Nürnberg - Buchtipp: Eine Schafherde mit detektivischen Fähigkeiten - Das ist das Erfolgsrezept der Bücher von Leonie Swann. Band 3 heißt „Widdersehen“ - diesmal geht es um die Heimatweide, das Paradies und abgeschnittene Finger.

Was macht eine Schäferin oder einen Schäfer eigentlich aus? Das ist nur eine der Fragen, die sich die Schafherde um Miss Marple, Leitwidder Othello und Mopple the Whale in „Widdersehen“ von Leonie Swann stellen muss. Wie auch in den beiden Vorgängern stehen die Schafe vor einem kniffligen Rätsel - und lösen es gekonnt mit angewandter Schafslogik.

„Widdersehen“: Das dritte Buch von Leonie Swann - Buchtipp

Völlig überstürzt sind die Schafe mitsamt ihrer Schäferin von ihrem Europatrip Richtung Heimat aufgebrochen. Und auch wenn die Reise beschwerlich ist: Die Vorfreude auf die Heimatweide in Irland überwiegt. Doch als sie in Glennkill ankommen, ist die Enttäuschung groß. Die Weide ist abgefressen, eingezäunt und noch dazu sitzen drei Fremdschafe darauf. Zu allem Übel verschwindet dann auch noch Schäferin Rebecca spurlos.

Stattdessen finden die Schafe einen Finger im Schäferwagen. Das kann nichts Gutes bedeuten, so viel ist klar. Schließlich hängen Finger für gewöhnlich an Menschen dran und liegen nicht einzeln herum. Die Schafe machen sich auf den Weg, ihre Schäferin zu finden und zu retten. Denn obwohl die eigenständige und freidenkende Herde theoretisch ganz gut alleine zurechtkommt, braucht sie doch zumindest jemanden, der ihr Geschichten vorliest.

Ihr Weg führt sie über alle Berge und zurück, ins Paradies, aus dem man nur fliehen möchte, zu einem Interimsschäfer, den sich die Schafe selbst auswählen, und ganz nebenbei decken sie auch noch einen Drogenring auf.

„Widdersehen“

von Leonie Swann

  • 336 Seiten
  • DuMont
  • ISBN: 978-3-7558-0106-1
  • 25 Euro

Buchtipp: „Widdersehen“ - Neue Figuren und alte Bekannte

Die Buchreihe von Leonie Swann ist 2026 in aller Munde, denn Band 1 der Reihe wurde mit Schauspielgrößen wie Emma Thompson und Hugh Jackman verfilmt. Allerdings wurde für die Filmadaption so viel von der Story abgewandelt, dass man den Film wohl maximal als „vom Buch inspiriert“ bezeichnen kann.

Erfrischend ist dazu im Vergleich Band 3 der Buchvorlage. Was diese Reihe ausmacht, ist, dass die Schafe mit ihrer ganz eigenen Logik agieren. Und dabei nichts tun, was wirklich schafsuntypisch wäre. Das Ganze könnte, rein theoretisch, tatsächlich so ablaufen.

„Widdersehen“ hält dabei neue Figuren für uns bereit, allen voran Theseus, den sich die Schafe als Interimsschäfer ausgesucht haben und der seine Aufgabe unkonventionell, aber voller Bravour erfüllt. Bekannte Figuren bekommen eine neue Aufgabe. So hat sich beispielsweise der Metzger, in Band 1 noch ein waschechter Antagonist, zu einem Schafsliebhaber mit großer Seele gewandelt.

Doch zu viel wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Warum Rebecca verschwunden ist, was es mit dem Finger auf sich hat und was das Ganze mit Plüschschafen und Drogenkurieren zu tun hat, muss man beim Lesen schon selbst herausfinden. „Widdersehen“ ist ein großer Lesespaß für Krimi- und Schafsfans.

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