
Wer in diesem Jahr in Nürnberg nach Lebkuchen sucht, muss sich umgewöhnen: Der Nürnberger Lebkuchenmarkt findet erstmals nicht mehr an der Lorenzkirche statt. Von Donnerstag, 29. Oktober, bis Samstag, 7. November, erstreckt sich die Süßwarenmeile stattdessen vom Ludwigsplatz über den Hefnersplatz bis in die Karolinenstraße auf Höhe Breuninger. Geöffnet ist täglich von 10 bis 20 Uhr.
Für den Markt ist es eine Zäsur. Nach Angaben des Blogs Nürnberg und so stand er seit 2012 auf dem Platz vor dem Haupteingang der Lorenzkirche. Zuvor war er auf dem Lorenzer Platz angesiedelt. Zuletzt, 2025, lockte er dort unter dem Motto „Süße Inseln“ Besucher und Besucherinnen an.
Der Umzug fällt in eine Zeit, in der der Platz vor der Kirche ohnehin Streitthema ist. Wegen der Bauarbeiten am Haupt- und Obstmarkt stehen dort mehr Foodtrucks, und Teile des Wochenmarkts sind vor die Lorenzkirche und in die Königstraße ausgewichen. Die Stadt will die Standplätze neu ordnen, das gastronomische Angebot verringern und den Markt stärker auf klassische Frische- und Wochenmarktprodukte ausrichten, wie nordbayern.de berichtete. Besonders hitzig wurde es um den Falafelstand Green Palmyra: Die Stadt wollte die Zulassung widerrufen, der Betreiber setzte sich per Eilantrag vorerst durch. Auch im Stadtrat gab es Streit, am Ende dürfen alle Händler des Wochenmarkts, die das wollen, mit umziehen. Ob der neue Standort des Lebkuchenmarkts mit diesen Debatten zusammenhängt, ist nicht bestätigt.
Am Angebot des Lebkuchenmarkts ändert sich laut Stadt nichts. Über ein Dutzend Ausstellerinnen und Aussteller sowie Lebküchnereien aus Nürnberg und Umgebung bieten ihre Spezialitäten an. Neben Lebkuchen gibt es Nussprodukte, Gebäck, Pralinen, Schokolade, Lebkuchenlikör und heißen Punsch. Der Markt mache „die handwerkliche Kompetenz der regionalen Hersteller erlebbar“, heißt es seitens der Stadt.
Neue Verbindung durch Innenstadt Nürnberg - Lebkuchenmarkt finanziert Weihnachtsbeleuchtung
Mit dem neuen Standort will die Stadt auch den Handel in der Innenstadt stärken. Der Markt schaffe „eine zusätzliche Verbindung durch die Innenstadt“ und führe die Besucher entlang einer Einkaufsachse. „Wir bringen den Lebkuchenmarkt dieses Jahr noch zentraler in die Innenstadt“, sagt Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier. „Entlang der neuen Route bewahren wir unsere Nürnberger Tradition und laden bei regionalen Spezialitäten zum Entdecken und Verweilen ein“, erklärt sie weiter.
Veranstalter ist der Verein Nürnberg leuchtet, dessen stellvertretende Vorsitzende Heilmaier ist. Die Einnahmen des Markts fließen in die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung. Vereinsvorstand Matthias Benk sagt: „Der Lebkuchenmarkt gehört für viele Menschen fest zum herbstlichen Innenstadtbesuch.“ Der Markt leiste „einen wichtigen Beitrag dazu, die Nürnberger Weihnachtsbeleuchtung zu finanzieren“.
Der Nürnberger Christkindlesmarkt auf dem Hauptmarkt beginnt am 27. November und dauert bis zum 24. Dezember. Christkind Nora Falk wird auch heuer wieder den weltberühmten Prolog sprechen. Die Weihnachtsbeleuchtung wird in Nürnberg in der Regel Mitte November eingeschaltet, ein konkretes Datum ist derzeit noch nicht bekannt.