
Nochmal herrscht Hochspannung in vielen bayerischen Gemeinden, Städten und Landkreisen: Wer setzt sich in den Stichwahlen zur Kommunalwahl durch? Wie eng werden die Rennen? Gibt es wieder Überraschungen wie beim ersten Wahlgang?
Nur noch wenige Tage, dann fällt in vielen bayerischen Städten und Landkreisen die endgültige Entscheidung. Nur wenige Kandidaten erreichten im ersten Anlauf die nötige absolute Mehrheit. In 17 der 22 kreisfreien Städte Bayerns fällt die Entscheidung deshalb erst im zweiten Wahlgang am 22. März 2026, dazu kommen Stichwahlen in 29 Landkreisen. Gerade weil bei den Kommunalwahlen Persönlichkeiten und lokale Themen eine große Rolle spielen, kann sich das Kräfteverhältnis in der Stichwahl noch einmal deutlich verschieben.
Stichwahlen in Bayern: Auch Nürnberg und Erlangen im Rampenlicht
Im Rampenlicht steht dabei auch Nürnberg, hier kommt es zur Stichwahl zwischen Amtsinhaber Marcus König (CSU) und dem SPD-Herausforderer Nasser Ahmed. Für König war das Ergebnis des ersten Wahlgangs durchaus positiv: Er konnte am Wahlabend 46 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der SPD-Kandidat schaffte es im ersten Durchgang auf 26,5 Prozent der Stimmen und konnte gerade bei der jüngeren Zielgruppe punkten, wie die Stadt in ihrem Nachtheft zur Wahl veröffentlichte. Hier noch einmal die Details.
Auch in Erlangen ist der Ausgang offen. Dort landete Amtsinhaber Florian Janik (SPD) im ersten Wahlgang überraschend nur auf Platz zwei. Vor ihm liegt CSU-Kandidat Jörg Volleth, der mit rund 35,8 Prozent der Stimmen in die Stichwahl geht. Janik kam auf etwa 29 Prozent.
Ein knappes Rennen lieferten sich am Wahlabend in Bamberg die Kandiderenden der CSU, der SPD und der Grünen. Am Ende musste sich Ex-CSU-Gesundheitsministerin Melanie Huml ihren beiden Kontrahenten aber geschlagen geben. Am 22. März in der Stichwahl werden sich Jonas Glüsenkamp (Grüne) und Sebastian Niedermaier (SPD) gegenüberstehen. In anderen fränkischen Städten wie Bayreuth oder Hof richten sich ebenfalls viele Blicke auf mögliche Machtwechsel. Wo es in der Region spannend wird, haben wir hier noch einmal kompakt zusammengefasst.
Spannung auch München: Ausgang in vielen Großstädten Bayerns offen
Insgesamt bleibt es vor allem in vielen großen Städten Bayerns spannend. Besonders im Blick steht München. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) muss erneut in die Stichwahl - diesmal gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause. Reiter kam im ersten Wahlgang auf 35,6 Prozent, Krause auf 29,5 Prozent. Der SPD-Politiker war zuletzt wegen nicht vom Stadtrat genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern in die Kritik geraten. Negative Schlagzeilen brachte ihm zudem ein, dass er in einer Stadtrats-Sitzung das N-Wort gebrauchte. Für beide Vorfälle hat sich Reiter entschuldigt, einige Wähler dürften ihn dennoch abgestraft haben. Beobachter erwarten dennoch ein knappes Rennen, wie die Deutsche Presse-Agentur vermeldet.
Auch in Augsburg, Passau und Regensburg entscheiden die Wählerinnen und Wähler erst in der Stichwahl, wer künftig das Rathaus führt.
Kurioses zur Wahl: Gemeinde in Franken muss komplett neu wählen
Neben spannenden Rennen sorgen auch eher ungewöhnliche Geschichten in Franken für Gesprächsstoff: So steht das oberfränkische Hiltpoltstein im Landkreis Forchheim nach der Wahl zunächst ohne neuen Bürgermeister da. Einer der beiden Kandidaten erklärte, nicht zur Stichwahl antreten zu wollen. Stattdessen muss die Gemeinde nun komplett neu wählen.
Ein kurioser Fall kommt auch aus Thüngersheim in Unterfranken. Dort wurde der Kandidat der Freien Wähler, Florian Geiger, zum Bürgermeister gewählt, doch wenige Tage später erklärte er, das Amt doch nicht antreten zu wollen. Aus persönlichen und beruflichen Gründen sehe er sich aktuell nicht in der Lage, die Pflichten des Amtes zu erfüllen, schrieb Geiger in den sozialen Medien. Er wolle diesen Schritt frühzeitig gehen, um der Gemeinde Planungssicherheit zu geben.
Wie läuft die Stichwahl ab? Das müssen Wählerinnen und Wähler wissen
Für die Stichwahl am 22. März gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie beim ersten Wahlgang. Wahlberechtigt sind alle Bürgerinnen und Bürger, die bereits am 8. März ihre Stimme abgeben durften.
Gewählt wird mit nur einer Stimme und immer persönlich - eine Vertretung ist nicht möglich. Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr findet, muss sich allerdings keine Sorgen machen und kann trotzdem ins Wahllokal gehen: Entscheidend ist der Eintrag im Wählerverzeichnis, ein Personalausweis reicht als Nachweis.
Viele nutzen auch wieder die Briefwahl. Wer diese bereits vorsorglich beantragt hat, bekommt die Unterlagen automatisch zugeschickt. In Nürnberg gilt außerdem: Wer die Unterlagen diesmal per Post erhalten möchte, sollte den Antrag spätestens bis Dienstag, 17. März, stellen, sonst kann die rechtzeitige Zustellung nicht garantiert werden. Wer seine Briefwahlunterlagen am Mittwoch, 18. März noch nicht erhalten hat, soll sich umgehend an das Wahlamt wenden.



