Nürnberg - Auf dem Berg, dem Nürnberger Volksfest oder in guten fränkischen Wirtsstuben gibt es ihn: den klassischen, fränkischen Radi-Salat. Doch selbst gemacht ist besser als teuer gekauft - hier das traditionelle Rezept.

Ein klassischer, fränkischer Radi-Salat (Rettichsalat) besticht durch seine einfache Zubereitung und den erfrischend-scharfen Geschmack. Das wichtigste Geheimnis traditioneller Rezepte ist das Einsalzen des Rettichs vor dem Anrichten. Dadurch verliert das Wurzelgemüse seine brennende Schärfe, wird weich, bekömmlich und „weint“ (wässert) richtig aus.

Der Salat schmeckt am besten gut gekühlt zu einer fränkischen Brotzeit mit Bauernbrot, Leberwurst, Schinken oder frischen Bratwürsten. Auch ist er ein leckerer Begleiter zu Gegrilltem.

Seinen Ursprung hat der Radi-Salat Expertinnen und Experten zufolge wohl im oberfränkischen Bamberg. Um das Jahr 1900 erlebte der Rettichanbau in Bamberg einen historischen Höhepunkt. Der Rettich wurde massenhaft angebaut und direkt auf den traditionellen Bierkellern (fränkisch für Biergarten) verzehrt - daher vermutlich auch der Beiname Bierwurz, den der Rettich in fränkischen Breitengraden trägt.

Die Zutaten für traditonell fränkischen Radi-Salat (vier Portionen)

  • 1 großer weißer Rettich (ideal ist der milde Bamberger Rettich oder 1 Bund Fränkische Eiszapfen)
  • 1 Bund Radieschen (für die Farbe und den Knack)
  • 1 kleine Zwiebel (auch rote Zwiebel möglich)
  • 1 Teelöffel Salz (zum Entwässern)
  • 3 Esslöffel Essig (z. B. milder Weißweinessig oder Apfelessig)
  • 2 Esslöffel Pflanzenöl (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • 1 Teelöffel Zucker (balanciert die Säure perfekt aus)
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 1/2 Bund Schnittlauch (in feine Röllchen geschnitten)

Außerdem:

  • ein Hobel oder Sparschäler
  • eine große Schüssel

Die Zubereitung des traditionellen fränkischen Radi-Salats

Vorbereitung: Den Rettich schälen und mit einem Gemüsehobel in hauchdünne Scheiben schneiden oder fein raspeln. Die Radieschen ebenfalls waschen, putzen und in feine Scheiben schneiden.

Den Rettich weinen lassen: Damit die brennende Schärfe etwas nachlässt, das Gemüse in eine Schüssel geben, kräftig mit dem Salz bestreuen und gut durchmischen. Mindestens 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Anschließend das ausgetretene Wasser gründlich abgießen und den Rettich leicht mithilfe eines Küchenkrepps ausdrücken.

Dressing anrühren: Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Aus Essig, Öl, Zucker und Pfeffer eine einfache Vinaigrette rühren.

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Nach dem Einsalzen, dem Zum-Weinen-Bringen (wie es in Franken heißt), bleibt ein milder, harmonischer und leicht süßlicher Eigengeschmack im Radi-Salat zurück. © Andrea Munkert

Anrichten und dekorieren: Die Zwiebelwürfel und die Schnittlauchröllchen zum Rettich und den Radieschen in die Schüssel geben, mit dem Dressing übergießen und alles gut vermengen. Vor dem Servieren nochmals kurz durchziehen lassen. Nochmal Schnittlauchröllchen als Deko über die einzelnen Portionen geben.

Urfränkischer Tipp:

In einigen Haushalten in Franken wird der Salat anstatt mit einer klaren Vinaigrette mit einem cremigen Dressing aus 2 Esslöffeln Schmand oder saurer Sahne, etwas Essig und einem Teelöffel Meerrettich verfeinert.