
Endlich durfte Heiko Vogel jubeln: Das Kleeblatt erkämpfte sich ein immens wichtiges 2:1 bei Holstein Kiel und feierte den ersten Sieg unter seinem neuen Cheftrainer. Fehlerfrei präsentierte sich die Fürther Abwehr auch an diesem Samstagnachmittag nicht, doch an der Kieler Föhrde knüpfte das Kleeblatt an die weitestgehend solide Defensivleistung aus der Vorwoche an. Mit viel Leidenschaft, Einsatz und einer Portion Spielglück - beide Treffer durch Keller und Futkeu fielen aus dem Nichts - fuhr die Spielvereinigung drei wichtige Zähler im Abstiegskampf ein und sorgte für neue Hoffnung im Kampf um den Ligaverbleib.
Stichwort Hoffnung: Viel davon ruhte vor der Partie auf einem Einsatz von Felix Klaus. Der Routinier war auf den Aufstellungsbögen sogar gelistet, doch es sollte nicht reichen - beim Aufwärmen signalisierte Klaus, nicht spielen zu können. So begann doch Dennis Srbeny für den gegen Eintracht Braunschweig wirkungslosen Felix Higl. Darüber hinaus nahm Heiko Vogel zwei weitere Änderungen im Vergleich zum letzten Spieltag vor: Winterneuzugang Doni Arifi rückte für den rotgesperrten Maximilian Dietz ins Mittelfeldzentrum, Jannik Dehm verdrängte nach abgesessener Gelbsperre Lukas Reich auf die Bank.
Duell der Harmlosen: Kaum Chancen im ersten Durchgang
Das Kleeblatt begann druckvoll, entfachte zunächst aber keine Torgefahr. Gegen den Ball agierte die Spielvereinigung in letzter Linie etwas überraschend mit einer Viererkette, Reno Münz begleitete die Linksverteidigerposition. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Kieler immer mehr die Spielkontrolle, taten sich gegen tiefstehende Fürther aber schwer, zu Chancen zu kommen. Nach 22 Minuten ergab sich etwas aus dem Nichts eine aussichtsreiche Situation fürs Kleeblatt: Ein langes Zuspiel ließ Srbeny mit viel Übersicht durch auf Futkeu, der jedoch zu lange mit dem Abschluss zögerte, sodass Zec per Grätsche klären konnte. Die anschließende Ecke brachte nichts ein.
Die Kieler konnten aus dem vielen Ballbesitz weiter kein Kapital schlagen; Skrzybski näherte sich aus der Distanz erstmals an, zielte aber zu hoch (27.). Auch das Kleeblatt blieb vorne harmlos: Nach einem Ballgewinn tief in der Kieler Hälfte dribbelte sich Futkeu im Sechzehner fest (30.). Zwei Minuten später waren wieder die Hausherren dran, dieses Mal deutlich aussichtsreicher als bislang: Eine Flanke aus dem Halbfeld durfte Harres ungestört für Skrzybski ablegen, der vor dem Sechzehner flach abzog - der Ball wurde abgefälscht und trudelte hauchzart am langen Pfosten vorbei. In der Schlussphase des ersten Durchgangs ließ sich das Kleeblatt immer tiefer in die eigene Hälfte drängen, hielt den uninspirierten Angriffsbemühungen der Störche aber stand. Torlos ging es in die Kabinen.
Keller düpiert Zec - Meffert hat die Antwort
Die zweite Hälfte begann mit einer weiteren Kieler Halbchance: Harres kochte Ziereis nach einem langen Ball ab und legte ab für Therkelsen, der den Ball jedoch nicht richtig traf und vorbeizielte (46.). Dann ging das Kleeblatt plötzlich in Führung: Hrgota chippte den Ball auf Verdacht hinter die letzte Kette der Kieler. Dort versuchte Zec lässig gegen Keller abzuschirmen - zu lässig, der Fürther klaute sich die Kugel und überwand Kiels Schlussmann Kruprey aus spitzem Winkel. Das 1:0 nach 50 Minuten! Die Kieler antworteten mit wütenden Angriffen und drängten auf den schnellen Ausgleich, die Spielvereinigung musste nun aufpassen, nicht die Ordnung zu verlieren, hielt sich zunächst aber schadlos.
Doch nach einer Stunde fanden die Störche eine Antwort: Nach feinem Schnittstellenpass tauchte Meffert rechts am Fünfmeterraum auf. Bjarnason kam zu spät, Schlieck blieb auf der Linie und hatte dann gegen den wuchtigen Abschluss aus kürzester Distanz keine Abwehrchance. In der Folge drückten die Norddeutschen auf den nächsten Treffer, das Kleeblatt befand sich wie so oft in einer Position, in der es nur selten für Entlastung sorgen konnte. Zu allem Überfluss humpelte Hrgota nach 65 Minuten angeschlagen vom Platz, für ihn kam Winterneuzugang Dardari. Kiel kam weiter zu Abschlüssen, nach einem Ballgewinn in der Fürther Hälfte zog Kapralik direkt ab, scheiterte aber an Schlieck (70.).
Futkeu behält die Nerven - Kleeblatt übersteht lange Nachspielzeit
Eine Viertelstunde vor Schluss feierte Mehmet Avlayici sein Zweitligadebüt fürs Kleeblatt; der Youngster aus der zweiten Mannschaft wurde für Srbeny eingewechselt. Eine Minute später zeigte Referee Eckermann plötzlich auf den Punkt: Dardari dribbelte mit Tempo in den Kieler Sechzehner und ging nach einer klaren Berührung durch Tohumcu zu Boden. Futkeu übernahm die Verantwortung und drosch den Ball in die Mitte des Tores - die erneute Führung für die Spielvereinigung (77.). Kiel rannte in der Folge an und drückte das Kleeblatt hinten rein, nach einer Halbfeldflanke setzte sich Harres mühelos von Bjarnason ab, köpfte aber direkt auf Schlieck (80.). Ansonsten kamen die Gastgeber in der Schlussphase zu keinen nennenswerten Gelegenheiten.
Nach 83 Minuten kam Neuzugang Elvedi direkt zu seinem ersten Einsatz und ersetzte den ebenfalls angeschlagenen Bjarnason. In der achtminütigen(!) Nachspielzeit machten es die Fürther extrem clever: Sie schafften es, das Spielgeschehen weitestgehed in die Kieler Hälfte zu verlagern und hielten die Störche mit teils schönen Ballstaffetten in Schach. In der 96. Minute tobte das Stadion, als Kelati gegen Dehm im Sechzehner zu Boden ging - doch Eckermann erkannte die Schwalbe des Kielers und entschied auf Gelb und Freistoß fürs Kleeblatt. Danach war Schluss: Das Kleeblatt entführte drei immens wichtige Punkte und stellte den Anschluss zur Konkurrenz wieder her. Weiter geht es am kommenden Freitag mit dem nächsten Abstiegs-Duell gegen 1. FC Magdeburg.