Nürnberg/Erlangen - In vielen Kommunen in Bayern in die Kommunalwahl noch nicht vorbei. Weil keiner der Kandidierenden mehr als 50 Prozent der Stimmen erlangte, finden vielerorts in zwei Wochen Stichwahlen statt. Wo es spannend bleibt.

Am 8. März hatten die Menschen in Bayern die Qual der Wahl. Auf kommunaler Ebene wurde gewählt, das heißt Oberbürgermeister, Bürgermeisterinnen und Landräte wurden neu bestimmt oder im Amt bestätigt. Doch nicht überall gab es am Wahlabend eine fixe Entscheidung.

Um als Oberbürgermeister, Bürgermeisterin oder Landrat im ersten Wahlgang gewählt zu werden, muss ein Kandidat oder eine Kandidatin mindestens 50 Prozent der Stimmen auch sich vereinen. Gerade weil in vielen Kommunen viele Kandidierende zur Wahl standen, war es schwierig, direkt im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit zu erreichen.

Gibt es also keinen Kandidaten beziehungsweise keine Kandidatin mit einer absoluten Mehrheit, findet zwei Wochen nach dem ersten Durchgang, also am 22. März, eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten statt. Hier haben wir eine Übersicht zusammengestellt, wo das in der Region der Fall sein wird.

Wer wird Oberbürgermeister in Nürnberg? König und Ahmed gehen in die Stichwahl

Amtsinhaber Marcus König (CSU) kann am Wahlabend 46 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Für eine absolute Mehrheit reicht das nicht, also sind die Nürnberger und Nürnbergerinnen am 22. März erneut aufgerufen an die Wahlurnen zu treten. Auf dem Wahlzettel wird dann neben König der Name von Nasser Ahmed stehen. Der SPD-Kandidat schaffte es im ersten Durchgang auf 26,5 Prozent der Stimmen.

Duell in Ansbach: Amtierender OB Deffner muss in Stichwahl

In Ansbach konnte der amtierende Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) seinen Amtsbonus ausnutzen und führt die Ergebnisliste mit 38,2 Prozent an. Für einen Sieg in der ersten Runde reicht das aber nicht. Im Kampf um das Amt des Ansbacher Oberbürgermeisters kommt es also zu einer Stichwahl. Herausgefordert wird Deffner von Hans-Jürgen Eff (die Ansbacher). Im ersten Wahlgang sicherte sich Eff 14,3 Prozent der Stimmen.

Stichwahl wird Entscheidung über Stadtoberhaupt in Regensburg bringen

Dass es in Regensburg einen Wechsel an der Stadtspitze geben würde, war unstrittig. Die Amtsinhaberin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) stand nicht erneut zur Wahl. Wer ihre Nachfolge übernehmen wird, wird sich in einer Stichwahl entscheiden. Astrid Freudenstein (CSU) konnte 37,5 Prozent der Stimmen sammeln. In der Stichwahl geht es für sie gegen Thomas Burger (SPD). Er kam am 8. März auf 19,1 Prozent der Stimmen und lieferte sich ein haarscharfes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Helene Siegloch (Grüne). Sie kam am Ende auf 18,9 Prozent der Stimmen.

Wer wird der nächste Oberbürgermeister von Erlangen? Eine Stichwahl muss entscheiden

Anders als in Ansbach und Nürnberg gelang es dem Erlanger Amtsinhaber, Florian Janik (SPD), nicht, seinen Amtsbonus zu nutzen. Er landete nach Auszählung aller Ergebnisse mit 29 Prozent der Stimmen auf Platz zwei und muss sich in einer Stichwahl seinem CSU-Kontrahenten Jörg Volleth stellen. Volleth wiederum konnte sich am 8. März 35,8 Prozent der Stimmen sichern.

Neues Stadtoberhaupt in Bamberg: Ex-Gesundheitsministerin scheitert - Grüne und SPD in der Stichwahl

Ein knappes Rennen lieferten sich am Wahlabend in Bamberg die Kandiderenden der CSU, der SPD und der Grünen. Am Ende musste sich Ex-CSU-Gesundheitsministerin Melanie Huml ihren beiden Kontrahenten aber geschlagen geben. Am 22. März in der Stichwahl werden sich Jonas Glüsenkamp (Grüne) und Sebastian Niedermaier (SPD) gegenüberstehen. Glüsenkamp, derzeit zweiter Bürgermeister in Bamberg, sicherte sich im ersten Wahlgang 30,3 Prozent der Stimmen und damit Platz 1. Niedermaier bekam 29 Prozent der Stimmen und landete auf Platz 2.

Wer wird der neue OB in Bayreuth? Amtsinhaber und zweiter Bürgermeister treffen in Stichwahl aufeinander

Die meisten Stimmen am 8. März bei der OB-Wahl in Bayreuth sicherte sich der zweite Bürgermeister Andreas Zippel (SPD). 34,9 Prozent der Bayreutherinnen und Bayreuther stimmten für ihn. Auf Platz 2 folgt OB-Amtsinhaber Thomas Ebersberger (CSU) mit 28,2 Prozent der Stimmen. Wer von den beiden Herren das Rennen machen wird, entscheidet sich am 22. März in einer Stichwahl.

Neuer OB in Schweinfurt gesucht - Entscheidung fällt in Stichwahl

Auch in Schweinfurt steht der Amtsinhaber nicht zur Wiederwahl, klar ist also: Ein Nachfolger muss her. Die Entscheidung darüber wird in einer Stichwahl am 22. März fallen. Auf dem Wahlzettel werden die Namen von Ralf Hofmann (SPD) und Oliver Schulte (CSU) stehen. Hofmann erreichte im ersten Wahlgang 37,6 Prozent der Stimmen, Schulte bekam 23,4 Prozent der Stimmen.

Es bleibt spannend: Landratsposten in Ansbach wird in Stichwahl vergeben

Jürgen Ludwig, CSU-Politiker und amtierender Landrat im Kreis Ansbach, schafft es im ersten Wahlgang mit 29,1 Prozent der Stimmen nur auf Platz zwei. Deutlich mehr Stimmen konnte Marco Meier (Freie Wähler) einsammeln. Er kommt auf 41,9 Prozent. Zur absoluten Mehrheit reichte auch das nicht, weswegen sich die beiden Männer in einer Stichwahl am 22. März gegenüber stehen werden.

Kommunalwahl 2026 im Landkreis Würzburg: Alt-Landrat Eberth muss in die Stichwahl

Der amtierende Landrat Thomas Eberth (CSU) wollte es im Landkreis Würzburg nochmal wissen. Tatsächlich bekam er im ersten Wahlgang mit 43,1 Prozent die meisten Stimmen. Um sein Amt zu behalten, muss er aber erst noch in einer Stichwahl bestehen. Herausgefordert wird er dann von Sven Winzenhörlein (Grüne), der im ersten Wahlgang 17,4 Prozent der Stimmen bekam.

Es bleibt spannend: In weiteren Kommunen entscheiden Stichwahlen über die politische Zukunft

In München kommt es zu einer Stichwahl zwischen dem amtierenden OB Dieter Reiter (SPD) und Dominik Krause von den Grünen. Vor sechs Jahren hatte Reiter im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent geholt. Nun erreichte er nach dem vorläufigen Ergebnis nur noch 35,6 Prozent. Krause sicherte sich 29,5 Prozent der Stimmen.

In Augsburg muss Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund. Weber kam im ersten Wahlgang auf 34,0 Prozent der Stimmen, Freund lag mit 19,9 Prozent auf dem zweiten Platz.

In Forchheim wird der Chefposten im Rathaus ebenfalls in einer Stichwahl entschieden. Auf dem Wahlzettel am 22. März werden Martina Hebendanz (CSU) und Uwe Kirschstein (SPD) stehen. Im ersten Wahlgang erreichte Hebendanz 33,2 Prozent der Stimmen, Amtsinhaber Kirschstein kam auf 28,6 Prozent der Stimmen.