
Seit mittlerweile 14 Jahren ist der nächste Teil der „Game of Thrones“-Buchreihe überfällig. Kein Wunder, denn laut eigenen Angaben hat George R. R. Martin bereits über 1000 Seiten geschrieben, insgesamt werden es wohl 1500. Das ist schon eine Hausnummer, für die man auch zum Lesen einiges an Zeit brauchen wird.
Wen ein solcher Wälzer eher abschreckt, der ist hier an der richtigen Adresse. Denn es gibt auch wesentlich kürze Bücher, die mindestens genauso viel (wenn auch nicht quantitativ) Lesevergnügen bereiten. Ob Sie also einfach mehr Abwechslung und verschiedene Geschichten suchen, oder sich einfach nicht auf einen ellenlangen Roman einlassen wollen, in unserer Liste sollte etwas für Sie dabei sein.
„Frankie“ von Jochen Gutsch und Maxim Leo (192 Seiten)
Wir starten mit einem urkomischen und gleichzeitig tieftraurigen Roman. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass wir sie aus der Sicht von Frankie erfahren, einem sprechenden, halbwilden Kater. Frankie lernt seinen neuen Menschen kennen, Richard Gold. Gold, wie Frankie ihn nennt, ist schwer depressiv und suizidgefährdet, auch wenn Frankie das am Anfang der Geschichte nicht begreift.
Frankie erzählt seine Geschichte auf genau die Art und Weise, wie wir das von einem Kater erwarten würden. Ein gewisser Gleichmut gegenüber den Menschen, und dennoch einer großen Herzlichkeit. Katzeneltern dürften ihre Haustiere in der Geschichte wiederfinden, was für einige Lacher sorgt.
Durch die besondere Perspektive schafft es Jochen Gutsch, ein so schwieriges Thema wie Depression auf humoristische Weise zu bearbeiten, ohne dass es oberflächlich wird oder gar romantisiert.
Noch mehr über den Roman um den großartigen Kater Frankie lesen Sie in unserer Einzelkritik:
Ein ungleiches Paar und eine besondere Perspektive: „Frankie“ von Jochen Gutsch - Buchtipp
„Die Entdeckung der Currywurst“ von Uwe Timm (192 Seiten)
Unter dem Deckmantel der Suche nach der Entdeckung der Currywurst erzählt Lena Brücker unserem Ich-Erzähler eine bedeutende Episode aus ihrem Leben. Darin geht es um ihren einzigen Aufstand gegen das Nazi-Regime. Sie selbst gibt zu, viel falsch gemacht zu haben, doch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs versteckte sie den Soldaten Hermann Bremer in ihrer Wohnung und bewahrte ihn damit vor dem sicheren Tod an der Front.
Es ist eine Geschichte aus dem Leben einer Frau, das auf anschauliche Art zeigt, dass wirklich jeder Mensch ein bewegtes Leben führt. Hinter jedem Menschen, dem wir auf der Straße begegnen, steckt ein Leben, das genauso kompliziert und verschachtelt ist, wie unser eigenes, ein unglaubliches Konstrukt an Geschichten. Und am Ende entdeckt Lena Brücker auch noch die Currywurst.
Weitere Informationen über diesen besonderen Roman und was er mit der Sitcom „How I Met Your Mother“ zu tun hat, finden Sie in unserem Beitrag:
„Die Entdeckung der Currywurst“ von Uwe Timm - Buchtipps unter 200 Seiten
„Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald (176 Seiten)
Auch der „große amerikanische Roman“ fällt in die Kategorie „Bücher unter 200 Seiten“. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht des angehenden Börsenmaklers Nick Carraway, der mehr durch Zufall ein Häuschen in einer Gegend ergattert, in der sonst die Reichen und Schönen leben. Sein direkter Nachbar ist ein Mann namens Jay Gatsby, der regelmäßig rauschende Feste in seinem korpulenten Anwesen veranstaltet.
Im Laufe der Geschichte findet Nick heraus, dass sein neuer Nachbar ein Romantiker ist, der seine Partys nur feiert, um eine einzelne Frau zu beeindrucken. Seit Jahren ist er verliebt in sie und hofft, sie durch die Partys wiederzusehen.
„Der große Gatsby“ ist ein Roman mit vielen Ebenen, die weit über eine einfache Liebesgeschichte hinausgehen. 2025 feiert das Buch sein 100-jähriges Jubiläum. Die passend dazu erscheinende Sonderausgabe umfasst insgesamt zwar 352 Seiten, doch das ist den umfangreichen Anhängen geschuldet. Der eigentliche Roman endet nach 176 Seiten.
Noch mehr Hintergrundwissen zu „Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald lesen Sie in unserer Einzelrezension:
100 Jahre „Der große Gatsby“: Ein großes Jubiläum für einen großen Roman
„Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ von Fiona Sironic (208 Seiten)
Zugegeben, dieser Roman hat eigentlich ein paar Seiten zu viel für diesen Artikel. Dennoch wollen wir hier eine Leseempfehlung aussprechen für dieses Buch, das so viel mehr ist als ein einfacher Coming-of-Age-Roman. Im Zentrum steht die 15-jährige Era, die ihre erste Beziehung erlebt.
Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten sein. Was dieses Buch mit den anderen Romanen unter 200 Seiten vereint, ist, dass so viel mehr Inhalt in ihnen steckt, als die begrenzte Seitenzahl eigentlich zulässt. Um mehr über diesen großartigen Roman zu erfahren, lesen Sie unsere Einzelkritik:
Dystopie und Realismus: Ein Blick in unsere nahe Zukunft - Buchtipp
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