. Mit „Dark Places - Gefährliche Erinnerung“ (2009) festigte sie ihren Ruf, bevor ihr mit „Gone Girl - Das perfekte Opfer“ (2012) der ganz große Wurf gelang: Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste, wurde in 40 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.

Was Flynn so besonders macht: Ihre Figuren sind keine Heldinnen aus dem Bilderbuch, sondern komplexe, oft zutiefst gestörte Charaktere, denen man beim Lesen trotzdem nicht entkommen kann. Alle drei Romane wurden verfilmt - „Gone Girl“ von Starregisseur David Fincher mit Ben Affleck und Rosamund Pike, „Sharp Objects“ als gefeierte HBO-Serie mit Amy Adams, „Dark Places“ mit Charlize Theron in der Hauptrolle. Und wer noch mehr Flynn will: Als Drehbuchautorin war sie auch an „Widows - Tödliche Witwen“ beteiligt. Gerüchten zufolge ist ihr viertes Buch in Arbeit.

Joy Fielding und „Lauf, Jane, lauf!“: Wenn man der eigenen Erinnerung nicht trauen kann

Joy Fielding schreibt seit den 1970er-Jahren, doch der internationale Durchbruch gelang ihr erst 1991 mit dem Psychothriller „Lauf, Jane, lauf!“ („See Jane Run“). Allein im deutschsprachigen Raum verkauften sich ihre Romane über 12 Millionen Mal. Für Flynn-Fans ist „Lauf, Jane, lauf!“ die naheliegendste Empfehlung, denn Fielding stellt ebenso starke, gefährdete Frauenfiguren in den Mittelpunkt und schöpft die Spannung aus dem Vertrauensverlust in die eigene Wahrnehmung.

Jane findet sich zu Beginn des Romans blutverschmiert und ohne jede Erinnerung auf den Straßen von Boston wieder. Im Krankenhaus taucht ein Mann auf, der sich als ihr Ehemann vorstellt und sich hingebungsvoll um sie kümmert. Doch irgendetwas stimmt nicht: mit den Medikamenten, die er ihr verabreicht, und mit der Geschichte, die er ihr erzählt.

Was folgt, ist ein klaustrophobischer Psychothriller, in dem Fielding die Ungewissheit vom ersten bis zum letzten Kapitel aufrechterhält. Wer bei Flynn liebt, dass man nie sicher sein kann, wem man trauen darf und ob man der eigenen Hauptfigur trauen darf, wird bei Joy Fielding auf seine Kosten kommen.

Twists ohne Ende: Claire Douglas und „Perfect Crime“

Claire Douglas ist eine britische Autorin, die seit 2016 bereits elf Bücher veröffentlicht hat und sich damit zu einer absoluten Größe der Thriller-Szene emporgehoben hat. Was sie für Flynn-Fans so interessant macht: Ihre Bücher sind vollgepackt mit unzähligen Twists, und man kann keiner Figur wirklich trauen. Ein besonders gutes Beispiel ist „Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt“, das seit Mai 2025 auch auf Deutsch erhältlich ist.

Darin ist Emilia eine erfolgreiche Krimiautorin, die gerade ihren zehnten Band abgeschlossen hat. Doch dann schleichen sich seltsame Vorfälle in ihr Leben ein, und diese entstammen direkt ihren eigenen Büchern. Jemand verschafft sich Zutritt zu ihrem Haus, umgeht Kameras und Alarmanlagen. Als die neuesten Vorfälle nicht mehr aus ihren veröffentlichten Werken stammen, sondern aus ihrem unveröffentlichten Manuskript, wird klar: Nur ein kleiner, ausgewählter Kreis hatte Vorabexemplare erhalten, ihre Verlegerin, ihre Eltern, ihr Ehemann, ihre engsten Freunde. Einer oder eine davon steckt dahinter.

Emilia beginnt, das Vertrauen in alle Menschen um sie herum zu verlieren und schließlich in sich selbst. Denn sie alle haben Geheimnisse, einschließlich Emilia. Und ein letzter Hinweis, ohne zu spoilern: Der Originaltitel lautet „The Woman who lied“, also „Die Frau, die log“. Welche Frau damit gemeint ist, muss man selbst herausfinden.

Ruth Ware und „The Woman in Suite 11“: Mehr als Hitchcock auf Sparflamme

Und dann ist da noch Ruth Ware. Die britische Autorin ist bekannt für Thriller, die ihre Hauptfiguren in enge, bedrohliche Räume sperren und die Spannung so lange aufbauen, bis man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Ihr Thriller „The Woman in Cabin 10“ wurde mit Keira Knightley und Guy Pearce für Netflix verfilmt und landete auf Platz 1 der Charts in mehreren Ländern. Mit „The Woman in Suite 11“ legte Ruth Ware eine Fortsetzung nach.

Laura „Lo“ Blacklock ist zurück, fast zehn Jahre nach den traumatischen Erlebnissen auf der Aurora. Mittlerweile lebt sie in New York, ist verheiratet und hat zwei kleine Söhne. Doch dann flattert eine Einladung herein: zur Eröffnung eines Luxushotels am Genfer See. Lo nimmt an, nicht zuletzt wegen des exzentrischen und schwerreichen Hotelbesitzers Marcus Leidmann, der kaum Interviews gibt. Doch am Genfer See warten nicht nur bekannte Gesichter, sondern auch eine Frau, die Lo mitten in der Nacht in eine Suite zitiert und sie um Hilfe bittet: Sie will fliehen. Lo willigt ein und ahnt nicht, dass sich daraus ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt, das sie bis nach England verfolgt.

Was Ruth Ware dabei besonders auszeichnet und was sie mit Gillian Flynn verbindet: Sie thematisiert die Macht, die reiche Männer über Frauen ausüben, und macht daraus den eigentlichen Motor der Handlung. Das macht ihre Figuren glaubwürdig und ihre Thriller zu mehr als reiner Unterhaltung.„The Woman in Suite 11“ landete kurz nach Veröffentlichung auf Platz 3 der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Noch mehr Buchtipps für Gillian-Flynn-Fans

Für alle, die noch nicht genug haben, haben wir noch mehr im Gepäck. Eine umfassende Liste mit Büchern für Fans von „Gone Girl“-Autorin Gillian Flynn: