
Mit über 150 Millionen registrierten Nutzerinnen und Nutzern ist Goodreads die größte Social-Reading Plattform der Welt. Wer mitmacht, kann sich ein virtuelles Bücherregal anlegen, gelesene Bücher katalogisieren, Rezensionen schreiben und Bewertungen abgeben. Und unter „Listopia“ in verschiedenen Listen teilnehmen und abstimmen.
Solche Listen gibt es viele. Wo ein Buch auf der Liste landet, entscheidet sich durch einen Score. Dieser wiederum errechnet sich daraus, wie viele Stimmen ein Buch bekommen hat und wie viele Nutzerinnen und Nutzer das Buch auf der Liste sehen wollen.
Besonders interessant: die Liste über „Bücher, die man mindestens einmal gelesen haben sollte“. Sie unterscheidet sich maßgeblich von der Liste der „besten Bücher aller Zeiten“. Diese fiel überraschend aktuell aus - „Bücher, die man mindestens einmal gelesen haben sollte“ ist dagegen voller junger und alter Klassiker.
Pflichtlektüre: Die Top 10 der „Bücher, die man mindestens einmal gelesen haben sollte“
Die Liste der „Bücher, die man mindestens einmal gelesen haben sollte“, ist also weniger befüllt mit den Lieblingsbüchern der Nutzerinnen und Nutzer, unter die auch so mancher Guilty Pleasure fällt. Vielmehr dreht es sich hier um Bücher, denen eine hohe kulturelle oder politische Relevanz beigemessen wird. Insgesamt erstreckt sich die Liste über 32.845 Bücher - da ist sicherlich so mancher Titel etwas weiter nach unten gerutscht. Wir haben uns die Top 10 genauer angeschaut.
Hier finden sich neue und alte Klassiker und ein Hinweis darauf, dass die Liste von Nutzerinnen und Nutzern angelegt wurde, denn sie folgt nicht immer einheitlichen Regeln. Auf Platz 10 landet die gesamte „Der Herr der Ringe“-Trilogie von J. R. R. Tolkien, eine Reihe, die wie keine andere die Fantasy-Literatur bis heute geprägt hat. Ähnlich prägend, wenn auch mittlerweile wesentlich kritischer betrachtet, ist die Buchreihe um den jungen Zauberer Harry Potter. Anders als bei „Der Herr der Ringe“ steht nicht die ganze Reihe, sondern einzelne Bände zur Auswahl. Teil 1, „Harry Potter und der Stein der Weisen“, landet auf Platz 4 im Ranking. Trotz der Kontroversen um die Autorin J. K. Rowling ist die Begeisterung für die Reihe nach wie vor ungebrochen.
Doch nicht nur Fantasy-Titel muss man mindestens einmal gelesen haben, auch große Klassiker der Literatur wie „Der Fänger im Roggen“ von J. D. Salinger (Platz 9), „Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald (Platz 8) oder „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry (Platz 7) haben ihren Platz in der Top 10. Sie zeigen, genauso wie weitere Platzierungen von George Orwell („Farm der Tiere“, Platz 6 und „1984“, Platz 5) oder der Top 3, dass die Nutzerinnen und Nutzer die großen gesellschaftlichen und politischen Themen, die diese Bücher aufgreifen, nach wie vor schätzen und hoch bewerten.
Die Top 3 der „Bücher, die man gelesen haben muss“ auf Goodreads
Das wird insbesondere in der Top 3 deutlich. Hier finden wir „Das Tagebuch der Anne Frank“, ein Buch, das wie kein zweites als Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazis steht. Auf Platz 2 landet „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen, ein frühes Meisterwerk feministischer Literatur, das sich mit gesellschaftlichen Zwängen des 19. Jahrhunderts auseinandersetzt.
Das Buch, das von den meisten Nutzerinnen und Nutzern zu den „Büchern, die man mindestens einmal gelesen haben sollte“, gezählt wurde, ist „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee, besser bekannt unter dem Originaltitel „To Kill a Mockingbird“. Im Zentrum steht ein Gerichtsprozess in den frühen 1930ern der USA.
Tom Robinson, ein Afroamerikaner, wird der Vergewaltigung beschuldigt, und obwohl seine Unschuld im Laufe des Prozesses mehr als deutlich wird, verurteilt ihn die rein weiße Jury aufgrund rassistischer Vorurteile. „To Kill a Mockingbird“ gilt als moderner Klassiker der amerikanischen Literatur und ist ein absolut würdiger Platz 1 auf der Liste der „Bücher, die man mindestens einmal gelesen haben sollte“. Denn der Titel hat bis heute nichts an seiner Aktualität verloren.
„Bücher, die man mindestens einmal gelesen haben sollte“: Die Top 10 in der Übersicht
Hier findest du eine übersichtliche Liste über die Top 10 der „Bücher, die man gelesen haben muss“, gewählt von Goodreads-Nutzerinnen und -Nutzern:
- „To Kill a Mockingbird“ von Harper Lee
- „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen
- „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Anne Frank
- „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (Band 1) von J. K. Rowling
- „1984“ von George Orwell
- „Farm der Tiere“ von George Orwell
- „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry
- „Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald
- „The Catcher in the Rye“ von J. D. Salinger
- „Der Herr der Ringe“-Trilogie von J. R. R. Tolkien
Auch wenn diese Liste zweifelsohne wichtige, junge und alte Klassiker der Literatur darstellt, sollte man an dieser Stelle übrigens nicht vergessen, dass es sich hierbei nicht um ein literarisches Qualitätsurteil von Expertinnen und Experten handelt. Vielmehr gibt es die Meinungen der Goodreads-Community wieder, die jung, englischsprachig und nordamerikanisch geprägt ist.


