Fürth - Im Kampf gegen den Abstieg hat das Kleeblatt die nächste wichtige Zwischenetappe vor Augen: Am Freitagabend gastiert der 1. FC Magdeburg im Ronhof. Alles Wissenswerte im Vorfeld der Partie erfahren Sie hier.

An das Hinspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und der Spielvereinigung werden sich wohl auch neutrale Beobachter noch in Jahren erinnern, schließlich sorgten beide Teams in der Avnet-Arena für ein Neun-Tore-Spektakel: Mit 5:4 besiegte das Kleeblatt die Hausherren am Ende; Noel Futkeu und Felix Klaus trugen sich jeweils doppelt in die Torschützenliste ein, ehe Marco John tief in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte.

Die Ausgangslage

Am Freitagabend steht das Rückspiel an - und das steht ganz im Zeichen des Abstiegskampfes: Als Vorletzter reist der FCM zum Kleeblatt, das trotz des vielumjubelten Sieges in der Vorwoche bei Holstein Kiel als Schlusslicht in den 21. Spieltag geht. Vieles spricht dafür, dass die Partie ähnlich eng verläuft wie in der Hinrunde. Ob ähnlich viele Tore fallen, ist natürlich offen - fest steht hingegen, dass der Gewinner die große Chance hat, die Konstellation im Tabellenkeller zu seinen Gunsten neu zu ordnen.

Der Gegner

Die Magdeburger kennen sich am Ende der Tabelle mindestens so gut aus wie das Kleeblatt: Zwischen dem sechsten und dem 15. Spieltag hielten die Elbstätter die Rote Laterne. Bereits im Oktober reagierte die Vereinsführung und stellte Cheftrainer Markus Fiedler frei, Petrik Sander und Pascal Ibold, die vormals die U23 trainierten, übernahmen. Unter dem neuen Duo gelang die zwischenzeitliche Wende: Nach vier Siegen aus fünf Ligaspielen kletterte der FCM bis auf Rang zwölf. Doch die enge Liga ließ gegenüber den Magdeburgern keine Gnade walten: Durch zuletzt zwei Niederlagen in Folge folgte der Absturz auf den vorletzten Platz - bei einer Niederlage in Fürth würde sogar die Rückkehr auf Rang 18 drohen.

Trotz der prekären Tabellensituation verfolgt der Klub aus Sachsen-Anhalt einen spielerischen Ansatz: Gemeinsam mit Hannover hat der 1. FC Magdeburg im Schnitt den höchsten Ballbesitzwert (56 Prozent) der 2. Bundesliga inne, das Kleeblatt rangiert in dieser Statistik auf dem drittletzten Rang (45 Prozent). Haben die Magdeburger den Ball, suchen sie ihr Heil in der Offensive: Keine andere Mannschaft hat so viele Torschüsse abgefeuert (335) wie die Magdeburger - und, zum Vergleich, keines weniger als das Kleeblatt (222). In Sachen Effektivität können sich die Elbstädter aber eine Scheibe von den Fürthern abschneiden, schließlich hat die Vogel-Elf zwei Treffer mehr auf dem Konto. Häme wäre hier aber fehl am Platz, oft genug hatten die Magdeburger einfach nur Pech: Zehnmal standen ihnen bereits der Pfosten oder die Latte im Weg, nur Hannover 96 traf öfter ans Aluminium.

Spieler im Fokus

Der Mann der Stunde und das Gesicht des zwischenzeitlichen Höhenfluges der Magdeburger ist Mateusz Zukowski. Der Offensivspieler, der bereits bei den Glasgow Rangers unter Vertrag stand, dort aber nicht den Durchbruch schaffte, wechselte im September von Slask Wroclac an die Elbe. Bis zum 12. Spieltag fehlte er verletzungsbedingt, nach seiner Rückkehr schlug er dafür direkt ein: Sechs Treffer und eine Torvorlage gelangen Zukowski in den vergangenen acht Partien. Gegen den 1. FC Nürnberg schnürte der 1,85 Meter großen Angreifer sogar einen Doppelpack.

Das Personal

Während Zukowski auch im Ronhof auf Torejagd gehen kann, fällt der Topscorer des Kleeblatts aus: Felix Klaus hat sich mit einer Muskelverletzung dem immer größer werdenden Fürther Lazarett angeschlossen und droht mehrere Wochen auszufallen. Für ihn könnte Neuzugang Sayfallah Ltaief, der am letzten Tag des Transferfensters von Twente Enschede ausgeliehen wurde, direkt sein Startelfdebüt feiern. Neben Klaus muss Cheftrainer Heiko Vogel weiter auf Julian Green, Luca Itter und die langzeitverletzten David Abrangao, Sacha Bansé und Marco John verzichten. Zudem fehlt Maximilian Dietz weiter aufgrund seiner Rotsperre. Aufpassen muss Philipp Ziereis: Der Abwehrchef steht bei neun gelben Karten, käme gegen den FCM eine weitere Verwarnung hinzu, müsste er am nächsten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern zuschauen.

Die Bilanz

Die Bilanz zwischen der Spielvereinigung und dem 1. FC Magdeburg gestaltet sich ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für das Kleeblatt. Neunmal trafen beide Mannschaften bislang aufeinander, stets in der 2. Bundesliga. Das Kleeblatt konnte dabei drei Siege erringen, die Magdeburger zwei, viermal wurden die Punkte geteilt. Besonders die Heimbilanz spricht für die Fürther, die im Ronhof noch nie gegen den FCM verloren haben. Auch der Trend spricht fürs Kleeblatt, in den letzten sechs Aufeinandertreffen gelang den Elbstädtern kein Sieg.

Für die Magdeburger spricht, dass sie ihre letzten drei Auswärtsspiele in Folge gewinnen konnten. Die Fürther hingegen warten seit dem 12. Spieltag auf einen Heimsieg. Somit könnten für das Kleeblatt am Freitag eine Negativ- und für den 1. FC Magdeburg eine Positivserie reißen - oder jeweils ihren Lauf nehmen.

Die Eckdaten

Anstoß der Partie ist am Freitagabend um 18.30 Uhr. Lars Erbst aus dem baden-württembergischen Gerlingen wird das Spiel leiten. Der 31-Jährige ist seit der vergangenen Saison fester Bestandteil des Schiedsrichterkaders für die 2. Bundesliga und hat in der laufenden Spielzeit neun Zweitligapartien geleitet, in denen er 32 gelbe Karten verteilte, einen Platzverweis aussprach und dreimal auf Elfmeter entschied. Unterstützt wird Erbst von seinen thüringischen Assistenten Daniel Bartnitzki aus Erfurt und Steven Greif aus Gotha. Vor den Videobildschirmen wachen Nicolas Winter und seine Assistentin Franziska Wildfeuer über das Spielgeschehen.

Der Pay-TV-Sender Sky überträgt die Partie live als Einzelspiel und in der Konferenz, die Sportschau und das Kleeblatt-Radio begleiten das Spiel mit einem Audiolivestream.