Nürnberg - Das Meer rauscht, die Möwen schreien und irgendwo passiert ein mysteriöser Mord? Mit unseren Krimis lässt sich auf der Strandliege, Wiese oder am Pool besonders gut rätseln. Hier sind 5 Buchtipps für deinen Sommerurlaub.

Endlich Zeit, sich in ein Buch zu schnappen: Der Sommerurlaub bietet für viele von uns die perfekte Gelegenheit, mal wieder so richtig in einen Roman zu versinken. Krimis sind dabei besonders beliebt, bieten sie doch je nach Geschmack den gewissen Spannungsfaktor, Rätselspaß oder eine Portion Grusel für den Urlaubsalltag. Wir hätten hier 5 Kriminalromane zu deiner Inspiration:

Tipp 1: „Lavender House“: Agatha Christie trifft auf queere Gesellschaft

„Lavender House“ von Lev AC Rosenist eine spannende Urlaubslektüre für Krimifans, besonders für alle, die klassische Whodunit-Geschichten mit einer ungewöhnlichen historischen und queeren Perspektive mögen. Die Handlung spielt im San Francisco der 1950er-Jahre: Der homosexuelle Polizist Evander „Andy“ Mills verliert nach seinem unfreiwilligen Outing seine Arbeit und seine Wohnung. Kurz darauf bittet ihn Pearl Velez, den Tod ihrer Ehefrau Iris zu untersuchen. Iris war die Matriarchin von Lavender House, einem abgeschiedenen Anwesen und sicheren Rückzugsort für queere Menschen.

Andy findet schnell heraus, dass Iris möglicherweise ermordet wurde. Gemeinsam mit ihm stoßen die Leserinnen und Leser auf eine überschaubare Gruppe von Verdächtigen, verborgene Geheimnisse und widersprüchliche Rollen. Damit erinnert der Roman an einen klassischen Agatha-Christie-Krimi - ergänzt um die bedrückende gesellschaftliche Situation homosexueller Menschen in den 1950er-Jahren. Die abgeschlossene Handlung, die geheimnisvolle Atmosphäre und die vielen möglichen Täter machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre für entspannte Urlaubstage.

Tipp 2: In Japan bereits absoluter Kult: „Die Toten in der Wassermühle“

Bleiben wir auch hier bei der klassischen Detektiv-Geschichte - allerdings mit japanischem Flair: „Die Toten in der Wassermühle“ von Yukito Ayatsujispielt in einem abgelegenen Setting. Die rätselhafte Atmosphäre und eine überschaubare Gruppe von Verdächtigen laden dazu ein, selbst mitzurätseln. Unerwartete Wendungen halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Im Mittelpunkt steht das Mühlenhaus, das der exzentrische Millionär Fujinuma Ki‘ichi nach dem Tod seines Vaters in den Bergen errichten ließ. Dort bewahrt er die Werke seines Vaters auf und empfängt einmal jährlich ausgewählte Gäste. Seit einem Unfall verbirgt Ki‘ichi sein Gesicht hinter einer Maske - selbst vor seiner jungen Ehefrau.

Bei einem dieser Treffen stürzt eine Haushälterin vom Balkon, später wird Ki‘ichis bester Freund ermordet und ein Gast verschwindet spurlos. Als die Gruppe ein Jahr später erneut zusammenkommt, reist auch Shimada Kiyoshi an. Er zweifelt an der offiziellen Erklärung der Ereignisse und will herausfinden, was tatsächlich geschehen ist.

Tipp 3: Nervenkitzel mit „Die Kollegin“ von Freida McFadden

Blicken wir in die Thriller-Ecke: „Die Kollegin“ von Erfolgsautorin Freida McFaddenist eine spannende Urlaubslektüre für Thrillerfans, die überraschende Wendungen und psychologischen Nervenkitzel mögen. Im Mittelpunkt steht Natalie Farrell, deren seltsame Kollegin Dawn eines Morgens nicht zur Arbeit erscheint. Als Natalie sie zu Hause aufsucht, entdeckt sie eine Blutlache - von Dawn fehlt jede Spur.

Schnell gerät Natalie selbst unter Verdacht. Während sie ihre Unschuld beteuert, lassen E-Mails und widersprüchliche Aussagen Zweifel an ihrer Darstellung aufkommen. Die Geschichte wechselt zwischen verschiedenen Perspektiven und bringt die Leserinnen und Leser immer wieder dazu, ihre Loyalität neu zu überdenken. Mehrere Plottwists machen den Thriller zu einem kurzweiligen Leseerlebnis für den Strand.

Tipp 4: Für Zuhausegebliebene: „Das Ungeheuer vom Brombachsee“ von Jan Beinßen

Ein Frankenkrimi darf in unserer Liste natürlich auch nicht fehlen: „Das Ungeheuer vom Brombachsee“ von Jan Beinßen hat unverkennbar einen regionalen Bezug. Die Geschichte spielt auf einem Hausboot am Brombachsee und verbindet eine geheimnisvolle Legende mit einem rätselhaften Todesfall.

Der Hobbydetektiv und Fotograf Paul Flemming entdeckt beim Versuch, eine Hündin aus dem Wasser zu retten, die Leiche ihres Besitzers. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Paul glaubt an ein Verbrechen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei verfolgt er verschiedene Spuren - von geschäftlichen Konflikten bis hin zu familiären Geheimnissen. Vielleicht steckt aber auch das sagenumwobene Ungeheuer hinter dem Tod?

Die vielen Verdächtigen und Fährten sorgen für Rätselspaß. Wer einen leichten, schnell gelesenen Frankenkrimi für entspannte Urlaubstage sucht, wird hier fündig.

Tipp 5: Wer hat den Brand in Südfrankreich gelegt? „Pipline“ - ein packender Klima-Thriller

„Pipeline“ von Lucas Fassnachtist besonders spannend und entführt ins sonnige Südfrankreich. Mit Rhône, Mittelmeer und provenzalischer Kulisse bietet der Roman die passende Atmosphäre für den Liegestuhl oder die lange Zugfahrt ans Meer:

In Südfrankreich führt die Rhône immer weniger Wasser. Um die dortigen Atomkraftwerke weiterhin zu kühlen, soll Meerwasser entsalzt und über eine Pipeline zu den Anlagen geleitet werden. Doch kurz nach der Eröffnung geht eines der neuen Pumpwerke in Flammen auf. War die deutsche Betreiberfirma nachlässig - oder steckt Sabotage durch Gegner des Projekts dahinter?

Die unbedarfte Cecilia Thoma soll zwischen den Beteiligten vermitteln und gerät dabei in eine gefährliche Verschwörung. Der kurzweilige Thriller hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht: Die Figuren sind vielschichtig, die Handlung nimmt schnell Fahrt auf und lange bleibt unklar, wer hinter dem Anschlag steckt.