Nürnberg - Die OB-Wahl in Nürnberg geht in die Stichwahl. Amtsinhaber Marcus König führt deutlich - doch bei bestimmten Wählergruppen und Bezirken dominiert Herausforderer Nasser Ahmed. Ein Blick auf die Zahlen.

Die Entscheidung über Nürnbergs nächstes Stadtoberhaupt ist vertagt. Amtsinhaber Marcus König (CSU) und SPD-Herausforderer Nasser Ahmed müssen am 22. März in die Stichwahl. Im ersten Wahlgang lag König mit 46,0 Prozent klar vorne, Ahmed erreichte 26,5 Prozent.

Damit startet der CSU-Politiker mit einem deutlichen Vorsprung in die zweite Runde. Doch die Zahlen zeigen auch: In bestimmten Wählergruppen und einzelnen Stadtteilen konnte Ahmed den aktuellen Oberbürgermeister schlagen, wie die Stadt Nürnberg nun in ihrem Nachtheft zur Wahl veröffentlichte.

König legt deutlich zu - SPD verliert Stimmen

Für König ist das Ergebnis zunächst ein Erfolg. Im Vergleich zur Kommunalwahl 2020 konnte der Amtsinhaber deutlich zulegen. Damals hatte er im ersten Wahlgang rund 9,5 Prozentpunkte weniger Stimmen erhalten.

Ganz anders sieht die Entwicklung bei der SPD aus. Ihr damaliger Kandidat Thorsten Brehm kam 2020 im ersten Wahlgang noch auf 34,9 Prozent - also 8,4 Prozentpunkte mehr als Ahmed jetzt erreicht hat.

Die Sozialdemokraten haben damit deutlich an Zustimmung verloren, obwohl sie erneut in die Stichwahl einziehen.

Bei jungen Wählern und Wählerinnen liegt Ahmed vorne

Die Auswertung nach Altersgruppen zeigt allerdings: Bei jüngeren Wählern konnte Ahmed punkten. Sowohl bei den 18- bis 25-Jährigen als auch bei den 25- bis 35-Jährigen lag der SPD-Kandidat vor König.

Besonders deutlich wird der Unterschied bei jungen Frauen. In der Gruppe der 18- bis 25-jährigen Wählerinnen holte Ahmed 46,1 Prozent der Stimmen - und damit fast 27 Prozentpunkte mehr als König, der hier auf 19,2 Prozent kam.

Damit schnitt Ahmed bei jungen Frauen sogar besser ab als sein SPD-Vorgänger Brehm. Der hatte 2020 in dieser Altersgruppe 28 Prozent erreicht. Damals gingen die meisten Stimmen junger Frauen allerdings an die Grünen-Kandidatin Verena Osgyan.

Bei der aktuellen Wahl landete die Grünen-Kandidatin Britta Walthelm bei jungen Frauen aber nur auf Platz vier - hinter Ahmed, König und Linken-Kandidat Titus Schüller.

Ahmed gewinnt nur sechs Bezirke bei Nürnberger OB-Wahl

Auch geografisch zeigt sich ein klares Bild: In den meisten Nürnberger Stimmbezirken lag der Amtsinhaber König vorne. Ahmed konnte sich nur in sechs der 97 Bezirke durchsetzen. Die besten Ergebnisse erzielte der SPD-Kandidat in Gostenhof mit 38,2 Prozent, Guntherstraße mit 37,0 Prozent und Galgenhof mit 36,6 Prozent, heißt es im Nachtheft der Stadt.

Marcus König (CSU) konnte seine drei besten Ergebnisse mit jeweils über 60 Prozent erneut in den Außenstadtbezirken erzielen: In Buch/Almoshof/Flughafen (67,1 Prozent), Brunn (62,8 Prozent) und Neunhof/Boxdorf (62,8 Prozent).

Problem für die Nürnberger SPD: Schwäche in eigenen Hochburgen

Besonders brisant für die SPD ist eine andere Erkenntnis aus der Wahlanalyse der Stadt. Sie hat untersucht, wie die Parteien in ihren traditionellen Hochburgen abgeschnitten haben - also in Stimmbezirken, in denen sie bei früheren Wahlen besonders stark waren.

Für die SPD zählen dazu unter anderem Teile der Gartenstadt sowie Bereiche im nördlichen St. Johannis. Doch ausgerechnet dort gelang es Ahmed nicht, den Amtsinhaber zu schlagen oder auch nur auf Augenhöhe zu kommen. Im Gegenteil: Die CSU konnte gerade in diesen SPD-Hochburgen besonders stark zulegen, während Ahmed dort besonders viele Stimmen verlor.