Nürnberg - Wo hört Thriller auf und wo fängt Horror an? Diese Frage stellt sich bei unserem Buchtipp für „Happy Weekend“ von Arno Strobel.

Krimis, Thriller und Horrorliteratur haben sie in verschiedenen Abstufungen: Spannung und Gefahr. Dass die Grenzen zwischen den Genres fließend sind, zeigt „Happy Weekend“ von Arno Strobel. Strobel ist für seine Thriller bekannt. In seiner „Mörderfinder“-Reihe ermittelt ein bekanntes Team, und auch seine „Ungelöst“-Reihe hält Leserinnen und Leser in Atem. Hinzukommen immer wieder Stand-Alone-Thriller wie „Welcome Home“, das im Juli 2025 erschien.

Doch mit „Happy Weekend“ hebt Arno Strobel das Spannungslevel deutlich an. Und es stellt sich die Frage, wo ein Buch aufhört, ein Psychothriller zu sein, und eher zum Horror-Genre zählt.

„Happy Weekend“ von Arno Strobel: Darum geht‘s in diesem Buchtipp

Eigentlich sollte es ein schönes Wochenende werden. Marcel wollte den Kurzurlaub mit seiner Freundin Katja in einem Haus am See genießen. Sogar einen Ring hatte er dabei. Doch die beiden sollten nie in diesem Haus ankommen.

Stattdessen findet sich Marcel mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Früher trug er einen anderen Namen und war als Undercover-Polizist bei einem Verbrecher-Syndikat eingeschleust. Bis alles aus dem Ruder lief. Marcel gelang die Flucht und er begann gezwungenermaßen ein neues Leben. Dachte er zumindest.

Jetzt sitzt er in einem stillgelegten Krankenhaus für psychische Krankheiten fest. Er wird gezwungen, über Leben und Tod von Menschen zu entscheiden, die ihm früher näherstanden als alles andere. Denn der Rachedurst gewisser Menschen scheint unstillbar zu sein.

„Happy Weekend“

von Arno Strobel

  • 368 Seiten
  • FISCHER Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-596-71152-9
  • 13 Euro

Ein Horror-Buchtipp: „Happy Weekend“ von Arno Strobel

Dass die Grenzen zwischen den Genres fließend sind, dürfte Fans von Büchern, die sich im weitesten Sinne der „Spannungsliteratur“ zuordnen lassen, bekannt sein. Wo diese schwammige Grenze zwischen Krimis und Thrillern liegt, haben wir mit einem Universitätsprofessor diskutiert. Kurz gesagt: Liegt die Gefahr in der Zukunft, ist das Buch eher ein Thriller, liegt die Gefahr in der Vergangenheit, wie ein Verbrechen, das aufgeklärt werden muss, liegt eher ein Krimi vor.

„Happy Weekend“ lässt sich nach diesem Maßstab eindeutig als Thriller identifizieren, die Gefahr lauert hinter jeder Ecke. Stellen wir uns dieses Buch aber als Film vor, würde es sicherlich eher in der Abteilung für Horror stehen, zwischen „Saw“ und einer Serie wie „The Haunting of Hill House“.

Man sollte sich also sicher sein, worauf man sich einlässt, denn „Happy Weekend“ bietet nervenzerreißende Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Horror-Fans dürften hier auf ihre Kosten kommen, Liebhaber von Psycho-Thrillern, die eher auf psychologische Verunsicherung als auf rasende Action setzen, sind bei Claire Douglas und Freida McFadden besser bedient.