
Seit zwölf Jahren ist Florian Janik (SPD) Oberbürgermeister der Stadt Erlangen. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er ab diesem Jahr eine weitere Amtszeit, also weitere sechs Jahre, dran gehängt. Doch die Bürgerinnen und Bürger von Erlangen entschieden am Sonntag in der Stichwahl anders: Mit 48,6 Prozent unterlag Janik seinem Herausforderer Jörg Volleth (CSU). Am 1. Mai wird es also ein Wechsel an der Stadtspitze geben. Doch wie geht es bis dahin weiter?
Im Vergleich zum Wahlkampf war es auf Janiks Instagram-Profil direkt nach der Abstimmung eher ruhig. Zwei Tage nach der verlorenen Stichwahl meldet er sich dann in einem Video zu Wort. „Erlangen hat gewählt“, sagt er darin. Und weiter: „Jörg Volleth ist ab 1. Mai neuer Oberbürgermeister der Stadt Erlangen.“ Persönlich habe er ihm bereits gratuliert, erneuert die Glückwünsche im Video aber nochmals. Gleichzeitig bedankt sich Janik bei allen Wählerinnen und Wählern, die ihre Stimme abgegeben haben, und bei allen, die die Wahl mit organisiert haben. „Meinen Nachfolger wünsche ich die glückliche Hand, die man braucht, um diesen Job zu machen“, so Janik weiter.
Oft sei er gefragt worden, wie es nun weitergehe. Bis zum 30. April bleibe er gewählter Oberbürgermeister und werde bis dahin die Amtsgeschäfte „ordentlich übergeben“. Gewählt wurde Janik in der diesjährigen Kommunalwahl auch als Stadtratsmitglied. Sein Mandat möchte er Medienberichten zufolge aber abgeben.
Bereits bei der vergangenen Kommunalwahl im Jahr 2020 war es übrigens in Erlangen zu einer Stichwahl zwischen Janik und Volleth gekommen. Damals konnte sich der SPD-Politiker mit 54,5 Prozent der Stimmen aber durchsetzen.
Auch in Forchheim musste sich Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD) in der Stichwahl geschlagen geben. Seine Herausforderin Martina Hebendanz (CSU) holte am vergangenen Sonntag 54,9 Prozent der Stimmen. Noch am Wahlabend gratulierte der amtierende OB seiner designierten Nachfolgerin.
Stichwahl um Oberbürgermeisterposten in Franken: Amtsinhaber müssen sich geschlagen geben
Später meldet sich Kirschstein bei Instagram zu Wort, postet ein Foto seiner abgehängten Wahlplakate. Dazu schreibt er: „Auch während des Wahlkampfes müssen wir an die Zeit danach denken!“ Nach der Wahl werden die Plakate von den Laternenmasten wieder entfernt. „Wenn diese aus Pappe sind, dürfen sie über das Altpapier dem Wertstoffzyklus wieder zugeführt werden. Plastikplakate sind schlicht Müll“, schreibt Kirschstein in seinem Post. Und weiter: „Deshalb: der neue Stadtrat möge bitte ein Plastik-Verbot für Wahlkämpfe beschließen.“ Er selbst wird an dieser Entscheidung im Stadtrat aber nicht beteiligt sein. Das Mandat, das er in der Kommunalwahl eigentlich errungen hat, möchte Kirschstein einem Bericht des Fränkischen Tags zufolge nicht antreten.
Einen weniger geschmeidigen Übergang nach der Kommunalwahl erlebt derzeit die Landeshauptstadt. In München konnte sich Dominik Krause (Grüne) deutlich gegen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) durchsetzen. Noch am Wahlabend verkündete Reiter das Ende seiner politischen Laufbahn. „Das war‘s von mir“, sagte er.
Am Montag waren dann Reiters Profile in den Sozialen Medien nicht mehr auffindbar. Und der noch amtierende OB verkündete eine Krankschreibung bis auf Weiteres. Über die Stadt ließ er dann mitteilen, eine nicht auskurierte Erkrankung führe zu ernsthafteren Problemen am Herz-Kreislauf-System, die ihn zu einer medikamentösen Behandlung und zu Ruhe zwingen. Der neu gewählte OB Krause führt nun die Amtsgeschäfte in Vertretung.
