
Nur wenige Tage nach den Kommunalwahlen will ein Bürgermeister in Unterfranken sein Amt nicht antreten. Aus persönlichen und beruflichen Gründen sehe er sich aktuell nicht in der Lage, die Pflichten des Amtes mit dem notwendigen Einsatz zu erfüllen, schreibt der Gewählte Florian Geiger bei Instagram. Er gehe diesen Schritt jetzt, um der Gemeinde Planungssicherheit zu geben.
„Diese Entscheidung ist mir außerordentlich schwergefallen. Doch aus persönlichen und beruflichen Gründen sehe ich mich aktuell nicht in der Lage, die Pflichten dieses verantwortungsvollen Amtes mit der gebotenen Konsequenz und dem notwendigen Einsatz zu erfüllen“, erklärte Geiger auf Instagram. Zu den genauen Gründen hat sich Geiger bisher nicht geäußert.
Partei wünscht Rücktritt auch als Gemeinderat
Unter seinen Wählern führt die Entscheidung zu Unmut. Vor allem sein Wahlspruch „Ich höre zu. Ich packe an. Ich bringe voran.“ wird häufiger zitiert. „Dieser Spruch darf im nachhinein als Farce betrachtet werden um es vorsichtig auszudrücken“, kommentiert jemand bei Instagram. Andere haben mehr Verständnis: „Dies ist wirklich ein durchaus ungewöhnlicher Schritt, den es aber auch zu respektieren gilt“, schreibt ein anderer Nutzer.
Auch für seine Partei und den aktuellen Bürgermeister kam die Entscheidung offenbar unerwartet. „Ich war völlig überrascht, als ich in der vergangenen Nacht informiert wurde. Ich konnte noch nicht mit ihm sprechen“, sagt der scheidende Bürgermeister Michael Röhm gegenüber dem „Bayerischen Rundfunk“. An seinem eigenem Mandat das am 30. April 2026 endet, ändert sich nun nichts, erklärt er weiter.
„Wir sind maßlos enttäuscht und zugleich fassungslos über diese Entwicklung und distanzieren uns davon – besonders im Hinblick auf das Vertrauen, das viele von euch ihm bei der Wahl entgegengebracht haben“, schreiben die Freien Wähler Thüngersheim ebenfalls bei Instagram. Daher würden sie sich wünschen, dass Geiger auch vom Amt als Gemeinderat zurücktritt.
Bei Wahl gegen Grüne und CSU durchgesetzt
Bei der Wahl am Sonntag hatte Geiger knapp 52 Prozent der Stimmen erhalten und damit die Kandidatinnen von CSU und Grünen überholt. Der vorherige Thüngersheimer Bürgermeister war aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl angetreten.