Nürnberg - Lange herrschte am Aufseßplatz Stillstand. Statt Wohnraum entstand in der Baugrube ein kleiner See. Der wird gerade leer gepumpt und auch sonst soll es nun vorangehen. Die Stadt nennt Details, etwa die Höhe der Mieten.

Monatelang herrschte am Aufseßplatz in Nürnberg Stillstand. Statt des geplanten neuen Quartiers mit Wohnungen und Einzelhandel entstand in der bereits ausgehobenen Baugrube ein See, der als „Lago di Aufseß“ weit über die Grenzen von Nürnberg hinaus für Spott sorgte. Doch diese Zeiten sind vorbei. Nun soll es mit Nachdruck vorangehen. Auf Nachfrage dieser Redaktion nannte die Stadt Nürnberg Details zum Zeitplan für das „Schock-Carré“ und verriet auch, mit welchen Mietpreisen zu rechnen ist.

In Anlehnung an das große Kaufhaus, das sich am Aufseßplatz in der Nürnberger Südstadt früher befand, soll das neue Quartier den Namen „Schocken-Carré“ tragen. Das alte Objekt wechselte mehrfach den Eigentümer und wurde 2021 schließlich vollständig abgerissen. Eigentlich wollte der Projektentwicklungs- und Bauunternehmer Ten Brinke die große Baulücke schließen. Doch dann passierte lange nichts, außer dass sich die große Baugrube nach und nach mit Wasser füllte - der Beginn des Kapitels „Lago di Aufseß“.

Ende Februar wurde nun bekannt gegeben, dass die „BayernHeim GmbH“ und die „Siedlungswerk Nürnberg GmbH“ mit in das Projekt einsteigen. Die Stadt Nürnberg hatte diese Zusammenarbeit vermittelt.

Wohnen wo früher der „Lago di Aufseß“ war: Diese Mietpreise in im neuen „Schocken-Carré“ geplant

200 Wohnungen wollen die Projektbeteiligten im „Schocken-Carré“ schaffen, viele davon gefördert. Das ist zunächst recht vage, doch auf Nachfrage dieser Redaktion teilte das Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg weitere Details mit. Demnach sollen 127 Wohneinheiten der sogenannten einkommensorientierten Förderung (EOF) unterliegen. Die EOF untergliedert sich wiederum in drei Einkommensstufen. Die dem Mieter zumutbare Miete am Aufseßplatz in den geförderten Wohnungen soll laut Wirtschaftsreferat zwischen 6,50 Euro auf den Quadratmeter und 8,50 auf den Quadratmeter liegen. Der monatliche Zuschuss zur Senkung der Mietbelastung kann beim Sozialamt der Stadt Nürnberg beantragt werden. Die Auszahlung erfolgt zweckgebunden und ist abhängig vom Haushaltseinkommen.

Die Mieten in den freifinanzierten Wohnungen sollen sich auf 13,30 Euro pro Quadratmeter belaufen, teilt das Wirtschaftsreferat weiter mit. Alle Angaben entsprechen der Nettokaltmiete.

Geplant sind Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen in einer Größe von 40 bis 117 Quadratmeter. Etwas Zeit wird aber noch ins Land gehen, bis erste Menschen in diese Wohnungen einziehen können. Der Baustart ist, laut Auskunft der Stadt, für den Herbst diesen Jahres geplant. Zuvor werde bereits mit bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen. So wird etwa bereits das Wasser aus der Baugrube abgepumpt. Der „Lago“ ist damit bald Geschichte. Mit einer Fertigstellung des Gesamtprojektes rechnet die Stadt bis Ende 2029.

Ergänzt werden soll der Wohnraum im neuen Quartier durch eine Kita sowie eine Beziehungsberatungsstelle. Zudem wurden bereits „Mietverträge mit nahversorgungsrelevanten Einzelhandelsbetreibern und Non-Food-Discountern abgeschlossen“, so das Wirtschaftsreferat der Stadt, ohne konkrete Unternehmen zu nennen. In Medienberichten fielen bereits die Namen von Lidl und Edeka. Weitere Mietverträge für kleinere Nutzflächen sollen zudem im Lauf der Realisierungsphase abgeschlossen werden.

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