
Die Allgemeine BäckerZeitung (ABZ) hat Andreas Fickenscher aus Münchberg in Oberfranken den Titel „Bäcker des Jahres“ verliehen. Die Auszeichnung zählt zu den wichtigsten im deutschen Bäckerhandwerk. Die Verleihung fand im Zuge der Messe Südback in Stuttgart statt. Eine Fachjury wählte Fickenscher einstimmig aus 8.659 Bäckereien in Deutschland aus.
Die Familie Fickenscher backt seit 1625 in Münchberg. Andreas Fickenscher ist Bäcker- und Konditormeister, Betriebswirt und Brotsommelier. Gemeinsam mit seiner Frau Jessica führt er Fickenschers Backhaus in elfter Generation mit elf Fachgeschäften und rund 110 Mitarbeitenden. Gebacken wird bis heute handwerklich unter dem Motto „Gutes bewahren - Neues entdecken.“
Erst kürzlich hat ein Magazin eine Bäckerei aus dem Landkreis Fürth zur besten in Bayern gekürt.
„Bäcker des Jahres 2026“ kommt aus Franken - damit hat er überzeugt
Fickenschers Backhaus wirbt mit selbstgezüchteten Natursauerteigen, bis zu 48 Stunden Teigreife, Getreide aus dem Hofer Land, Eiern und Milch von Familienbetrieben. Die Backwaren seien frei von Fertigmischungen.
Der Familienbetrieb verbindet Tradition konsequent mit neuen Ideen. Im Mittelpunkt steht das Konzept backverliebt.com: Brote und Brötchen aus der Handwerksbäckerei werden als Daheimgebäck in ganz Deutschland verschickt und dort im eigenen Ofen fertig gebacken. So kommt Handwerksbrot auch in Orte, in denen es keine Bäckerei mehr gibt. Seit 2016 digitalisiert er zudem die Prozesse seines Betriebs und setzt Künstliche Intelligenz bei der Bedarfsplanung ein. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Anwendungszentrum entwickelte der umtriebige Bäckermeister und Brot-Sommelier die Backunterlage BakeTex.
In seiner Laudatio würdigte Christian Germelmann von der Universität Bayreuth Andreas Fickenschers Innovationsgeist, seine Strategien und die angestoßenen Forschungsprojekte. Fickenscher sagte nach der Verleihung: „Diese Auszeichnung gehört unserem ganzen Team und unserer Familie. In vielen Orten gibt es keine Bäckerei mehr. Wir wollen zeigen, dass Handwerk trotzdem eine Zukunft hat – wenn wir Tradition und neue Ideen zusammenbringen.“
