Nürnberg - Zwischen Aufseß- und Maffeiplatz öffnet das Döppi seine Türen - mit großen Zielen. In der Kopernikusstraße 6 gibt es usbekische Küche, Kultur und einen Gastgeber zu erleben, der seinen Beruf mit Leidenschaft lebt.

Es klopft an der schweren Holztür. Shoyunus Ilyosov, der Inhaber des Döppi, telefoniert gerade noch. Ein Zusteller möchte zwei Pakete abgeben. Ilyosov öffnet lächelnd die Tür, entschuldigt sich fürs Telefonieren und nimmt dankend die Kartons an. Schon an dieser alltäglichen Situation kann man erkennen, wer Ilyosov ist - und warum er Gastronom geworden ist.

Er selbst sagt von sich, „ich liebe und lebe“ die Gastronomie - und ganz besonders liebt er es, Gastgeber zu sein. Welche Freude sein Beruf ihm macht, strahlt er förmlich aus. Geboren und aufgewachsen ist Shoyunus Ilyosov in Usbekistan. Anschließend studierte er in Lettland und begann am Goethe-Institut Deutsch zu lernen. Nach einem FSJ in Deutschland folgte eine Ausbildung zum Hotelfachmann in einem Sterne-Hotel in Biberach. In Nürnberg sei er einmal mit Freunden zum Feiern gewesen, erzählt der Gastronom schmunzelnd. Schon da habe ihm die Stadt gefallen.

Er habe die Noris als „multikulturell und vielfältig“ wahrgenommen und ergänzt, „Ich finde das toll“. Und wie sollte der gelernte Hotelfachmann seine eigene Kultur besser zeigen können, wenn nicht durch ein eigenes Restaurant? Doch der Weg bis zum eigenen Lokal war, wie Ilyosov erzählt, kein leichter. Ihm sei, selbst für die Fläche, in der er nun eröffnet hat, mehrmals abgesagt worden. Viele Vermieter wollten erst gar nicht mit ihm reden. Aber er blieb „trotz der vielen Absagen immer motiviert“.

Als er dann allerdings eröffnen konnte, sei die Nachfrage sehr schnell sehr hoch gewesen, führt Shoyunus Ilyosov weiter aus. Zurückzuführen sei das auf die große russische und post-sowjetische Community in Nürnberg - und darauf, dass usbekisches Plov (Gedünsteter Reis, oft mit gelber Karotte und Rosinen) über die eigenen Grenzen hinaus, in der ganzen ehemaligen Sowjetunion bekannt ist.

Und das traditionelle Nationalgericht ist nicht das einzige Stück Heimat und Kultur, das es in die Kopernikusstraße geschafft hat. Der Name des Restaurants ist angelehnt an das Wort „Doppi“, das bezeichnet die klassisch usbekische Kopfbedeckung, die zu Hochzeiten oder Festen getragen wird - aber geschrieben mit dem deutschen Umlaut „Ö“. Wenn das mal keine Integration ist.

Und Ilyosov hat große Pläne. „Schon bald“ wolle er noch ein weiteres Restaurant in Bayern eröffnen. Noch größer und noch authentischer soll dieses Restaurant dann sein. Vielleicht sogar irgendwann als Franchise in ganz Europa, fantasiert er, „Döppi made in Germany“ eine Marke, ein Konzept wie der Döner.

Doch erstmal braucht er konkret für Nürnberg mehr Mitarbeiter, er spricht von „Experten in der Küche“, damit er sich auf die Gäste konzentrieren kann, denn er will den Gästen das beste Erlebnis bieten und das falle ihm trotz seines Koch-Könnens schwer, da er größtenteils alleine in der Küche sei. Mehr vegetarische und vegane Speisen soll es dann beispielsweise auf der Karte geben, wenn er Unterstützung hat.

Und er könnte seiner eigentlichen Leidenschaft wieder näherkommen. Dem sozialen Aspekt des Gastro-Berufs. Er könnte wieder mehr Service machen, wieder mehr Gastgeber sein. „Ich möchte meine Gäste begrüßen“, fasst Ilyosov zusammen, und „jeden, der zu uns kommt, glücklich machen“ … egal, ob Gast oder Paketbote, denke ich mir den Satz zu Ende.