Rom - Italien ist das Land der Dolce Vita, doch beim genaueren Hinsehen zeigt sich: Statt süßem Leben gelten ganz schön viele Regeln. Was Touristen beachten sollten, damit der Italien-Urlaub nicht zur Kostenfalle wird.

Die Urlaubssaison steht vor der Tür und nicht wenigen dürfte es schon in den Füßen kribbeln vor lauter Vorfreude auf Dolce Vita in Italien. Egal ob Eisschlecken am Lago di Garda, ein Spaziergang durch die historische Kulisse von Rom oder einfach nur an der Adria am Meer liegen - Italien ist ein Sehnsuchtsziel. Allerdings ein Sehnsuchtsziel, das nicht ohne eine beachtliche Menge von Regeln daher kommt.

Und wer diese Regeln missachtet, für den kann es im Urlaub auch schnell mal ganz schön teuer werden. Damit ihr euch sicher durch den Dschungel an Vorgaben manövrieren könnt und euer Geld besser in eine Kugel Eis, eine Pizza oder einen Aperol Spritz investieren könnt, haben wir hier eine Übersicht zusammengestellt, worauf es im Italien-Urlaub unbedingt zu achten gilt.

Erst eine Eintrittskarte kaufen, dann die Lagunenstadt besuchen

Seit 2024 müssen Touristinnen und Touristen, die die Lagunenstadt Venedig besuchen wollen, an ausgewählten Tagen einen Eintrittspreis bezahlen. Bis zu zehn Euro kostet das Ticket pro Person pro Tag. Wer keine Eintrittskarte hat, dem droht ein Bußgeld.

Ausgenommen von der Regel sind beispielsweise übernachtende Gäste, die bei ihrer Hotelbuchung eine Kurtaxe bezahlen. Sparen lässt sich, wenn man das Ticket einige Tage vorab online kauft. Hintergrund der Maßnahme ist die bessere Steuerung des Massentourismus in Venedig. Der ADAC meldet für 2026, dass an insgesamt 60 Tagen vom 3. April bis zum 26. Juli ein Eintrittsgeld fällig werden soll. Im Jahr zuvor galt die Ticket-Pflicht noch an nur 54 Tagen. Die Kosten sollen sich weiterhin auf zehn Euro, beziehungsweise für Frühbucher auf fünf Euro, belaufen.

Unterwegs mit Badebekleidung oder ohne Schuhe in Portofino

Portofino ist ein malerischer Küstenort an der italienischen Riviera unweit von Genua. Doch für den Aufenthalt dort gilt seit dem vergangenen Jahr eine Reihe an Regeln. Verboten ist einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge unter anderem Barfußlaufen, in Badebekleidung im Ort unterwegs sein, der Konsum von Alkohol auf öffentlichen Straßen und das Liegen in Parks.

Wer gegen die Vorgaben verstößt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 25 bis 500 Euro. Ziel der Maßnahme ist laut der Verordnung, die „Ruhe und Erholung von Einwohnern und Touristen“ in dem exklusiven Küstenort zu schützen. Ein Verbot für Badebekleidung besteht auch in anderen italienischen Orten, so beispielsweise in Sorrento unweit von Neapel.

Im Trevi-Brunnen in Rom baden

Der Sprung in den Trevi-Brunnen in Rom ist untersagt und kann teuer werden. Wer in das kühle Nass steigt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 500 Euro rechnen. Die Grundidee ist dabei gar nicht so abwegig, immerhin gibt es seit 1960 die ikonische Szene im Film „La Dolce Vita“, in der die Schauspielerin Anita Ekberg in dem historischen Brunnen ein nächtliches Bad nimmt.

Auch Tiere aus dem Brunnen trinken zu lassen oder auf der Umrandung zu sitzen ist schon seit Jahren verboten. Seit Anfang dieses Jahres kostet der berühmte Brunnen in der ewigen Stadt darüber hinaus zwei Euro Eintritt für Touristen. Jedes Jahr kommen Millionen Menschen zum größten Brunnen in Rom. Es soll Glück bringen, dort eine Münze ins Wasser zu werfen.

Sandburg bauen auf Sardinien

Die Begründung lautet Küstenschutz: Auf Italiens Mittelmeerinsel Sardinien müssen die kleinen Urlauber Schaufel und Eimer ruhen lassen. Sandburgen bauen ist nämlich untersagt, selbiges gilt für das Graben tiefer Löcher. Ebenso ist es an einigen Stränden untersagt, Handtücher direkt in den Sand zu legen. Der Sand könne am Badetuch kleben bleiben und werde so weggetragen. Stattdessen solle man eine Strohmatte unterlegen.

Auch ein Urlaubssouvenir, etwa eine Muschel oder Sand, sollte man vom sardischen Strand lieber nicht einsammeln. Bis zu 3000 Euro Strafe drohen sonst.

Auf der spanischen Treppen in Rom sitzen

Seit 2019 ist es verboten, auf der spanischen Treppe in Rom zu sitzen. Polizisten sind im Einsatz und vertreiben Zuwiderhandlende. Wer sich dennoch niederlässt, muss laut einem Bericht des Spiegel mit bis zu 400 Euro Bußgeld rechnen.

Alkohol trinken in Limone sul Garda

Das kleine Örtchen Limone am Westufer des Gardasees ist bekannt für seine Zitronenhaine, die kleinen Gässchen und das malerische Seeufer. Im Sommerhalbjahr gilt dort ein striktes Alkoholverbot. Auf Straßen, Plätzen und in Parks dürfen keine alkoholischen Getränke konsumiert werden. Händler dürfen Bier, Aperol Spritz und Co nicht zum Mitnehmen verkaufen.

Wer gegen die Regelung verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert Bußgelder zwischen 25 und 500 Euro. Aus der Gemeinde heißt es, dass durch die Maßnahme gegen eine Vermüllung mit zurückgelassenen Flaschen und Dosen vorgegangen werden soll. Zudem habe es Probleme mit größeren Gruppen von alkoholisierten Touristen gegeben.

Regeln für den Italien-Urlaub: Diese Fehltritte können teuer werden

Die falschen Schuhe in Cinque Terre oder ein Selfie machen

Cinque Terre sind, wie der Name schon so schön sagt, fünf kleine Dörfer. Sie liegen an der Westküste Italiens. Zwischen den Dörfern verlaufen Wanderwege. Sie sind unterschiedlich lang und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden angegeben. Eines aber ist den Wegen gemein: Das Begehen in Flip Flops ist nicht erlaubt.

Auf der offiziellen Webseite heißt es, Besucher sollten mindestens Sneaker, besser aber noch Trekkingschuhe tragen. Wer mit ungeeignetem Schuhwerk erwischt wird, muss italienischen Medien zufolge mit einem Bußgeld zwischen 50 und 2500 Euro rechnen. Hintergrund der Maßnahme sind Unfälle, die aufgrund von ungeeigneten Schuhen passierten. Diese sollen vermieden werden.

Vernazza ist eine der Ortschaften im Cinque Terre. Auf den Klippenpfaden dort oder wenn die See rau ist, ein Selfie aufzunehmen, ist allerdings seit einiger Zeit verboten und wird ebenfalls mit einem Bußgeld geahndet. Immer wieder war es zuvor bei dem Versuch, die spektakulärste Aufnahme zu machen, zu Unfällen gekommen.

Baden in der Blauen Grotte

Von der Insel Capri aus kann man Bootstouren zur berühmten Blauen Grotte unternehmen. Das Wasser in der Höhle schimmert in einem besonderen Blauton. Diesem Phänomen verdankt die Grotte ihren Namen. Schwimmen ist in der Grotte allerdings schon lang streng verboten und wird mit einem Bußgeld geahndet - das gilt auch für Promis.

Model Heidi Klum und ihr Mann Tom Kaulitz sollen anlässlich ihrer Hochzeit 2019 auf Capri den Sprung ins Wasser der Grotte gewagt haben. Medienberichten zufolge drohte den Frischverheirateten ein Bußgeld in Höhe von 6000 Euro.

Mit falschem Kennzeichen und am falschen Tag an der Amalfi-Küste entlang fahren

Die sogenannte Amalfitana führt kurvenreich und auch ziemlich eng an der malerischen Küstenlinie in Italien entlang. Der 50 Kilometer lange Abschnitt zwischen Vietri sul Mare und Positano bietet spektakuläre Ausblicke über die steilabfallende Küste. Die Straße ist beliebt und so kam es immer wieder zum Verkehrschaos.

Um das zu entzerren, gibt es eine Regulierung des Verkehrs. Ab Ende März gilt an vielen Tagen folgende Regel: An geraden Tagen dürfen Autos mit geraden Endziffern beim Kfz-Kennzeichen nicht fahren. An ungeraden Tagen dürfen Autos mit ungeraden Endziffern beim Kfz-Kennzeichen nicht fahren. Die Regeln gelten auch für ausländische Kfz. Ausgenommen sind hingegen Reisende, die in einem der Orte an der Amalfi-Küste ein Hotel gebucht haben. Sie sind an den Tagen der An- und Abreise nicht von den Regeln betroffen. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss laut ADAC mit Geldbußen rechnen.

Für Wohnmobile und Wohnwägen gilt ein ganzjähriges Fahrverbot in beiden Richtungen von 6.30 bis 24 Uhr auf der Amalfitana. Bei Verstößen werden laut ADAC mindestens 100 Euro Bußgeld fällig.