
German Hacker, Zweckverbandsvorsitzender und Erster Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, spricht von einem „besonderen Moment für das Projekt Stadt-Umland-Bahn“. Weiter sagt er: „Man könnte sagen, damit ist es amtlich: Die StUB kommt!“ Es ist der Beschluss der Zweckverbandsgremien für die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens für den Nürnberger Abschnitt Am Wegfeld bis zur Stadtgrenze bei Reutles, der Hacker so zuversichtlich stimmt.
Nun werde an der Fertigstellung der Unterlagen für die Einreichung bei der Planfeststellungsbehörde, der Regierung von Mittelfranken, gearbeitet, heißt es in einer Mitteilung weiter. Demnach liege der Fokus des Zweckverbands derzeit auf dem ersten von insgesamt fünf Planungsabschnitten. Dieser führt von der bestehenden Haltestelle Am Wegfeld bis Reutles in Nürnberg. Zu diesem Abschnitt gehören unter anderem die Anbindung der Firma Staedtler und die Schaffung einer Wendeschleife inklusive Park & Ride-Anlage.
Mit der Stadt-Umland-Bahn (kurz StUB) sollen die Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach verbunden werden. Stand 2022 belaufen sich die Kostenschätzungen auf 635 Millionen Euro Investitionskosten und 95 Millionen Planungskosten. Das Projekt wird von Land und Bund gefördert.
Erlangens (noch) amtierender Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) zeigt sich in einem Post bei Instagram ebenfalls erfreut über den Fortschritt bei der StUB. „Die StUB wird nicht nur die Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach besser verbinden, sondern auch eine echte Alternative zum Individualverkehr schaffen. Mit moderner Straßenbahn und dem parallelen Radschnellweg wird die Lebensqualität in der Region steigen – weniger Stau, mehr Nachhaltigkeit“, schreibt er. Der Baubeginn sei für 2029 geplant. Der erste Abschnitt bis Reutles an der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Erlangen solle 2031/32 in Betrieb gehen.
Debatte um die Stadt-Umland-Bahn bestimmte den Wahlkampf in Erlangen
Das Thema Stadt-Umland-Bahn war eines der bestimmenden im Wahlkampf um den OB-Posten in Erlangen. Herausforderer und späterer Gewinner Jörg Volleth (CSU) und seine Partei sehen die finanziellen Belastungen durch das Projekt für den Erlanger Haushalt kritisch. In einer Pressemitteilung vom Dezember 2025 heißt es von Seiten der CSU-Stadtratsfraktion: „Die Stadt-Umland-Bahn ist weder dringend notwendig noch alternativlos.“
2024 stimmten die Erlanger und Erlangerinnen in einem Bürgerentscheid über die StUB ab. 52,4 Prozent der Wahlberechtigten sprachen sich damals für das Projekt aus. Einen ersten Bürgerentscheid hatte es bereits im Jahr 2016 gegeben. Auch damals stimmte die Mehrheit der Erlanger und Erlangerinnen für das Projekt.