
Nun also doch: Die Cyberangriffe auf Supermärkte haben jetzt auch Mittelfranken erreicht. Das sieht man in letzter Zeit häufiger: Aufgeheizte Kühlregale und Berge an Fleisch-, Milch und Tiefkühlprodukten, die am Ende in der Tonne landen. Dahinter stecken Cyberangriffe. Hacker verschaffen sich Zugriff in die Kühlsysteme von Supermärkten und verändern die Temperaturen maßgeblich. Angefangen haben die Cyberangriffe in Frankreich.
Jetzt haben Hacker auch in der Metropolenregion Nürnberg zugeschlangen. Ihr Ziel war die „Pflugsmühle“ im Landkreis Roth in der Nacht von Sonntag auf Montag. Die Kühlungsanlagen heizten sich auf bis zu 150 Grad auf, wodurch ein großer Teil der dort gelagerten Lebensmittel nicht mehr sicher für den Verzehr war. Der Schaden beläuft sich auf circa 5000 Euro.
Die Kripo Schwabach hat die Ermittlungen aufgenommen. Untersucht wird ebenfalls, ob der Vorfall mit anderen Cyber-Attacken in Bayern und in der gesamten Bundesrepublik zusammenhängt. Denn bereits vor dem Vorfall in der „Pflugsmühle“ gab es in Bayern Angriffe. In Reisbach im Landkreis Dingolfing-Landau wurden Kühlanlagen eines Supermarktes auf 50 Grad aufgeheizt. Die Folgen? - Mehrere Lebensmittel mussten weggeworfen werden. Auch in der Oberpfalz haben die Hacker nicht Halt gemacht. Im Landkreis Neustadt an der Waldnaab wurden die Kühlungen in einer Metzgerei durch einen Cyberangriff sogar auf etwa 150 Grad erhöht. Daraus entstand ein Schaden im fünfstelligen Bereich.
So sieht die Situation in Franken aus
Andreas Schöffel vom Handelsverband Bayern stellte im Gespräch mit unserer Redaktion klar: „Die Anzahl der Cyberangriffe wird zunehmen“. Einen hundertprozentigen Schutz vor Cyberangriffen gebe es nicht, solange Kriminelle versuchen würden, in IT-Systeme einzudringen. Allerdings seien die bayerischen und fränkischen Lebensmittelunternehmen im Vergleich zu Frankreich recht gut geschützt, da hierzulande keine derart veralteten Systeme zum Einsatz kämen.
