Fürth - München verbietet Rasengießen und Poolbefüllen wegen Wasserknappheit. Wie sieht es in Fürth aus? OB Thomas Jung beruhigt – doch das Landesamt für Umwelt warnt trotzdem.

München hat Ernst gemacht: Seit dem 14. Juli gilt in der bayerischen Landeshauptstadt eine Allgemeinverfügung, die bestimmte Arten der privaten Wassernutzung untersagt. Pools und Badebecken dürfen nicht mehr befüllt, Rasenflächen nicht mehr bewässert werden. Wer seinen Garten oder Hecken gießen will, darf das nur noch außerhalb der Zeit von 9 bis 19 Uhr tun – weil tagsüber ohnehin viel Wasser verdunstet und die morgendlichen und abendlichen Verbrauchsspitzen abgefedert werden sollen. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Der Grund: Anhaltende Hitze hat den täglichen Wasserverbrauch in München auf rund 370 Millionen Liter getrieben – etwa 20 Prozent mehr als üblich. Gleichzeitig liefert das Mangfalltal, die Hauptwasserquelle der Stadt, wegen der Trockenheit nur noch 60 bis 70 Prozent der üblichen Menge. Betroffen von den Verboten sind ausschließlich Privathaushalte – Gewerbe und Industrie dürfen weiter wie bisher verfahren.

Wer jetzt besorgt auf Fürth schaut, kann vorerst aufatmen. Oberbürgermeister Thomas Jung hat sich am Donnerstag klar positioniert: „Anders als in anderen bayerischen Städten wie beispielsweise München sind wir die Trinkwassersituation betreffend gut aufgestellt.“ Trotz der anhaltenden Hitze habe Fürth bisher keinen Höchstverbrauch verzeichnet. Den Spitzenbedarf, der in anderen Jahren zu diesem Zeitpunkt bereits erreicht worden sei, habe die Stadt in diesem Sommer noch nicht abgerufen.

Fürth verfügt zudem über drei verschiedene Wassergewinnungsgebiete und ist damit breiter aufgestellt als viele andere Kommunen. Im Versorgungsgebiet Knoblauchsland befindet sich derzeit außerdem eines der modernsten Wasserwerke Deutschlands in der Inbetriebnahme – ein konkretes Zukunftsprojekt, das die Stadt auch für künftige Extremsommer wappnen soll.

Landesamt für Umwelt warnt, OB Jung appelliert

Auch wenn die Lage in Fürth stabil ist, mahnt Jung zur Vorsicht. Langanhaltende Hitze und Trockenheit führten allgemein zu sinkenden Grundwasserständen. „Trinkwasser ist ein kostbares Gut, nicht unbegrenzt verfügbar und unverzichtbar für Mensch, Natur und Landwirtschaft“, so Jung. Deshalb sei gerade jetzt bewusstes und sparsames Verhalten wichtig – auch wenn Verbote wie in München in Fürth derzeit kein Thema sind.

Rückendeckung für diese Mahnung kommt vom Landesamt für Umwelt (LfU): Die öffentliche Trinkwasserversorgung in Bayern sei zwar aktuell gewährleistet, Versorgungsengpässe bei den Abnehmern seien nicht bekannt. Wirklich entspannt sei die Lage aber nicht. Bei einer Reihe von Quellen und Brunnen gehe die Wassermenge zurück, die Grundwasserstände seien niedrig oder sinkten sogar – und zwar in einem Ausmaß, das saisonal unüblich sei. Besonders angespannt ist die Lage laut LfU derzeit in Schwaben, Oberbayern und Ostbayern.

Wie andere bayerische Städte mit dem Thema umgehen

Die Kommunen im Freistaat reagieren unterschiedlich auf die Situation – je nach ihrer jeweiligen Versorgungslage. Bayreuth etwa fördert den Kauf von Regentonnen, Einschränkungen oder Verbote sind dort nicht absehbar. Marktheidenfeld in Unterfranken setzt auf ein Ampelsystem: Steht die Anzeige beim Wasserversorger auf Rot, ist der Verbrauch gerade besonders hoch – die Stadt ruft dann dazu auf, auf Gartenbewässerung und Autowaschen zu verzichten.

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