Wirsberg - Das Posthotel Alexander Herrmann in Wirsberg bekommt ein neues Gesicht: Bis 2032 entsteht dort eine kulinarische Destination von internationalem Rang – mit Wirtshaus und exklusivem Fine-Dining-Format.

Sternekoch Alexander Herrmann denkt Fine Dining neu – und stellt sein Traditionshaus in Wirsberg daher von Grund auf frisch auf. Bis 2032 soll das Posthotel, das sich seit 1869 in Familienbesitz befindet, schrittweise zu einer kulinarischen Destination von internationalem Rang werden.

Dafür werden zunächst zwei neue Gastronomiekonzepte umgesetzt. Bereits am 30. November 2026 öffnet das bisherige Oma & Enkel als fränkisches Wirtshaus wieder seine Türen. Auf der Karte stehen dann Gerichte, die andernorts längst von den Speisekarten verschwunden sind – darunter Kalbskopf, Bries und Beuscherl. Die Karte gliedert sich in zwei Teile: auf der einen Seite die Urform der fränkischen Küche, auf der anderen Seite modernere Interpretationen.

Oma & Enkel war bislang ein Bistro im Posthotel – mit dem Konzept: „Heimatküche für Herz & Bauch“. Es gab Wohlfühlgerichte im Herrmann-Stil, angeboten à la carte sowie als Menü (3- bis 5-Gang-Tapasmenü, 64 bis 94 Euro). Unter dem Motto „Omas Rezepte neu interpretiert“ war es auf ein gemütliches, eher zugänglicheres Gegenstück zum Zwei-Sterne-Restaurant AURA ausgerichtet – also modern-interpretierte Hausmannskost, kein klassisches Wirtshaus. Der Schritt nun zum Wirtshaus bedeutet also: weg vom modernen Bistro-Stil, hin zu richtigen fränkischen Traditionsgerichten mit mehr Bodenhaftung und regionalem Tiefgang.

Exklusive Erlebnisabende im Aura von Alexander Herrmann

Wenige Monate später, am 5. Februar 2027, folgt der zweite große Schritt: Unter dem Namen „AURA unchained 172“ startet ein neues Fine-Dining-Format – limitiert auf genau 172 Abende bis zum 18. Dezember 2027. Die Idee dafür entstand aus dem Pop-up „ANIMA unchained“, das das Team in den vergangenen zwei Jahren viermal für jeweils zwei Wochen veranstaltet hatte, um abseits der gewohnten Abläufe eines Zwei-Sterne-Restaurants neue Formen des Fine Dining zu erproben. Zwischen dem 7. und dem 18. Oktober 2026 findet das Pop-up in dieser Form letztmalig statt.

Für das neue Konzept zieht das Future Lab ANIMA für knapp elf Monate ins Posthotel ein – ergänzt durch eine neue ANIMA Bar. Hinter den Kulissen des Posthotels arbeitet das Future Lab ANIMA als kulinarische Forschungswerkstatt. Food-Scout Joshi Osswald und Fermentationsexperte Christoph Vejdovsky verarbeiten dort die Erzeugnisse von knapp 100 regionalen Produzenten – mit Techniken wie Fermentation, Räuchern und Reifung. In der hauseigenen Schatzkammer lagern Zutaten im Wert von rund 345.000 Euro. Künftig stellt das Team auch eigene Wurstwaren her.

Der Abend beginnt mit einem Aperitif und ersten Kostproben im Future Lab, gefolgt vom Menü im Restaurant AURA. Den Abschluss bilden Dessert, Petits Fours und Cocktails in der neuen Bar. Der Preis liegt bei 385 Euro pro Person; eine Getränkebegleitung ist ab 140 Euro zubuchbar, ein Paket mit Übernachtung ab 495 Euro pro Person.

Die kulinarische Leitung beider Restaurants bleibt in den Händen von Küchenchef Tobias Bätz, der gemeinsam mit seinem 42-köpfigen Team für die Küche und die kulinarische Weiterentwicklung des Hauses verantwortlich ist.

Oberfranken als Reiseziel: Alexander Herrmann will mehr als nur ein Hotel

Alexander Herrmann selbst will sich künftig stärker auf die strategische Entwicklung des Hauses sowie auf die Vermarktung Oberfrankens als kulinarisches Reiseziel konzentrieren. „Je weiter wir gereist sind, desto klarer wurde uns, was wir hier in Franken haben. Unsere Heimat ist keine Grenze. Sie ist unsere größte Stärke, und auf ihr bauen wir die Zukunft dieses Hauses“, sagt der Franke. Neben dem Posthotel betreibt Herrmann in Nürnberg die Restaurants Fränk‘ness und Imperial.