
Nicht umsonst wurde die Schweizer Autorin für ihr neuestes Buch mit der Auszeichnung „Roman des Jahres“ 2025, besser bekannt als „Deutscher Buchpreis“ ausgezeichnet. Denn „Die Holländerinnen“ ist ein Roman, der nicht nur mit seinem Inhalt, sondern auch mit seiner komplexen Sprache beeindruckt.
Wer sind „Die Höllanderinnen“?
Wir begleiten die Erzählerin auf eine Reise nach Panama, wo sie zwei Wochen an einem Theaterprojekt teilnimmt. Ein Theatermacher, der mit unkonventionellen Methoden arbeitet, leitet die Expedition. Die Gruppe befindet sich auf den Spuren von zwei Holländerinnen, die vor Jahren an genau dieser Stelle im Urwald verschollen sind.
Die Aufgabe unserer namenlosen Erzählerin ist es, zu dokumentieren. Obwohl auch ein Kameramann da ist, soll sie ihre Erfahrungen mitschreiben. Und so berichtet sie vom Erlebten, von der Stimmung in der Gruppe und vor allem von den Geschichten, die die Reisenden erzählen.
Diese Geschichten haben eines gemeinsam. Sie alle handeln von Furcht. Genauso wie der Regenwald eine Schwelle von der Zivilisation zum Urtümlichen, Natürlichen bildet, handeln auch die Geschichten von Grenzerfahrungen, die beinahe horrorartige Maße annehmen.
Vor allem die Nacht spielt eine große Rolle. Die Furcht, die im Dunkeln eine besondere Dimension gewinnt und am darauffolgenden Tag, im Hellen und Vertrauten, beinahe lächerlich wirkt. Nur um in der nächsten Nacht wieder bedingungslos real zu werden.
Was macht „Die Holländerinnen“ zum Roman des Jahres?
Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2025 wurde Dorothee Elmiger mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Doch was macht diesen Roman so besonders?
Es ist nicht nur der Inhalt. Eine herkömmliche True-Crime-Story hätte es wohl kaum in die engere Auswahl um den Deutschen Buchpreis geschafft. Doch „Die Holländerinnen“ ist eben keine herkömmliche True-Crime-Story.
Dorothee Elmiger bedient sich an Elementen verschiedener Genres. Heraus kommt etwas völlig Neues. Gleichzeitig True-Crime, Reisetagebuch und Ansammlung von Horror-Storys – all das bringt die Autorin in gerade einmal 160 Seiten unter. Das Ergebnis ist ein Roman, der sich nicht gerade einfach lesen lässt. Doch die Mühe lohnt sich.
„Die Holländerinnen“ - Buchkritik: Ein Roman wie ein Erlebnis
„Die Holländerinnen“ ist quasi ein Bericht. Ein Mitschnitt aus einer Poetikvorlesung. Dorothee Elmiger erzählt die Handlung aus der Sicht einer besuchenden Person dieser Vorlesung, die uns wiederum an der Geschichte der Dozentin teilhaben lässt.
Durch diese Filterung gewinnen wir eine gewisse Distanz zur Handlung. Das komplette Buch ist im Konjunktiv geschrieben, was die Lektüre nicht unbedingt einfacher macht, aber eben umso interessanter. Trotz dieser sprachlichen Technik, die eigentlich eine gewisse Skepsis zum Wahrheitsgehalt des Erzählten erzeugen könnte, verleiht sie der Geschichte doch eine zusätzliche Dramatik.
„Die Holländerinnen“ ist ein einzigartiger Roman. Wer hier ein angenehmes Schauern im Sinne von klassischen True-Crime-Stories oder sogar einen Wohlfühlroman erwartet, ist fehl am Platz. Der Horror, der das Alltägliche und das Ungewöhnliche zusammenbringt, und die Grenzerfahrungen, auf die uns die Erzählerin mitnimmt, gehen in die Tiefe und zeigen uns menschliche Urängste auf. Dieser Roman ist wirklich ein Erlebnis. Er ist unter anderem bei Amazon als Buch und Kindle-Boo k erhältlich.


