Port-au-Prince - Früher waren Haiti und Myanmar beliebte Reiseziele, heute toben Unruhen in den Ländern und das Auswärtige Amt warnt eindringlich. Für ein weiteres beliebstes Urlaubsland gibt es unterdessen vorsichtige Entwarnung.

Karibik klingt nach Sehnsuchtsort und Urlaubsparadies. Doch idyllische Auszeit und gefährliche Zwischenfälle können dort mitunter nah beieinander liegen.

Die Dominikanische Republik und Haiti teilen sich die Insel Hispaniola. Und während in der „Dom Rep“ Traumurlaub an weißen Standstränden lockt, kann es in Haiti schnell brenzlig werden. Das Auswärtige Amt (AA) warnt vor Reisen in das Land. Auf der Webseite heißt es eindringlich: „Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, im Rahmen vorhandener kommerzieller Flugkapazitäten oder auf jedem sich sonst bietenden sicheren Weg, das Land zu verlassen.“ Die Dominkanische Republik hat die Grenzen zum Nachbarland teilweise geschlossen.

Einst galt auch Haiti als Urlaubsparadies in der Karibik. Dann erschütterte 2011 ein verheerendes Erdbeben den Inselstaat. Seither scheint das Land nicht zur Ruhe zu kommen. Insbesondere seit März 2024 kommt es laut Auswärtigem Amt zu Gefechten zwischen der Nationalpolizei und Gangs. Polizeistationen wurden angegriffen, Gefängnisse gestürmt, Gefangene befreit und Regierungsgebäude attackiert. „Es gab zahlreiche Tote und Verletzte, auch in den ehemals sichereren Vororten von Port-au-Prince“, heißt es in der Reisewarnung des AA. Gangs kontrollierten Check-Points, es bestehe eine nächtliche Ausgangssperre.

Auch die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln sei nicht durchgängig gewährleistet. Plünderungen nähmen zu. Die persönliche Sicherheit sei erheblich gefährdet: „Es besteht weiterhin ein hohes Entführungsrisiko für Ausländer sowie die konkrete Gefahr bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zu Schaden kommen.“

Auswärtiges Amt warnt: Früheres Urlaubsparadies kann heute zur Gefahr werden

Ähnlich prekär ist die Lage im asiatischen Myanmar. 2019 sollen offiziellen Daten zufolge noch 4,3 Millionen ausländische Besucher in das Land gekommen sein. Heute liegt die Tourismusbranche am Boden, denn auch in Myanmar ist die Sicherheitslage verheerend. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen und empfiehlt deutschen Staatsangehörigen, das Land zu verlassen.

Seit das Militär 2021 gewaltsam die Macht übernommen hat, befindet sich das Land im Bürgerkrieg. Landesweit werden Oppositionelle und Mitglieder der Zivilgesellschaft verfolgt und festgenommen. Bisweilen komme es auch zu willkürlichen Verhaftungen ausländischer Staatsangehöriger, teilt das AA mit. Es bestehe ein erherbliches Sicherheitsrisiko durch kriegerische Handungen: „Bis auf die Regionen Rangun und Ayeyarwaddy sind alle Landesteile von kriegerischen Auseinandersetzungen einschließlich Artillerie- und Luftwaffeneinsätzen betroffen, auch gegen die Zivilbevölkerung.“ In öffentlichen Einrichtungen, wie Restaurants oder Geschäften, könne es zu Sprengstoffanschlägen und gewalttätigen Auseinandersetzungen, auch mit Schusswaffengebrauch, kommen. Eine weitere Verschlechterung der Sicherheitslage könne nicht ausgeschlossen werden.

Vorsichtige Entwarnung gibt es aktuell hingegen für Mexiko. Nach dem Tod eines Drogenbosses am 22. Februar im Rahmen einer Militäraktion waren im Land Unruhen ausgebrochen. Das Auswärtige Amt warnte eindringlich vor der angespannten Sicherheitslage.

Inzwischen heißt es, die Lage habe sich beruhigt. Dennoch könnten weitere Vergeltungsmaßnahmen und Gewalt nicht ausgeschlossen werden. „Daher wird zum jetzigen Zeitpunkt von Reisen in die Bundesstaaten Jalisco (einschließlich Puerto Vallarta und Guadalajara), Guanajuato sowie Teile des Bundesstaats Tamaulipas (siehe Sicherheit) abgeraten. Von Reisen in den gesamten Bundesstaat Michoacán sowie in weitere Bereiche des Bundesstaats Tamaulipas wird dringend abgeraten“, teilt das AA mit. Aus Mexiko-Stadt und der Halbinsel Yucatán (einschließlich Cancún und Rivera Maya) seien aktuell keine Beeinträchtigungen bekannt, heißt es weiter.

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