Nürnberg - Spiel, Bildung und Begegnung: In den Sommerferien lädt das mobile Erfahrungsfeld an der Pfannenschmiedsgasse zum Mitmachen ein. Erstmals wird auch eine Fläche im früheren Kaufhof neu bespielt – und soll die City beleben.

Die Nürnberger Innenstadt soll in den Sommerferien erneut zum Erlebnisraum für Familien werden. Von Donnerstag, 20. August, bis Samstag, 5. September, macht das mobile Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne Station an der Pfannenschmiedsgasse – auf einer Fläche beim ehemaligen Kaufhof-Gebäude. Unter dem Motto „Innenstadt bewegt“ lädt die Stadt dazu ein, die City spielerisch und mit allen Sinnen neu zu entdecken.

Geöffnet ist das Angebot donnerstags und freitags von 13 bis 17 Uhr sowie samstags von 11 bis 17 Uhr. Ein Eintritt wird in der Mitteilung der Stadt nicht genannt.

Auf die Besucher wartet ein kleiner Aktionsparcours mit ausgewählten Stationen des mobilen Erfahrungsfelds. Kinder und Erwachsene können dort ausprobieren, beobachten und staunen. Die Mitmachangebote drehen sich um Wahrnehmung, Bewegung und eigenes Erleben – und sollen zugleich Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch bieten.

Für Oberbürgermeister Marcus König ist die Aktion ein weiterer Baustein, um die Innenstadt als lebendigen Ort für alle Generationen zu stärken. „Erfahrungsfeld goes Innenstadt“ verbinde Spiel, Bildung und Begegnung, erklärt König. Gerade in den Sommerferien schaffe die Stadt damit ein niedrigschwelliges Angebot für Familien und alle, die die Innenstadt einmal aus einer anderen Perspektive erleben wollten.

Auch Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin Dr. Andrea Heilmaier verweist auf die Resonanz der vergangenen Jahre. Niedrigschwellige Angebote würden in der Innenstadt gut angenommen, sagt sie. Mit dem Erfahrungsfeld wolle die Stadt deshalb auch in diesem Sommer wieder einen Anlass schaffen, in die City zu kommen, dort zu verweilen und selbst aktiv zu werden.

Neu ist in diesem Jahr, dass die Aktion nicht nur im öffentlichen Raum stattfindet. Erstmals wird auch ein Bereich im ehemaligen Kaufhof-Gebäude einbezogen. Genutzt wird unter anderem die frühere Fläche eines Tabakladens in der Pfannenschmiedsgasse. Dadurch erhält das Projekt einen zusätzlichen, wetterunabhängigen Erlebnis- und Aufenthaltsort.

Die Einbindung des leer stehenden Gebäudes soll zugleich zeigen, wie ungenutzte Flächen in der Innenstadt vorübergehend belebt werden können. Aus einem früheren Ladenbereich wird ein Ort zum Mitmachen und Verweilen. Damit setzt die Stadt auf eine Mischung aus Kultur, Freizeit und Bildung, um die Innenstadt auch jenseits des klassischen Einkaufs attraktiver zu machen.

Organisiert wird das Projekt im Rahmen der Zukunftsinitiative Innenstadt. Beteiligt sind der Stab Innenstadt im Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat sowie das Amt für Kultur und Freizeit. Ziel ist es, die Nürnberger Innenstadt als vielfältigen Ort für Handel, Kultur, Freizeit, Bildung und Begegnung weiterzuentwickeln.

Innenstadtbelebung und Steigerung der Attraktivität ist in Nürnberg ein großes Thema

Auch jenseits des „Erfahrungsfelds“ hat die Stadt zuletzt mehrere Schritte zur Belebung der Innenstadt unternommen, nachdem zuletzt Schließungen und Leerstände sich häuften: Mit dem Erwerb des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes und seinen temporären Nutzungen – unter anderem durch ein Wöhrl-Outlet, den Tessloff Verlag, Ikea (ehemals) sowie weitere Pop-up-Angebote – wurde ein zentraler Leerstand zumindest vorübergehend wieder aktiviert.

Gleichzeitig läuft die Neugestaltung der Breiten Gasse: Der erste Bauabschnitt wurde mit neuem Granitpflaster aufgewertet, weitere Bauabschnitte sollen für mehr Grün, Sitzgelegenheiten, Schatten und Aufenthaltsqualität sorgen. Auch der angrenzende Ludwigsplatz wird als neuer Anziehungspunkt entwickelt.

Nach Angaben der Stadt ist die gewerbliche Leerstandsquote in der Innenstadt von 7,1 Prozent im Jahr 2024 auf 5,4 Prozent Ende 2025 gesunken. Damit setzt Nürnberg auf eine Mischung aus Zwischennutzungen, attraktiverem öffentlichem Raum und neuen Angeboten aus Handel, Gastronomie, Kultur und Freizeit. Zuletzt waren die Passantenzahlen in der Breiten Gasse gesunken, wie die Stadt in einer Erhebung ermittelte.