
Die besten Bücher des 21. Jahrhunderts finden? Es war keine leichte Aufgabe, die sich die Redaktion der New York Timesgestellt hatte. Und das schon ziemlich bald. Schließlich war 2024 das Jahrhundert noch nicht mal zu einem Viertel erreicht. Das Ranking ist also keinesfalls endgültig, bietet aber einen Überblick über die bisherigen literarischen Glanzstücke. Entstanden ist eine feine Must-Read-Liste zeitgenössischer Literatur.
Doch bevor wir zu der Auflistung kommen, klären wir noch die Frage: Wer entschied über die besten 100 modernen Klassiker? Nach Angaben der Redaktion der New York Times Book Review befragte sie 503 Personen aus der Literaturszene. Darunter Kritikerinnen und Kritiker, Autorinnen und Autoren, Dichterinnen und Dichter sowie weitere bekannte Persönlichkeiten. Sie sollten die für sie wichtigsten Bücher ab 2000 nennen. Aus dem Feedback erstellte die New York Times dann ihr Ranking aus den 100 meistaufgezählten Titeln.
Nach der Veröffentlichung kam allerdings auch Kritik auf. Auch wenn Verkaufszahlen keine Rolle spielten, hatte die Befragung zur Folge, dass eher ohnehin schon bekannte und erfolgreiche Bücher auf der Liste landeten. Literarische Außenseiter sind darauf nicht zu finden. Kritikerinnen und Kritiker machten außerdem deutlich, dass die Titel eher US-zentriert sind.
Dennoch bildet die Liste eine kulturell spannende Momentaufnahme, ist gesellschaftlich relevant und bietet Inspiration für aktuellen Lesestoff. Vielleicht findest auch du noch den ein oder anderen spannenden Titel für dich. Dafür haben wir dir die Top Ten der „100 Best Books of the 21st Century“ für dich aufgelistet:
Auf Platz 1 der besten Bücher des 21. Jahrhunderts: „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante
„Meine geniale Freundin“ ist der erste von vier Bänden der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante, in der sie die lebenslange Freundschaft zwischen zwei Frauen beschreibt. Doch nach sechs Jahrzehnten verschwindet eine der beiden. Die andere blickt auf die gemeinsame Zeit zurück. Im Zentrum stehen zuerst die Kindheit und Jugend der beiden Freundinnen Elena Greco (Lenù) und Raffaela Cerullo (Lila). Elena, ist fleißig, aber ängstlich, während Lila hochintelligent, wild, und unberechenbar ist. Beide wachsen in den Nachkriegsjahren in einem Armenviertel Neapels auf. Während Elena weiter in die Schule gehen darf, bestimmt Lilas Vater darüber, dass seine Tochter in der Schusterei arbeiten soll. Ehrgeiz, Konkurrenz, Liebe und Bewunderung trennen und verbinden die beiden Charaktere immer wieder. Die Kritik lobt, dass der Roman literarisch anspruchsvoll und die Geschichte intensiv ist, ohne dabei sprachlich an Leichtigkeit zu verlieren.
Der Roman ist 2011 erschienen. Der weltweite Durchbruch erfolgte ab 2013. Fünf Jahre später wurde die erste Staffel der Saga-Verfilmung ausgestrahlt.
„Meine geniale Freundin“
von Elena Ferrante
- 422 Seiten
- Suhrkamp
- ISBN: 978-3518425534
- 12 Euro
Die weiteren Top-Ten-Platzierungen der „100 besten Bücher des 21. Jahrhunderts“, herausgegeben von derNew York Times:
Platz 2: „The Warmth of Other Suns“ von Isabel Wilkerson (2010)
Platz 3: „Wölfe“ von Hilary Mantel (2009)
Platz 4: „Die bekannte Welt“ von Edward P. Jones (2003)
Platz 5: „Die Korrekturen“ von Jonathan Franzen (2001)
Platz 6: „2666“ von Roberto Balano (2004)
Platz 7: „Underground Railroad“ von Colson Whitehead (2016)
Platz 8: „Austerlitz“ von W. G. Sebald (2001)
Platz 9: „Alles, was wir geben mussten“ von Kazuo Ishiguro (2005)
Platz 10: „Gilead“ von Marilynne Robinson (2004)
