
Immer mehr Menschen leiden unter einer Glutenunverträglichkeit oder gar Zöliakie. In den meisten Pizzerien oder auch im Tiefkühlfach sind Alternativen allerdings sehr rar zu finden. Und selbstgemacht ist doch eh um Längen besser. Denn dann weiß man auch, was wirklich im Teig steckt. Wer jetzt vor einem Haufen Arbeit zurückschreckt, sollte sich unser Rezept für glutenfreien Pizzateig anschauen. Denn der gelingt einfacher und niederschwelliger, als man denkt. Die Zubereitungszeit liegt zwischen 5 und 10 Minuten. Allerdings braucht die Teigmasse rund eine Stunde Ruhezeit, die du einplanen solltest.
Für einen gelingsicheren glutenfreien Pizzateig ist die Wahl des Mehls entscheidend, da herkömmliches Mehl ohne das Klebereiweiß Gluten keine Bindung hat. Daher reißt der Teig auch scheller als sein konventioneller Bruder. Das folgende Rezept basiert auf einem bewährten Mehl-Mix für ein knuspriges und gleichzeitig elastisches Ergebnis.
Die Zutaten für glutenfreien Pizzateig (1 Blech oder zwei Pizzen)
- 500 Gramm glutenfreier Mehl-Mix: Dafür eignet sich beispielsweise ein Mix aus Reis-/Mais- und Buchweizenmehl
- 1 Teelöffel Salz
- 50 Milliliter Olivenöl
- 1/2 Würfel frische Hefe oder 7 bis 10 Gramm Trockenhefe
- 300 Milliliter lauwarmes Wasser
- gegebenenfalls 1/2 Teelöffel Flohsamenschalenpulver
Die Zubereitung des glutenfreien Pizzateigs
Zuerst musst du die Hefe aktivieren: Dazu die Hefe und gegebenenfalls eine Prise Zucker (dient quasi als Nahrung für die Hefe) im lauwarmen Wasser auflösen und zwischen 5 und 10 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden: Dann ist sie bereit für die Verarbeitung im Teig. Von den 300 Millilitern Wasser für den Pizzateig zwackst du etwa 100 Milliliter dafür ab. Das Wasser sollte handwarm sein, also bei circa 32 bis 37 °C liegen. Ist es zu heiß (über 40 °C), sterben die Hefezellen ab; ist es zu kalt, arbeitet die Hefe nicht. Den Rest des Wassers (die übrigen 200 Millilter) gibst du dann einfach später zusammen mit der Hefemischung zum Mehl.
Mehlmix, Salz, Hefe und gegebenenfalls ein halber Teelöffel Flohsamenschalenpulver werden dann in einer Rührschüssel gemischt. Lauwarmes Wasser sowie Olivenöl hinzugeben und den Teig mit dem Knethaken des Handrührgeräts oder der Küchenmaschine etwa 4 Minuten lang zu einem glatten Teig verarbeiten lassen. Die Teigmasse muss nun zugedeckt 45 Minuten ruhen.
Der glutenfreie Pizzateig braucht zwei Ruhephasen
Nun wird der Backofen auf 240 Grad Ober-Unterhitze oder 220 Grad bei Umluft vorgeheizt. Teig mit einer Teigkarte oder einem Messer halbieren und den recht klebrigen Teig unter Zunahme von möglichst wenig zusätzlicher Mehlmischung zu zwei Kugeln formen. Zugedeckt müssen die Teigbälle erneut 15 Minuten ruhen.
Danach die Teigkugeln auf je ein Stück Backpapier geben und mit den Händen zu zwei Fladen von etwa 26 Zentimetern Durchmesser formen, dabei kannst du den Rand etwas dicker lassen. Pizza samt Backpapier auf ein Kuchenrost oder auch direkt auf ein gefettetes Backblech legen und nach eigenem Belieben belegen. Die glutenfreien Pizzen sollten rund 12 bis 14 Minuten backen. Achtung: Der glutenfreie Pizzateig bräunt nicht wie normaler Hefeteig.
Noch ein paar Tricks und Kniffe für die Verarbeitung glutenfreien Pizzateigs
Da der Teig klebriger ist als normaler Teig, empfiehlt es sich, die Hände für das Kneten des Teigs einzuölen oder eine Küchenmaschine mit Flachrührer zu verwenden.
Glutenfreier Teig reißt leichter als sein weit verbreiteter Bruder, daher solltest du vermeiden, die Masse zu stark zu ziehen oder zu dehnen. Wenn du die Elastizität erhöhen willst, kannst du einen 1/2 Teelöffel Flohsamenschalenpulver zur Verbesserung einbinden.
Für einen besonders knusprigen Boden empfiehlt es sich, den Teig direkt auf ein gefettetes Backblech oder einen Pizzastein legen.
Wenn dein Teig zu trocken wirkt, kannst du vorsichtig mehr Wasser hinzufügen. Glutenfreie Mehle absorbieren oft sehr viel Flüssigkeit – teils bis zu 90 Prozent.


