
„Pause“ ist ihr Debütroman, aber nicht ihr Debüt als Buchautorin. Mit „Wahrheit oder Pflicht“ hat Lena Kupke bereits ein Sachbuch über ihre Erfahrungen rund um das Frausein veröffentlicht. Doch einen Roman zu schreiben, war immer ihr Traum, wie sie in den Danksagungen verrät. Und dieser Traum ist für die Stand-Up-Komikerin, die einige wohl aus den Sendungen „Falsch aber lustig“ oder „Till Reiners’ Happy Hour“ kennen, mit „Pause“ nicht nur in Erfüllung gegangen, sondern auch ein voller Erfolg.
Denn mit „Pause“ wurde Lena Kupke nicht nur zur Roman-, sondern auch zur Bestsellerautorin. Auch Wochen nach der Veröffentlichung hält sich das Buch immer noch im oberen Drittel der Liste. Aber ist es wirklich ein guter Roman oder lediglich der Hype um die ohnehin schon bekannte Person, der ihr den Erfolg beschert?
„Pause“ von Lena Kupke: Worum geht‘s?
Mit Mitte dreißig ist Hanna ganz am Boden angekommen. Im beschissensten Kapitel ihres Lebens, wie sie es selbst betitelt. Nachdem ihr der Kinderwunsch mit ihrem Freund Paul mehrmals tragisch verwehrt wurde, bricht sie schließlich vollends zusammen. Und keiner ihrer Freundinnen und Freunde, die sie fragt, kann sie aus dem Krankenhaus abholen. Da bleibt nur eins: die Eltern anrufen.
So verschlägt es Hanna zurück nach Lüneburg, weg aus der Großstadt Berlin, zurück in ihr altes Kinderzimmer, das mittlerweile das Büro ihres Vaters ist. Weg von der Persönlichkeit, die sie sich in Berlin aufgebaut hat, und zurück ins alte Beziehungsmuster mit der Familie.
Wie gut kann das gehen? Drei Erwachsene unter einem Dach? Und wird Hanna damit umgehen können, was ihr widerfahren ist? Zwischen ihrer Familie, die Probleme immer nur unter den Teppich zu kehren pflegt? Und was ist eigentlich mit ihrem Freund, ihrem Job, ihrem ganzen Leben in Berlin?
„Pause“
von Lena Kupke
- 320 Seiten
- dtv
- ISBN: 978-3-423-28542-1
- 23 Euro
„Pause“ - ein Buch über Pausen?
Augenscheinlich ist „Pause“ ein Buch über Pausen, die einem das Leben aufzwingt. Aber so richtig Pause kann Hanna nicht machen. Denn auch wenn im beschaulichen Elternhaus die Welt stillzustehen scheint, dreht sich die Welt außerhalb weiter. Eine Pause gönnt uns das Leben also nicht, und diese Illusion will uns Lena Kupke in ihrem Roman auch nicht verkaufen.
„Dieses Buch ist wie eine feste Umarmung, nachdem es einen richtig zerlegt hat.“ - Caroline Wahl
„Pause“ ist eine Geschichte über Neuanfänge, darüber, dass das Leben nicht wirklich zu Ende ist, solange man am Leben bleibt. Darüber, dass man Hilfe nicht nur annehmen, sondern auch einfordern darf. Authentisch und ehrlich erzählt Lena Kupke in ihrem Buch vom harten Aufkommen und darüber, wie lange manchmal der Weg zur Erholung ist. Und darüber, dass das Leben eben keine Pausen macht, sondern sich immer da entwickelt, wo man gerade ist.
Ob dieser Roman auch so erfolgreich wäre, wenn Lena Kupke nicht bereits zuvor eine gewisse Bekanntheit genossen hätte, lässt sich natürlich nicht rückkonstruieren. Am Ende spielt das auch gar keine Rolle. „Pause“ ist ein absolut gelungener Debütroman, der voller Gefühl, Humor und Ehrlichkeit ein wirklich beschissenes Kapitel im Leben der Protagonistin erzählt. Und, ohne zu beschönigen, Hoffnung auf das nächste Kapitel macht.


