Bamberg - Die fränkische Bierhandelsplattform Bierothek ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und hat Insolvenz angemeldet. Damit erfasst die Krise auf dem Biermarkt das nächste Unternehmen.

Die fränkische Bierhandelsplattform Bierothek mit Standorten in Bamberg, München, Nürnberg, Stuttgart und Regensburg ist über die Region hinaus bekannt. Hier dreht sich alles um Hopfen, Malz und Hefe. Doch es läuft nicht rosig für das Unternehmen.

Nachdem der Betreiber des Bier-Fachladens in Fürth Anfang April die Schließung der Filiale aus „gesundheitlichen Gründen“ bekannt gegeben hatte, ist nun klar: Die Bierothek-Gruppe ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Das Amtsgericht Bamberg hat am 13. April für zwei Gesellschaften der Gruppe die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet, wie online in einer Insolvenzbekanntmachung zu lesen ist. Betroffen sind demnach die Bierothek GmbH und die Bierothek Marketplace GmbH.

Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung stehen beide Unternehmen nun unter gerichtlicher Aufsicht. Ziel der Maßnahme sei es, die Vermögenswerte zu sichern und die wirtschaftliche Lage zu prüfen, berichtet die Getränke-Zeitung.

Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren vor allem als Online-Marktplatz für Bier aktiv. Das Geschäftsmodell umfasst neben einem Online-Shop auch stationäre Geschäfte im Franchise- und Filialmodell. Dort werden etwa nationale und internationale Brauspezialitäten angeboten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf sogenannten Craft-Bieren.

Seit Jahren steckt der Bier- und Brauereimarkt in der Krise - auch in Bayern, obwohl der Freistaat doch so eng verwurzelt mit den Brauereien scheint. Aber das Geschäft läuft immer schlechter, Absätze gingen stark zurück. Laut statistischen Erhebungen sank der Bierabsatz in Deutschland im Vorjahr um sechs Prozent auf insgesamt 7,8 Milliarden Liter. Auch die Zahl der betriebenen Braustätten fiel 2025 auf 1415, im Jahr 2024 waren es noch 1468 Brauereien gewesen.

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