Sirmione - Enge Gassen, volle Straßen: Am Gardasee wird der Touristenansturm zum Problem. Ein beliebter Ort reagiert jetzt mit Sperren und neuen Regeln pünktlich zu Ostern.

Enge Gassen, oft kaum kein Durchkommen und immer wieder Verkehrschaos: Im beliebten Urlaubsort Sirmione am Gardasee wird der Besucheransturm zunehmend zum Problem.

An Spitzentagen drängen sich hier bis zu 70.000 Menschen auf die schmale Halbinsel - deutlich mehr, als der historische Ort im Süden des Lagos verkraften kann. Jetzt zieht die Gemeinde Konsequenzen und verschärft pünktlich vor Ostern die Regeln für Besucher, wie die GardaPost berichtet.

Gardasee Hotspot Sirmione: Altstadt ab Ostern zeitweise gesperrt

Die Altstadt des Italo-Juwels ist schon länger für den Verkehr eingeschränkt - bislang galt dort eine sogenannte „Zona a traffico limitato“ (ZTL), also eine Zufahrtsbeschränkung für Autos. Jetzt gehen die Behörden aber noch einen Schritt weiter: Zu bestimmten Zeiten sollen Fahrzeuge künftig komplett draußen bleiben. Einen entsprechenden Plan hat die Gemeinde Sirmione am 6. März beschlossen.

Am Karsamstag, 4. April 2026, greifen die Maßnahmen erstmals, auch an den folgenden Osterfeiertagen, wie der ADAC betont. Vor allem an Wochenenden und Feiertagen, also genau dann, wenn die meisten Tagesgäste kommen, dürfen zwischen dem Nachmittag und dem frühen Abend keine Fahrzeuge mehr ins Zentrum fahren.

Der Grund ist klar: In der Vergangenheit kam es immer wieder zu massiven Staus, teilweise so schlimm, dass selbst Rettungskräfte Probleme hatten, durchzukommen. Ziel sei es also laut Gemeinde, die Besucherströme besser zu lenken und die Sicherheit vor Ort zu erhöhen, so die GardaPost.

Urlauber müssen sich deshalb auf Änderungen einstellen. Wer mit dem Auto anreist, wird künftig häufiger außerhalb parken müssen. Entlang der Zufahrtsstraße stehen dafür zahlreiche gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Von dort aus geht es dann mit Shuttlebussen oder zu Fuß weiter in Richtung Altstadt.

Aerial view of Sirmione Castle on Lake Garda, Ital
Sirmione liegt auf einer schmalen Halbinsel, die weit in den Gardasee hineinragt. Das Wahrzeichen ist die mittelalterliche Wasserburg, das Castello Scaligero, direkt am Eingang zur Altstadt. © via imago-images.de/IMAGO/Wirestock

Gardasee-Juwel setzt auf weitere Regeln für Besucher

Neben der Sperrung setzt der Ort auf zusätzliche Maßnahmen, um den Andrang besser zu steuern. Reisebusse dürfen nur noch mit vorher gebuchten Parkplätzen anfahren, während Besucher gezielt über Shuttleverbindungen in die Altstadt gebracht werden sollen.

Auch Hotels stellen sich um und setzen verstärkt auf kleinere Fahrzeuge also zum Beispiel Golfcars, um ihre Gäste flexibler zu bewegen. Gleichzeitig will die Gemeinde mehr Personal einsetzen, das vor Ort den Besucherstrom lenkt und eingreift, wenn es zu voll wird.

Kampf gegen den Besucheransturm - Projekt „Sirmione 2030“

Die aktuellen Maßnahmen sind Teil eines größeren Plans: Mit dem Projekt „Sirmione 2030“ will die Gemeinde den Tourismus künftig gezielter steuern. Grundlage dafür sind erstmals umfangreiche Daten, die genau zeigen, wann und wo sich besonders viele Besucher im Ort aufhalten, wie das Portal Reisereporter berichtet.

Bürgermeisterin Luisa Lavelli machte deutlich, dass der Tourismus dadurch nicht eingeschränkt werden, sondern besser organisiert und vor allem sicherer werden solle. Der neue Ansatz soll in den kommenden Jahren dann weiter angepasst und ausgebaut werden.