Nürnberg - Es gibt klassische Weihnachtsbücher - doch auch andere Titel passen perfekt in die „stade Zeit“.

„‘Stirb Langsam‘ ist kein Weihnachtsfilm. Es ist ein gottverdammter Bruce Willis-Film!“ Das waren die Worte des Hauptdarstellers Bruce Willis. Wenn er damit die anhaltende Debatte um den Status des Actionklassikers, dessen Handlung komplett an Heiligabend spielt, beenden wollte, ist er kläglich gescheitert, diese Diskussion wird wohl niemals abgeschlossen sein.

Dabei ist „Stirb Langsam“ beileibe nicht der einzige Film, den viele an den Feiertagen über den Äther laufen lassen, obwohl er eigentlich nichts mit Weihnachten zu tun hat. Und der Bruce-Willis-Streifen hat mit seinem Setting an Heiligabend noch die beste Legitimation.

Gerade Fantasy-Filme werden gerne an den Feiertagen gesendet. So läuft „Die Rückkehr des Königs“, das große Finale der „Herr der Ringe“-Trilogie, an Heiligabend zur Hauptsendezeit im Free TV. Auch Filme aus der Harry Potter-Reihe sind an den Feiertagen gerne gesehen.

Wer nicht immer nur in die Röhre gucken will, kann in den Weihnachtsferien natürlich wie immer auch zu Büchern greifen. Viele haben nicht nur an den Feiertagen frei, da bleibt viel Zeit zum Lesen. Wir haben drei Fantasy-Titel ausgesucht, mit denen Sie in dieser gemütlichen Zeit in fremde Welten eintauchen können. Denn auch wenn „Der Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ absolute Klassiker sind, braucht es hin und wieder auch einmal eine neue Buchempfehlung.

„Die Legende von Isaak“ von Ken Scholes

Diese Fantasy-Trilogie hat alles, was es für ein episches Abenteuer braucht. Skurrile Charaktere, die aus verschiedenen Kulturen stammen und kooperieren müssen, eine dunkle Macht, deren bösen Plan man überhaupt noch herausfinden muss und nicht zuletzt eine epische, eigene Fantasy-Welt mit ganz eigenen Naturgesetzen, in der es Magie gibt, seltsame Religionen und ungewöhnliche Wesen.

Während es in den meisten Epen darum geht, die große Katastrophe abzuwenden, steht im ersten Band der Reihe, „Sündenfall“, das Unglück am Anfang der Geschichte. Windwirr, die große Hauptstadt und Sitz des Androfranzinerordens, ist zerstört. Eine Unzahl an Mönchen war die letzten Jahrhunderte damit beschäftigt, altes Wissen zu sammeln - das jetzt wieder völlig verloren ist. Denn die Stadt wurde nicht etwa von Feinden überrannt oder war Opfer eines großen Feuers, sie liegt voll und ganz in Schutt und Asche. Die riesige Rauchsäule kündet die Katastrophe schon in weiter Entfernung an. Im Zentrum sitzt der einzige Überlebende von Windwirr: ein sprechender Metallmann, der Mechoservitor Nummer drei, später bekannt als Isaak.

„Sündenfall“

von Ken Scholes

„Secrets of Dublin: Verbotene Zauber“ von Kari Vanadis

Die „Pot of Gold“-Reihe nahm mit „Secrets of Dublin: Verbotene Zauber“ ihren Anfang. Pot of Gold ist dabei der Name der Antiquitätenhandlung/Pfandleihe, in der Leslie Delweood arbeitet. Die etwas mürrische und sarkastische Leslie hat zwar wenig Freude daran, sich mit lästigen Kunden herumzuschlagen, dafür aber eine Begabung dafür, Magie zu entdecken, und eine Leidenschaft für magische Artefakte.

Zum Beispiel für dieses Ouija-Board. Solche Bretter sind dafür bekannt, eine Möglichkeit zur Kommunikation mit Geistern zu bieten. Entgegen aller Warnungen öffnet Leslie schließlich das Board, und zu ihrer Überraschung verwandelt es sich. In einen nervigen Teenager. Oder einen Dämon. Oder einem Dämon, der einem nervigen Teenager verdammt ähnlich ist.

Was Leslie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Der Vorbesitzer des Ouija-Boards ist ermordet worden. Dieser Umstand ruft den Privatdetektiv Victor auf den Plan, der Leslie dazu erpresst, mit ihr zusammenzuarbeiten. Denn sonst könnte Leslie das gleiche Schicksal ereilen, wie den letzten Besitzer des Brettes. Außerdem kennt Victor ein Geheimnis über Leslie, das nicht nur ihr zum Verhängnis werden könnte.

Jetzt gilt es, gegen den Geist eines Werwolfs und einen satanischen Kult zu bestehen. Und sich dabei nicht von diesem Gefühlschaos ablenken zu lassen.

„Secrets of Dublin: Verbotene Zauber“

von Kari Vanadis

„Qwert“ von Walter Moers

Einmal mehr begeistert der Schöpfer von Käpt’n Blaubär mit einer absurd-kreativen Fantasygeschichte und eigenen Illustrationen. Bereits in „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ begegnen wir Qwert Zuiopü, dem Gallertprinzen aus der 2364. Dimension. Diesmal ist er wieder in ein Dimensionsloch gefallen, und findet sich im Körper des tollkühnen Ritters Prinz Kaltbluth auf dem Kontinent Orméa wieder.

Und wie es sich für einen Ritter gehört, muss Prinz Kaltbluth alias Qwert nun einige Aventuiren bestehen. Es entspinnt sich eine aberwitzige Reise aus Abenteuern, Spannung, Ritterromantik und völlig absurdem Humor.

Noch mehr über das neue Buch von Walter Moers lesen Sie in unserer Einzelkritik:

„Qwert“: Ein Gallertprinz auf Dimensionsreise - Das neue Buch von Walter Moers

„Qwert“

von Walter Moers

Noch mehr Fantasy für die Feiertage

Die Liste ließe sich beliebig weiter führen. Wie wäre es mit noch mehr Urban Fantasy, wie der „Flüsse von London“-Reihe von Ben Aaronovitch mit dem aktuell neuesten Titel „Die Meerjungfrauen von Aberdeen“? Oder der wundersamen Welt im Stand-Alone-Fantasy Roman „Piranesi“ Susanna Clarke? Die Möglichkeiten scheinen endlos, und nur eines ist wirklich sicher: Fantasy-Fans wird der Lesestoff so bald nicht ausgehen.