
Eigentlich fing die ganze Sache als Witz an. Mikkel Robrahn, Autor der „Eternity Online“-Reihe, stellte einige Videos ins Netz, in denen er einen friesischen Fantasy-Helden skizzierte. Statt lange und epische Reden zu schwingen, wie Zwerge und Elfen in seiner Abenteurer-Gruppe, sagt Magnus Knut Hansen am Ende eines Kampfes nur schlicht: „Joa, kann man ma machen, nech.“
Seit diesen ersten Videos, laut Danksagung „nicht mehr als ein paar lustige Videos im Internet“, hat sich einiges getan. Unzählige Kommentare, wie etwa „Oh mein Gott, ich liebe es. Ich will es lesen“, „Ich wünsche mir ein komplettes Buch, gerne mehrere Bände und dich als Leser!“ oder „Bitte bring das als Buch raus xD“ bestärkten den Autoren, aus den „lustigen Videos“ wirklich einen Fantasy-Roman zu machen.
Aus Zwergen und Elfen wurden sprechende Möwen, unsterbliche Aale und eine Smut-Prinzessin. Aber wie sieht das erste Abenteuer von „Magnus Knut Hansen“ denn nun aus?
„Magnus Knut Hansen“ von Mikkel Robrahn: Ein Friese auf Rettungsmission
Magnus Knut Hansen, Deichgraf von Dagebüll, führt ein ruhiges Leben. Er lebt mit seinem Schaf Dörte in seinem Leuchtturm, und mehr braucht er eigentlich nicht. In seiner Gemeinde ist er bekannt, im Dorf hilft man sich bei den kleineren und größeren Problemen des Alltags.
Dieser Alltag wird für Magnus jäh unterbrochen, als zwei seltsame Gestalten vor seiner Tür stehen, die sein Schaf abholen wollen. Auf gar keinen Fall, denn Dörte ist Familie. Für Magnus ist die Sache gegessen, doch bald darauf ist sein Schaf verschwunden: Dörte wurde entführt! Die beiden machen sich mit seinem Schaf aufs Meer davon.
Magnus nimmt die Verfolgung auf. Mit seinem kleinen Kutter fährt er aufs stürmische Meer, die Entführer im Blick - bis sie plötzlich verschwunden sind. Und Magnus durch einen Strudel in eine andere Welt gezogen wird.
In dieser anderen Welt, Värda, gibt es so manche Seltsamkeiten. Magnus lässt sich davon nicht beirren. Er begibt sich auf die Suche nach seinem Schaf. Nichts wird ihn aufhalten können, um Dörte zu retten. Ausgestattet mit Friesennerz, Elbsegler, Watthose, norddeutscher Gelassenheit und einem sprechenden, unsterblichen Streitaal namens Thorbjörn, begegnet er restaurantführenden Möwen, üblen Schlägern mit lächerlichen Namen, einer genervten Verlegerin und einem König, der wie ein Beamter wirkt. Magnus muss es mit schlechtgelaunten Rittern aufnehmen, einem bekifften Elch, der Rentner über den Tisch zieht, und last, but not least, einem Drachen, der einen seltsamen Dialekt spricht und Windmühlen hasst, wie die Pest.
Mit dabei sind natürlich Marvin die Möwe und Smut-Prinzessin Elizabeth, die Magnus auf seinem unfreiwilligen Abenteuer begleiten. Den Followern von Mikkel Robrahn dürften die beiden schon bekannt sein. Und am Ende steht die große Frage: Kann Magnus Knut Hansen sein Schaf Dörte retten?
„Magnus Knut Hansen - Ein Mann, ein Mythos, ein Moin“
von Mikkel Robrahn
- 348 Seiten
- Drachenmond
- ISBN: 978-3-68937-046-6
- 18 Euro
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„Magnus Knut Hansen“: Handfeste Fantasy-Satire oder nur ein flacher Witz?
„Magnus Knut Hansen“ ist definitiv als Fantasy-Satire anzusehen. Mit norddeutschem, trockenem Humor nimmt Mikkel Robrahn das Genre aufs Korn. Natürlich sind die Figuren in gewisser Weise Karikaturen. Ist das Buch also nur ein flacher Witz, der sich bald ausgelaufen haben wird?
Sicherlich nicht. Schon die Zahl 1 auf dem Buchrücken lässt vermuten, dass Mikkel Robrahn hier eine ganze Reihe plant. Und ohne spoilern zu wollen: Die Geschichte von Magnus Knut Hansen, Prinzessin Elizabeth, Möwe Marvin und Streitaal Thor ist längst nicht auserzählt. Mikkel Robrahn hat es geschafft, über die sozialen Medien eine große Fangemeinde um den friesischen Fantasyhelden zu schaffen, die schon vor Band 1 begeistert war und jetzt wohl schon ungeduldig auf die Fortsetzung warten dürfte. „Magnus Knut Hansen“ ist ein absolutes Fantasy-Highlight für alle, die das Genre nicht zu ernst nehmen.
Übrigens: Auch wenn Mikkel Robrahn seine frühere Buchreihe beim Fischer Verlag veröffentlicht hat, hat er „Magnus Knut Hansen“ in Eigenleistung veröffentlicht. Hier steckt also kein Verlag dahinter, das Buch ist mit großer künstlerischer Freiheit und persönlichem, wirtschaftlichem Risiko entstanden. An alle, die eine Reihe erst dann anfangen, wenn es schon ein paar Bände gibt: Diese Taktik verspricht zwar Lesevergnügen, ohne Wartezeit zwischen den Büchern, ist aber hier fehl am Platz. Denn nur, wenn Band 1 von „Magnus Knut Hansen“ ein Erfolg wird, kann die Reihe weitergehen.
Fans von humorvoller Fantasy sollten sich „Magnus Knut Hansen“ so oder so nicht entgehen lassen.
Mikkel Robrahn: Nur Fitzek kann ihm das Wasser reichen
Wie beliebt der Indie-Autor Mikkel Robrahn mit seinem friesischen Fantasy-Helden wirklich ist, zeigt ein Blick auf die Verkaufslisten. Auf der Vorverkaufsliste von Thalia konnte ihm zwischenzeitlich nur Sebastian Fitzek das Wasser reichen, der 2026 sein 25-jähriges Autorenjubiläum feiert. In den Top 100 aller Bücher hält sich „Magnus Knut Hansen“ wenige Tage nach Erscheinen in der Top 10 und steht auf Platz 9, auf der Thalia Fantasy-Bestsellerliste sogar auf Platz 2. Hier verkauft sich gerade nur die internationale Bestsellerautorin Rebecca Yarros noch besser.
Bei Amazon sieht es ganz ähnlich aus: Auf der Bestsellerliste Science Fiction & Fantasy belegt das Hörbuch von „Magnus Knut Hansen“, gesprochen vom Autoren selbst, den 8. Rang. Und sitzt hier in bester Gesellschaft, umgeben von verschiedenen Bänden und Ausgaben der „Dungeon Crawler Carl“-Reihe von Matt Dinniman, mehreren Bänden der „Flammengeküsst“-Reihe von Rebecca Yarros, internationalen SciFi- und Fantasy-Hypes also.