
Bücherwürmer und Leseratten kennen den kleinen, roten Aufkleber, der ein Buch als SPIEGEL-Bestseller auszeichnet. Das Fachmagazin BuchMarkt ermittelt jede Woche die Buchtitel, die sich aktuell am besten verkaufen und damit voll im Trend liegen. Jede Woche schaffen es auch neue Bücher auf die Liste. Wir haben uns die Neueinsteiger der Woche vom 17. bis 23. September 2026 genauer angeschaut und die Bücher herausgesucht, die ihr auf keinen Fall verpassen dürft, abseits der aktuellen SPIEGEL-Platz-1-Bestseller.
„Juras letzter Winter“: Edgar Selges bewegendes Denkmal für ein Kriegsopfer - Bestseller-Highlight
Als Theaterschauspieler, Fernsehkommissar und ausgebildeter Pianist hat Edgar Selge sein Publikum auf vielen Bühnen erreicht. Mit seinem Debüt „Hast du uns endlich gefunden“ landete er 2021 auch als Schriftsteller einen Treffer: Das Buch hielt sich wochenlang in den Top Ten der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda ausgezeichnet. Nun erschien sein zweiter Roman.
Im Mittelpunkt steht ein Tagebuch. Sein Verfasser: Jura Rjabinkin, ein Sechzehnjähriger, der die deutsche Blockade Leningrads nicht überlebt hat. Der Erzähler des Romans kehrt immer wieder zu diesen Aufzeichnungen zurück, bis aus dem fremden Jungen eine vertraute Gestalt wird. Beide nehmen im Buch Gestalt an als Figuren, die sich gegenseitig beobachten und befragen.
Was sich zwischen ihnen entwickelt, ist ein Gespräch über das, was Menschen verbindet und trennt: Kindheit und Träume, Literatur und Mütter, Gewalt und das Gefühl, fremd zu sein. Je näher sie sich kommen, desto mehr geben sie voneinander preis. Selge gelingt dabei ein Tonfall, der das Gewicht des Stoffes trägt, ohne daran zu erdrücken.
„Juras letzter Winter“
von Edgar Selge
- 256 Seiten
- Rowohlt Hardcover
- ISBN: 978-3-498-00344-9
- 25 Euro
„Wir jagen Schatten“: Richard Osmans Detektivtrio auf Verbrecherjagd rund um den Globus
Fernsehmoderator, Produzent und Bestsellerautor: Richard Osman trägt viele Hüte. Bekannt wurde er einem breiten Publikum durch seine „Donnerstagsmordclub“-Reihe, die mit Starbesetzung von Netflix verfilmt wurde und für die er bei den British Book Awards 2020 als „Autor des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Mit „Wir jagen Schatten“ legt er den zweiten Band seiner neuen Serie „Wir finden Mörder“ vor, der in der vergangenen Woche neu auf der SPIEGEL-Bestsellerliste Paperback eingestiegen ist.
Die Detektei „Wir finden Mörder“ hat ein Problem: Amy, Steve und Rosie warten auf Aufträge, die einfach nicht kommen. Rosie, eine erfolgreiche Thrillerautorin, nutzt schließlich einen Talkshow-Auftritt, um die Unternehmung bekannt zu machen. Prompt meldet sich ein vermögender Halbkrimineller aus der Toskana: Sein Bodyguard wurde erschossen, und eine Notiz kündigt an, dass er selbst der Nächste sein soll.
Was das Trio besonders beunruhigt: Die Notiz stammt angeblich von einem Freund des Mannes, der als berüchtigter Killer gilt. Die Jagd nach dem Mörder führt Amy, Steve und Rosie von den Hügeln der Toskana über Barcelona bis nach Palm Springs. Osman verbindet dabei Humor, überraschende Wendungen und skurrile Figuren zu einem Cosy Crime mit echtem Urlaubsflair.
„Wir jagen Schatten“
von Richard Osman
- übersetzt von Sabine Roth
- 432 Seiten
- Ullstein
- ISBN: 978-3-550-20490-6
- 18 Euro
Shida Bazyars „Die Lücken“: Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026 - und neu auf der Bestsellerliste
Die Taschenbuchausgabe von „Mein Name ist Emilia del Valle“ ist in dieser Woche nicht nur neu auf der SPIEGEL-Bestsellerliste eingestiegen, sondern steht auch auf Platz 1 der Börsenblatt-Aufsteigerliste Taschenbuch. Isabel Allende, 1942 in Lima geboren, wurde 2018 als erste Person aus der spanischsprachigen Welt mit der National Book Award Medal for Distinguished Contribution to American Letters ausgezeichnet.
San Francisco, 1866: Emilia del Valle wächst als Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Aristokraten in ärmlichen Verhältnissen auf. Von klein auf eigensinnig und schreibbesessen, veröffentlicht sie mit siebzehn Jahren unter männlichem Pseudonym Groschenromane. Doch das echte Leben zieht sie stärker an, und sie wird Reporterin.
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric reist sie nach Chile, in das Land ihrer Vorfahren, um über einen drohenden Bürgerkrieg zu berichten. Zwischen den Fronten des Konflikts kommen sich die beiden näher, während Emilia gleichzeitig immer tiefer in die Geschichte ihres Vaters eintaucht. Sie muss sich nicht nur der politischen Gefahr stellen, sondern auch den drängenden Fragen nach ihrer eigenen Herkunft.
„Mein Name ist Emilia del Valle“
von Isabel Allende
- übersetzt von Svenja Becker
- 368 Seiten
- Suhrkamp Verlag
- ISBN: 978-3-518-47588-1
- 15 Euro
Noch mehr Neueinsteiger auf der Bestsellerliste
In der Woche vom 17. bis 23. September gibt es wieder eine ganze Reihe von Neueinsteigern auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Hier die neuen Bücher im Überblick:
Neueinsteiger auf der Bestsellerliste Hardcover am 17. September 2026
- „Broder“ von Dörte Hansen (Platz 1)
- „Moonwings“ von Nathalie Bröske (Platz 9)
- „Juras letzter Winter“ von Edgar Selge (Platz 14)
Neueinsteiger auf der Bestsellerliste Paperback am 17. September 2026
- „Sweet Venom“ von Rina Kent (Platz 4)
- „Wir jagen Schatten“ von Richard Osman (Platz 5)
- „Pure Grace Academy. The Highest Fall“ von Jennifer Bright (Platz 9)
- „Es ist nie zu spät“ von Gaby Hauptmann (Platz 14)
Neueinsteiger auf der Bestsellerliste Taschenbuch am 17. September 2026
- „Morgen kommt die Weihnachtsfrau“ von Gisa Pauly (Platz 7)
- „Mein Name ist Emilia del Valle“ von Isabelle Allende (Platz 14)
- „The Killer isn‘t Alice“ von Iris Starling (Platz 19)


