
„Live, Laugh, Love“ - diese Wortkombination kennen die meisten als eher kitschige Wandtattoos oder Aufschrift auf unzähligen Home-Deko-Objekten, auch gerne in der deutschen Variante „Lebe, Lache, Liebe“. Tatsächlich kann man mit den drei Wörtern aber auch diesen Roman von Thees Uhlmann beschreiben. Dabei ist der gar nicht kitschig.
„Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann: Ein Buch wie ein Roadtrip
Am Anfang des Romans hat unser Ich-Erzähler eigentlich nur noch drei Minuten zu leben. Eine Erkenntnis, die ihn völlig überraschend trifft, als er gerade in seinem Badezimmer vor der Toilette steht. Eine Erkenntnis, die ihm von einem Mann überbracht wird, der plötzlich ebenfalls in seinem Badezimmer steht und ihm verblüffend ähnlich sieht.
Dieser Mann ist niemand anderes als der Tod. Wie üblich, so sagt er zumindest, gibt er dem Erzähler noch drei Minuten, in denen er sogar einen Wunsch frei hat. Doch bevor die drei Minuten zu Ende sind, klingelt es plötzlich an der Tür. Eine völlig neue Erfahrung für den Tod, der sonst nie bei seiner Arbeit unterbrochen wird.
Vor der Tür steht Sophia, die unseren Erzähler abholen will, um ihn zu seiner Mutter zu begleiten. Die etwas grobe Ex-Freundin tut ihm dabei nicht nur den Gefallen, ihn auf dieser Fahrt zu begleiten, sie bewahrt ihn auch vor dem Ende seines Lebens. Zumindest vorerst.
Die ungewöhnliche Gruppe macht sich auf den Weg, gabelt die Mutter des Erzählers auf und fährt weiter Richtung Süden, um den Sohn unseres Erzählers noch ein letztes Mal zu treffen. Und um ihn vor dem „Anderen“ zu retten, der dem Tod seinen Job streitig machen will.
„Sophia, der Tod und ich“
von Thees Uhlmann
- 320 Seiten
- KiWi-Taschenbuch
- ISBN: 978-3-462-05061-5
- 13 Euro (Buch und Kindle-E-Book bei Amazon )
Ernst und Witz in jeder Zeile: „Sophia, der Tod und Ich“
Dieser Roman hat gleich mehrere Dimensionen. Im Zentrum steht natürlich das nahende Lebensende unseres Erzählers, der in den letzten Tagen seines Lebens doch noch aus seiner Lethargie ausbricht und endlich ins Tun kommt. Mit trockenem Humor schafft Thees Uhlmann den Spagat zwischen Witz und Ernst, denn obwohl unser Erzähler nur wenig ernst zu nehmen scheint, dämmert ihm doch wiederholt die Schwere seiner Situation - ohne aber wieder in Lethargie zu verfallen, denn dafür hat er offensichtlich keine Zeit.
Dann ist „Sophia, der Tod und ich“ aber auch ein irgendwie Liebesroman, in dem Sophia und unser Erzähler wieder zueinanderfinden, ein Familienroman, in dem der Erzähler endlich seiner Mutter ernsthaft begegnet und drei Generationen zusammenbringt, zum ersten und einzigen Mal. Und dann ist es auch noch irgendwie eine Actionkomödie, in der der Tod gegen einen „Anderen“ kämpft, der seinen Job übernehmen will und dem Lebensende der Menschen jede Chance auf Hoffnung rauben will.
Dieser Roman ist gleichzeitig urkomisch, anrührend, traurig und nachdenklich. Und dabei im Gegensatz zu Wandtattoos nicht kitschig, was schon ein Kunststück in sich ist.


