
Paul Flemming, Fotograf und Hobbydetektiv, feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Zu aktuellem Anlass werfen wir einen Blick auf seinen 17. Fall, in dem Paul mehr zufällig im Urlaub am beschaulichen Brombachsee stolpert. Doch hier ist es kein Wels, vor dem die Menschen Angst haben, sondern ein waschechtes Monster. Was hat es mit dem Ungeheuer auf sich?
„Das Ungeheuer vom Brombachsee“ - Worum geht es?
Während seine Frau auf einer Seminartagung ist, ist Paul schon einmal in den gemeinsamen Urlaub vor gereist. Auf einem gemieteten Hausboot am Brombachsee will er eigentlich die Seele baumeln lassen. Die Geschichten von einem angeblichen Ungeheuer, das im See sein Unwesen treiben soll, nimmt Paul eigentlich nicht ernst, doch ein plötzliches, lautes Plätschern am Boot macht ihn dann doch stutzig.
Es ist aber kein Ungeheuer, sondern eine Hündin, die da im Wasser strampelt, und Paul wird unversehens zum Hunderetter. Auf der Suche nach den Besitzern des Vierbeiners wird Paul zwar fündig. Doch das Herrchen hängt an einem Seil und mit einer tödlichen Kopfwunde unter Wasser.
Die Polizei ist sich schnell einig, ein klarer Unfall mit Todesfolge. Doch Paul ist sich sicher, dass hier ein Verbrechen geschehen ist. Er nimmt selbst Ermittlungen auf, bekommt dabei Unterstützung von der befreundeten Polizeikommissarin aus Nürnberg. Wer steckt hinter dem Todesfall? Haben die Gegner der neuen Homöopathie-Praxis, die er eröffnen wollte, etwas damit zu tun, oder ist es doch der Bruder, mit dem er das Geschäft leitete? Er scheint auf jeden Fall Geheimnisse zu haben. Oder ist doch das geheimnisvolle Ungeheuer an allem schuld? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?
Der 17. Fall von Paul Flemming - Was taugt der Frankenkrimi?
2025 darf Paul Flemming sein 20-Jähriges feiern, sein Jubiläumsfall kommt im Oktober und trägt den Titel „Dürers Mätresse“. 20 Jahre, 20 Fälle, das spricht ja für eine gewisse Fangemeinde der Frankenkrimis.
Nach der Lektüre von „Das Ungeheuer vom Brombachsee“ erschließt sich das für uns nicht wirklich. Die Dialoge wirken aufgesetzt, die Charaktere allesamt eindimensional und unsympathisch. Paul Flemming, der Bedienungen im Restaurant hinterher schnipst und sich von unterschiedlichen Frauen bekochen lässt, die Kommissarin, die mit ihrer Dienstwaffe herumballert, der unverschämt aufdringliche Reporter - mit keiner Figur kann man so richtig etwas anfangen. Pauls Frau Katinka kommt noch am besten weg, ihre Nebenhandlung um den toten Kollegen auf der Dienstreise wirkt zunächst vielversprechend, verläuft dann aber leider im Sand.
Was man dem Frankenkrimi zugutehalten muss, sind die verschiedenen Fährten, die Paul verfolgt. Verdachtsmomente sind breit gefächert, sodass hier viele Spuren zusammenkommen und dabei Spannung und Rätselspaß versprechen. Doch auf gerade einmal 171 Seiten sind es dann doch etwas viele Fährten, hinzukommt Katinkas Nebenhandlung, alles kommt irgendwie etwas zu kurz.
Letztendlich bekommt der Frankenkrimi „Das Ungeheuer vom Brombachsee“ dadurch den Charakter eines mittelmäßigen Vorabendkrimis. Die Ansätze für Spannung sind da, die Fährten bräuchten nur mehr Platz. So fühlt sich der bei Amazon als Buch und Kindle-Book erhältliche Krimi etwas nach verschenktem Potenzial an.
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