
In der am Dienstag in Frankfurt am Main präsentierten neuen Ausgabe des Restaurantführers „Guide Michelin 2026“ sind bundesweit 339 herausragende Küchen geehrt worden. Zwölf Drei-Sterne-Restaurants (darunter ein neues), 48 Zwei-Sterne-Restaurants (darunter vier neue) und 279 Ein-Stern-Restaurants (darunter 20 neue) wurden bei der Verleihung gelobt und ausgezeichnet. Ein echter Hotspot bleibt dabei Bayern, der Freistaat allein beheimatet rund 80 dieser Top-Lokale.
Die Sterne gelten in der Food-Szene als das ultimative Gütesiegel für exzellente Küche. Ausschlaggebend für die Auszeichnung sind neben kompromissloser Qualität und Originalität vor allem das handwerkliche Know-how der Küchenteams. Eigenschaften, mit denen in den Augen der Testesser auch zahlreiche Restaurants direkt in unserer Region glänzen - Nürnberg hat sich längst zur Fine-Dining-Hochburg gemausert.
Übrigens, die ersten Sterne in Deutschland sind bereits im Jahr 1966, also vor 60 Jahren, vergeben worden: an genau 66 Restaurants.
Neu in den deutschlandweiten Drei-Sterne-Restaurants ist L.A. Jordan an der Deutschen Weinstraße in Deidesheim.
So hat Bayern bei der Michelin-Verleihung 2026 abgeschnitten
Auch in Bayern hat sich einiges getan. Einen absolut steilen Start hat Jens Madsen hingelegt, der seit 2025 für die Küche in The Cloud by Käfer in München verantwortlich zeichnet. Er hat 2026 nicht nur den Sonderpreis des Young Chef Awards abgesahnt, sondern ist aus dem Stand von null auf zwei Sterne aufgestiegen.
Auch in Eichstätt findet sich mit der Verleihung nun ein weiteres Sternerestaurant in Bayern: Das Staderer um Küchenchef Benjamin Schöneich wird mit seinem ersten Stern ausgezeichnet.
Die absoluten Aushängeschilder in Bayern haben ihre Höchstnote von drei Michelin-Sternen erfolgreich verteidigt. Dazu gehören das Restaurant JAN von Jan Hartwig in München sowie Edip Sigls Restaurant ES:SENZ in Grassau im Chiemgau.
Guide Michelin 2026: Das sind die Sterne-Restaurants in Nürnberg, Mittelfranken und der Oberpfalz
Eine große Überraschung wie vor inzwischen zwei Jahren gab es für Nürnberg und Nordbayern 2026 nicht: 2024 war das Restaurant wonka in der Johannisstraße 38 in Nürnberg nach mehr als 20 Jahren Betrieb mit einem Stern geehrt worden. Auch die Villa Mittermeier in Rothenburg ob der Tauber ist wieder seit 2024 Sterneträgerin, das war sie bereits von 2005 bis 2007 und 2009, sowie 2010. Auch der Winzerhof Stahl in Simmershofen und Le Frankenberg in Weigenheim im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim erhielten 2024 einen Stern von den Fachmagazin-Kritikern und haben diesen größtenteils bislang gehalten. Doch seit 2026 ist Le Frankenberg nicht mehr vertreten.
Guide Michelin ehrt erneut drei Zwei-Sterne-Restaurants in Nürnberg und Franken
Die absolute Höchstwertung von drei Sternen bleibt der Region zwar nach wie vor verwehrt, doch die Zwei-Sterne-Liga präsentiert sich mit fast schon stählerner Brust. Allen voran glänzt Nürnberg mit zwei kulinarischen Schwergewichten, die ihre Spitzenpositionen souverän verteidigen: Das etz rund um Küchenchef Felix B. Schneider sowie das legendäre Essigbrätlein von Andree Köthe und Yves Ollech behalten ihre zwei Sterne.
Ebenfalls wieder in der Top-Liga spielt das Aura by Alexander Herrmann & Tobias Bätz in Wirsberg. Der oberfränkische Ort gilt nicht nur als Heimat des bekannten TV-Kochs, sondern zieht als Schauplatz des eintrittsfreien Kulinarikfestivals „freakstotable“ auch einmal im Jahr die fränkische und bayerische Food-Szene an.
Nürnberg und die Region sind reich an hochklassiger Küche, 11 mittelfränkische Betriebe haben die Michelin-Wertung in diesem Jahr wieder eingekocht. Neben den Neueren in der Riege - seit 2024 Wonka, Winzerhof Stahl und der Villa Mittermeier - gab es wenig Veränderungen: Einzig Le Frankenberg in Weigenheim ist nicht mehr unter den Ein-Stern-Restaurants vertreten. Im Jahr 2025 wurde Koch & Kellner in Nürnberg der Stern aberkannt.
Mit einem Stern wurden das Soulfood in Auerbach, der Keidenzeller Hof in Langenzenn und in Nürnberg das Tisane, Veles, Entenstuben, ZweiSinn Meiers Fine Dining und Waidwerk erneut geehrt.
Die Michelin-Sterne 2026 für Franken und die Region in der Übersicht
Zwei Sterne leuchten ab sofort (weiterhin) über:
- Aura by Alexander Herrmann & Tobias Bätz, Wirsberg (Kreis Kulmbach, Oberfranken)
- Essigbrätlein, Nürnberg
- etz, Nürnberg
Ein Stern strahlt in Mittelfranken über den Herden und Töpfen von:
- Keidenzeller Hof, Langenzenn (Kreis Fürth)
- Mittermeier, Rothenburg/Tauber (Kreis Ansbach)
- Winzerhof Stahl, Simmershofen (Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim)
- wonka, Nürnberg
- Entenstuben, Nürnberg
- Tisane, Nürnberg
- Veles, Nürnberg
- Waidwerk, Nürnberg
- ZweiSinnMeiers, Nürnberg
Nicht mehr dabei:
- Le Frankenberg, Weigenheim (Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim)
In Unterfranken tragen folgende Restaurants (weiterhin) einen Stern:
- Laudensacks Gourmet Restaurant, Bad Kissingen
- Philipp, Sommerhausen
- Weinstock, Volkach
- Kuno 1408, Würzburg
- Seit 2025: MiZAR, Würzburg
In Oberfranken geht ein Stern wieder an den Gasthof Alex in Weißenbrunn (Kreis Kronach).
In der Oberpfalz ist die Dichte höher, hier geht erneut ein Stern an:
- Soulfood, Auerbach (Kreis Amberg-Sulzbach)
- Gourmetstube im im Gasthaus Hummel, Duggendorf (Kreis Regensburg)
- Cheval Blanc, Illschwang (Kreis Amberg-Sulzbach)
- Aska, Regensburg
- Roter Hahn by Maximilian Schmidt, Regensburg
- Storstad, Regensburg
- Seit 2025: Ontra‘s Gourmetstube, Regensburg
Neu in der Riege der Ein-Sterne-Restaurants ist ein weiterer Betrieb 2026 aus der näheren Region hinzugekommen: Das Staderer aus Eichstätt.
Neuerungen um die Michelin-Sterne-Verleihung - Aus für Grünen Stern
Von 2020 bis einschließlich 2025 wurde im Zuge der großen Verleihungsgala auch die Ehrung des Grünen Michelin-Sterns durchgeführt. Doch mit der Ausgabe 2026 ist die Auszeichnung für nachhaltige Gastronomie. Der Guide Michelin hat dieses Siegel für Betriebe vergeben, die kulinarische Exzellenz mit branchenführenden Umwelt- und Ethikstandards verbinden und vor allem auf regionale und saisonale Produkte setzen - das etz in Nürnberg erhielt diese Auszeichnung mehrfach, auch das Waidwerk wurde zuletzt mit einem Grünen Stern bedacht. Die Auszeichnung wurde jedoch vom Guide Michelin zurückgezogen und nicht weitergeführt. Branchenintern wurde vielfach kritisiert, dass sich diese Werte nur diffus fassen ließen. Auch der Terminus des Greenwashing wurde häufiger ins Feld geführt.
2025 freuten sich 80 Restaurants (14 neu) deutschlandweit darüber - drei mehr als im Vorjahr. Der Trend zu pflanzenbasierter Küche setzte sich fort, bei der Produktwahl kämen Regionalität und Saisonalität nach wie vor eine immense Bedeutung zu, sagte der internationale Direktor des Guide Michelin, Gwendal Poullennec 2025. „80 Grüne Sterne beweisen das eindrucksvoll.“
Aus Franken ist das Zwei-Sterne-Restaurant Aura by Alexander Herrmann und Tobias Bätz im vergangenen Jahr noch in die Riege der Grüne-Sterne-Träger gekommen, nachdem das Restaurant von konventionellen Produkten auf „100% fränkisch“ umgestellt worden war.
An diese Stelle tritt heuer erstmals der Preis „Mindful Voices“: : Anstatt lediglich Restaurants auszuzeichnen, rückt das Format gezielt wegweisende Persönlichkeiten – also Köchinnen, Hoteliers und Weinproduzentinnen – in den Fokus, die neue, inspirierende und verantwortungsvolle Wege in ihrer Branche gehen.