Havanna - Die Karibik gilt für viele als Sehnsuchtsziel. Doch von Reisen auf eine Insel rät das Auswärtige Amt derzeit ab. Die medizinische Versorgung und der Flugverkehr sind stark eingeschränkt. Was Reisende beachten sollten.

Kuba gilt für viele als Sehnsuchtsziel in der Karibik, doch seit Mitte Februar ist eine Reise dorthin mit Vorsicht zu betrachten. Wegen einer Energiekrise sind die medizinische Versorgung, der Nahverkehr und der Flugbetrieb derzeit stark eingeschränkt. Das Auswärtige Amt rät deshalb seit dem 10. Februar von nicht notwendigen Reisen auf die Karibikinsel ab.

Grund für die Krise ist laut dem Auswärtigen Amt ein Ausbleiben von Öl- und Treibstofflieferungen aus dem Ausland. Die Auswirkungen erstrecken sich auf alle Lebensbereiche. Seit dem 9. Februar können beispielsweise Flugzeuge aus dem Ausland in Kuba nicht mehr aufgetankt werden. In der Folge kommt es zu erheblichen Einschränkungen im Flugbetrieb. Teilweise müssen Maschinen Zwischenstopps zum Tanken an anderen Flughäfen einlegen. Manche Airlines setzen ihre Direktverbindungen komplett aus.

Im gesamten Land sind seit längerem mehrstündige, tägliche Stromabschaltungen mit Auswirkungen auf die Wasser- und Lebensmittelversorgung die Regel, erklärt das Auswärtige Amt auf seiner Webseite weiter. Der öffentliche Nahverkehr, Straßenbeleuchtung, Ampeln, Geldautomaten, Kommunikations- und Sicherheitssysteme seien stark eingeschränkt oder können ausfallen.

Auswärtiges Amt rät von Reisen ab: Urlaub auf dieser Karibikinsel ist mit Vorsicht zu betrachten

Wegen eines Mangels an Medikamenten und medizinischem Material sowie aufgrund der Energiekrise könne auf Kuba derzeit zudem nicht davon ausgegangen werden, dass Reisende im Notfall eine medizinische Versorgung erhalten. Auch Rücktransporte für Erkrankte nach Deutschland können derzeit, so der Auswärtige Amt, nicht sichergestellt werden.

Reisenden mit Vorerkrankungen empfiehlt das Auswärtige Amt, „Reisen nach Kuba sehr kritisch zu überdenken“. Bei nicht vermeidbaren Reisen sollten sowohl regelmäßig benötigte Medikamente als auch eine Notausstattung mit Verbandsmaterial in ausreichender Menge mitgeführt werden.

Auch der zweitgrößte deutsche Reisekonzern Dertour empfiehlt, Reiseabsichten nach Kuba „vor dem Hintergrund der aktuellen Situation sorgfältig zu überdenken“. Für Abreisen bis zum 31. März biete man kostenlose Umbuchungen oder auch Stornierungen an, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Für alle Reisen zu späteren Zeitpunkten gebe es die Option, kostenlos umzubuchen.

Tui hat laut dpa alle Anreisen bis Ende April abgesagt – ab Mai hat Europas größter Reisekonzern Kuba erst mal nicht mehr regulär in seinem Programm.

Mit Material der dpa.