Nürnberg - Sie suchen Bücher zum Wohlfühlen, bei denen man sich von innen aufwärmt, wollen aber keine Liebesromane lesen? Wir haben die perfekten Buchtipps für den Winter.

Wenn es im Winter kalt wird, gibt es nichts Schöneres, als sich auf der Couch einzumummeln und mit einem Wohlfühlbuch von innen aufzuwärmen. Aber müssen cozy Wohlfühlbücher immer Liebesromane sein? Was, wenn man keine Lust hat auf eine Liebesgeschichte?

Kein Problem, auch dafür hält die schier unfassbare Menge an Büchern, die es gibt, etwas bereit. Unsere Buchtipps erfüllen den vollen Wohlfühlfaktor, ganz ohne Romance.

Wohlfühl-Buchtipp: „Frankie“ von Jochen Gutsch und Maxim Leo

Dieser Roman ist ein ganz besonderes Buch, denn obwohl es kein Kinderbuch ist, steht ein Tier im Vordergrund. Die Hauptfigur ist der halbwilde Kater Frankie, der sich einen neuen Menschen anschafft. Dabei steht der Kater nicht nur im Mittelpunkt, wir erleben die komplette Handlung aus seiner Sicht. Denn Katzeneltern ahnen es schon lange: Katzen können sprechen, sie wollen nur nicht. Meistens zumindest.

Der halbwilde Kater erzählt uns, wie er seinen neuen Menschen, Richard Gold,kennenlernt. Gold, wie Frankie ihn nennt, ist schwer depressiv und suizidgefährdet, auch wenn Frankie das am Anfang der Geschichte nicht begreift. Dennoch scheint das Kümmern um ein Tier dem Mann zu helfen, ohne natürlich das Grundproblem zu lösen.

Frankie erzählt seine Geschichte auf genau die Art und Weise, wie wir das von einem Kater erwarten würden. Dabei zeigt er einen gewissen Gleichmut gegenüber den Menschen - und dennoch große Herzlichkeit.

Durch die besondere Perspektive schaffen es Jochen Gutsch und Maxim Leo, ein so schwieriges Thema wie Depression auf humoristische Weise zu bearbeiten, ohne dass es oberflächlich wird oder gar romantisiert.

Insbesondere Katzeneltern werden sich dabei ertappen, beim Lesen laut aufzulachen, weil sie ihre eigenen Stubentiger in Frankie wiedererkennen. Die Mischung an Emotionen, die dieser Roman bietet, ist perfekt geeignet, um sich an kalten Wintertagen von innen aufzuwärmen.

„Frankie“

von Jochen Gutsch und Maxim Leo

Ghibli zum Lesen? „Die Katze, die unsere Bücher rettete“ von Sosuke Natsukawa

Fans von Ghibli-Filmen wissen: Die Filme von Hayao Miyazaki sind hervorragende Wohlfühlfilme. Was nicht heißt, dass hier nie etwas schiefgeht, die Heldinnen und Helden in „Chihiros Reise ins Zauberland“, „Prinzessin Mononoke“ oder „Das wandelnde Schloss“ müssen sich mit allerlei Widrigkeiten auseinandersetzen, die nicht selten magisch sind und übermächtig erscheinen. Doch es ist die Art und Weise, auf die diese moralisch unbestechlichen Figuren diese Probleme lösen, die hier den Wohlfühlfaktor ausmacht.

Jetzt hat „Die Katze, die unsere Bücher rettete“ weder etwas mit dem Studio Ghibli noch Zeichner Hayao Miyazaki zu tun. Doch wie so oft läuft auch bei diesem Buch ein Film vor unserem inneren Auge ab, der die Handlung darstellt. Und bei diesem Buch wäre das zweifellos ein Ghibli-Film.

Nanami Kosaki lebt zwischen Atemnot und Abenteuerlust: Wegen ihres Asthmas bleibt ihr der Alltag mit Sport und Freunden verwehrt, doch in der Bibliothek blüht sie auf. Bücher sind ihre Welt – bis diese plötzlich zu verschwinden beginnen. Ein geheimnisvoller Fremder, ein flackerndes Licht und eine Spur voller Rätsel ziehen Nanami hinaus aus ihrer sicheren Lesewelt. Mit Katze Tiger und Buchhändler Rintarō an ihrer Seite stellt sie sich dem Mysterium, das weit größer ist, als sie ahnt.

„Die Katze, die unsere Bücher rettete“

von Sosuke Natsukawa

Buchtipp zum Wohlfühlen: „Piranesi“ von Susanna Clarke

Piranesi lebt in einer seltsamen Welt. Große Säle, die voller Statuen sind, reihen sich hier endlos aneinander. Das Haus, wie Piranesi diese Welt nennt, hat verschiedene Stockwerke. Unten toben Meere, oben wabern Wolken durch die Räume.

Piranesi lebt hier ganz allein und niemand kennt Das Haus so gut wie er. Es gibt nur einen lebendigen Menschen, dem er begegnet. Zweimal pro Woche besucht ihn der Andere und sie tauschen Forschungsergebnisse aus. Doch dann kündigt sich die Ankunft einer weiteren Person an. Wie wird diese Person sein? Gutmütig und offen, wie es auch Piranesi ist, oder doch so bösartig, wie der Andere Piranesi versichert?

Dieser Stand-Alone Fantasy-Roman besticht durch seine wunderbare, poetisch beschriebene Welt, aus der man gar nicht mehr auftauchen will. Sie mischt den Wohlfühlmoment mit der Abenteuerlust, die diese seltsame Welt in uns auslöst.

„Piranesi“

von Susanna Clarke