Positano - Die Amalfiküste in Italien gilt vielen als Sehnsuchtsziel. Doch der Urlaubsort ächzt unter den vielen Reisenden. Um den Tourismus in den Griff zubekommen, sind nun drastische Maßnahmen im Gespräch.

An Urlaubsidylle erinnert in dem kurzen Clip bei TikTok wenig. Dicht an dicht drängen sich unzählige Menschen durch schmale Gassen. Es kommt zu einem regelrechten Stau, so eng ist es. Auch am Strand ist vor lauter Menschen und Handtüchern kaum noch ein Fleck Sand zu erkennen. Aufgenommen wurden die Szenen offenbar am 1. Mai in Positano an der Amalfiküste. Anwohner beklagen das „totale Chaos“. Gegenüber dem britischen Telegraph sagt ein Einheimischer sogar: „Als Bürger müssen wir uns in unseren Häusern einschließen.“

Die Amafliküste ist ein beliebtes Reiseziel in Italien. Kleine, pittoreske Ortschaften sind in die Felsen hinein gebaut, eine Küstenstraße schlängelt sich oberhalb des Meeres entlang. Strände laden zum Sonnen und Schwimmen ein. Doch die Region ächzt auch unter den Touristenmassen. Das zeigt sich in den überfüllten Gassen, wie auf dem TikTok zu sehen oder auch im Verkehrschaos auf der Küstenstraße. Um Letzterem gegenzusteuern, hat die Region bereits Regeln für den Verkehr erlassen.

In einem Artikel von Lonely Planet heißt es: „Die Amalfiküste wird zum Symbol für all das, was im Tourismus schiefläuft.“ Demnach sollen in Positano in der Hochsaison von Mai bis Oktober durchschnittlich 400 Boote pro Tag anlegen. Für diese Massen von Menschen sind die kleinen Orte und ihre Infrastruktur aber kaum ausgelegt.

Einwohner und Einwohnerinnen fordern nun Konsequenzen. Daniele Milano, zuständiger Bürgermeister in der Region, zeigt sich in einem Post bei Facebook verständnisvoll und erklärt: „Bürger und Gewerbetreibende tun gut daran, sich zu ärgern, und genau deshalb müssen wir den Prozessen mehr Nachdruck verleihen, mit denen wir Sonderregelungen fordern“.

Massentourismus wird immer häufiger zum Problem

Debattiert wird Medienberichten zufolge nun beispielsweise eine Beschränkung der Kreuzfahrtschiffe, die an der Küste anlegen dürfen und Touristen an Land bringen. Ebenso könnte die Zahl der Fährverbindungen in die Küstenorte reduziert werden.

An immer mehr Urlaubsorten wird der Tourismus zunehmend zum Problem. Am Gardasee sperrt ein Ort etwa die Altstadt für Autos. Auf Mallorca werden Parkplätze speziell für Einheimische reserviert.