Nürnberg - Der Deutsche Buchpreis 2025 geht an die Schweizer Schriftstellerin Dorothee Elmiger. Ihr Roman „Die Holländerinnen“ hat die Jury überzeugt.

Beim üblichen Festakt in Frankfurt am Main wurde am 13. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Buchpreis vergeben. 2025 geht der renommierte Literaturpreis an die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger, die mit ihrem Roman „Die Holländerinnen“ einen düsteren True-Crime-Roman der anderen Sorte geschrieben hat, so Jury-Mitglied Friedhelm Marx. Er bezeichnet das Werk als „ein Kunststück“.

„Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger gewinnt den Deutschen Buchpreis 2025

Der bei Amazon als Buch und Kindle-Book erhältliche Roman handelt von einem monströsen Theaterprojekt im südamerikanischen Urwald. Eine Künstlergruppe ist auf Spurensuche. Einige Jahre zuvor waren zwei Holländerinnen ohne jede Erklärung verschwunden, von ihnen blieben nur die Rucksäcke zurück.

„Dieser Roman ist ein Ereignis“, schreibt die Jury in ihre Erklärung. „Elmigers Stil ist gleichzeitig distanziert und doch fesselnd.“ Die verstörenden Geschichten, die sich die Theatergruppe während ihrer Wanderung gegenseitig erzählt, reißen „die Leser*innen in einen Sog der Angst“. Durch ihren sprachlichen Stil gelingt Elmiger ein „Verweis auf unsere Gegenwart, die Schritt für Schritt in Selbstüberhebung versinkt“.

Die Preisvergabe ist keine große Überraschung. Dorothee Elmiger, die 1985 geborene Schweizerin, galt bereits im Vorfeld als Favoritin.

„Die Holländerinnen“ brachte Autorin Dorothee Elmiger beim Schreiben an ihre Grenzen

„Ich bin beim Schreiben immer wieder erschrocken, wie dunkel und wie düster es streckenweise ist“, erklärte die Schweizer Schriftstellerin, die in New York lebt, in ihrer Buchvorstellung. Der Roman sei entstanden, weil sie über verschiedene Formen von Gewalt, Beherrschung oder Dominanz nachdenken wollte. Elmiger hatte Jahre an dem Roman geschrieben, immer wieder mit dem Gedanken des Aufgebens gespielt.

Die Düsternis und Verzweiflung des Romans entsprächen nicht ihrem Naturell. Sie selbst habe trotzdem große Zuversicht, sagte die Autorin in einem Interview mit der Schweizer Wochenzeitung im September. Am Ende sei der Knoten dann geplatzt, wie das Lösen einer Handbremse, der Endspurt beinahe wie ein „fiebriges Schreiben“.

Der Deutsche Buchpreis 2025: Jubiläumsvergabe

Seit nunmehr 20 Jahren vergibt die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den Preis an den besten deutschsprachigen Roman des Jahres. Während die sechs Titel der Shortlist jeweils 2 500 Euro Preisgeld erhalten, ist der Hauptpreis mit 25 000 Euro dotiert.

Die Shortlist umfasste in diesem Jahr außer „Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger folgende Titel:

Mehr als 200 Autorinnen und Autoren hatten sich für den Deutschen Buchpreis 2025 beworben, 20 davon landeten auf der Longlist, die die Jury anschließend zur Shortlist zusammenfasste.