
Auf dem Instagram-Profil der Brauerei Leikeim ist von den schlechten Nachrichten noch nichts zu erahnen. Erst am Donnerstag ging ein Post online, in dem die Herstellung von alkoholfreiem Bier erklärt wird. Doch derzeit steht die Brauerei Leikeim aus dem oberfränkischen Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) offenbar gehörig unter Druck.
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, hat die Brauerei einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Die Brauerei sei „infolge der deutlichen negativen Absatz- und Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre“ in einen Liquiditätsengpass geraten, teilte Geschäftsführer Andreas Leikeim mit.
Die Herausforderungen im deutschen Biermarkt seien seit Jahren groß, hieß es weiter. Der Bierkonsum gehe zurück, die Kosten seien gestiegen, und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie belasteten die Situation zusätzlich.
Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist eine besondere Variante des Insolvenzrechts, die auf die Sanierung eines Unternehmens abzielt, anstatt auf dessen Abwicklung. Bei diesem Verfahren bleibt die Geschäftsleitung im Amt und saniert die Firma an der Seite eines sogenannten Sachwalters.
In den vergangenen Jahren habe man mehrere Versuche unternommen, um die negative Entwicklung zu stoppen. Unter anderem habe man das Exportgeschäft ausgebaut, in alkoholfreie Produkte investiert und Kosten eingespart. Das alles habe jedoch nicht ausgereicht, um die Belastungen dauerhaft auszugleichen, teilte das Unternehmen weiter mit.
Das Brauhaus Altenkunstadt Andreas Leikeim GmbH & Co. KG werde seit 1887 als unabhängige Familienbrauerei vom Stammsitz in Altenkunstadt aus geführt. Derzeit seien rund 100 Menschen dort beschäftigt. Der Betrieb und die Produktion gingen weiter. Derzeit würden im Zuge des Eigenverwaltungsverfahrens verschiedene Sanierungsoptionen geprüft.
Der Bierkonsum geht in Deutschland schon seit Jahren zurück. Zugleich steigen die Rohstoffpreise. Das setzt viele Brauereien unter Druck.
