Nürnberg/Fürth - Gaststätten voller Tradition - davon gibt es wahrlich viele in Franken. Wir haben ein paar echt urige Tipps für deinen nächsten Wirtshaus-Besuch in Nürnberg und Fürth zusammengestellt.

Es ranken sich wilde Legenden um sie, viele mussten nach Bränden oder Zerstörung wiederaufgebaut werden: In Nürnberg und Fürth gibt es traditionsreiche Wirtshäuser, die weit mehr sind als nette Speiselokale. Unsere Gastronomie-Tipps im Überblick:

Der Klassiker: Die legendäre Bratwurstküche Zum gulden Stern

Nach eigenen Angaben geht die Geschichte des gulden Sterns auf den Zeitraum um 1380 zurück, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1419. Damit ist die Bratwurstküche sage und schreibe über 600 Jahre alt. „Mehr als Legende ist, dass hier schon Albrecht Dürer unter anderem mit dem Erfinder der Taschenuhr, Peter Henlein, zechte“, schreiben Sofia und Martin Hilleprandt über die Historie ihrer uralten Bratwurstküche in der Nürnberger Zirkelschmiedsgasse. Die hat also schon einiges erlebt, 2015 sorgte eine Brandstiftung für einen immensen Schaden. Doch noch im selben Jahr konnte die Küche wiedereröffnen. Besonders bekannt ist die Gaststätte natürlich für die ganz frischen Nürnberger Rostbratwürste nach altem Rezept, die über Buchenholzfeuer zubereitet werden. „Die kann man nirgends so authentisch essen wie bei uns“, sagt Sofia Hilleprandt stolz.

Zerstört und wiederaufgebaut: Bratwurst Röslein in Nürnberg

Auch hier geht es natürlich um die Wurst: Bratwurst Röslein, direkt am Rathaus in Nürnberg gelegen, beruft sich auf eine lange zurückliegende Tradition. Als das weltgrößte Bratwurst-Restaurant bietet es über 600 Plätze im Wirtshaus. Der heutige Name taucht zwar erst 1906 in der Chronik auf, doch 1480 ist die Rostbratküche erstmals unter „Zu den drei Rosen“ erwähnt. Das historische Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg 1945 zerstört, der Betrieb wurde danach zunächst provisorisch weitergeführt, rund 20 Jahre später kann das neue Bratwurst Röslein erbaut werden. Bratwurst Röslein hat aber natürlich noch viele weitere Klassiker sowie auch vegetarische Gerichte auf der Speisekarte.

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<p>Die historische Ansicht des Obstmarkts in Nürnberg zeigt die geparkten Autos vor dem <em>Bratwurst Röslein</em> in den 1980ern, damals noch mit Schaufenster.</p> © Herbert Voll/VNP

Historisches Fachwerk in der Stadt: Die Albrecht-Dürer-Stube Nürnberg

Mitten in Nürnberg erzählt ein weiteres Gasthaus Stadtgeschichte: Die Albrecht- Dürer-Stube gehört zu den markantesten Fachwerkhäusern der Stadt. Das viergeschossige Eckhaus mit freiliegendem Fachwerk ragt mehr als 25 Meter in die Höhe und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sein ältestes erhaltenes Bauteil, eine hölzerne Stützsäule, ist datiert auf das Jahr 1559. Seit mindestens 1811 ist belegt, dass in dem Gebäude Wein ausgeschenkt wurde. 1951 entstand daraus der Familienbetrieb Höllerzeder - bis heute. Seit 2003 leiten Michael und Pia Höllerzeder das Haus in dritter Generation. Und was gibt es zu essen? Die Speisekarte bietet neben - dreimal darfst du raten - Bratwürsten und Braten auch wechselnde Gerichte, je nach Saison.

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<p>Ansicht der <em>Albrecht-Dürer-Stube</em> an der Agnesgasse.</p> © Eduard Weigert/VNP

Uralte Wirtshauskultur in Fürth: Der Grüne Baum

Natürlich gibt es auch in Fürth uralte Wirtshauskultur. Die älteste Gaststube, die bis heute noch in der Kleeblattstadt in Betrieb ist, befindet sich in der berühmten Gustavstraße: Der Grüne Baum. Der markante Sandsteinquaderbau gilt als lebendiges Stück fränkischer Geschichte. Laut Stadt Fürth reicht die Tradition bis ins Jahr 1607 zurück. Im Haus kamen früher Zünfte unter, politische Reden wurden hier gehalten. Der Legende nach speiste auch der schwedische König Gustav Adolf in dem Gebäude. Heute verbinden sich in dem Haus Fürther Geschichte und moderne Gastlichkeit. Denn im Gebäude gibt es auch eine Eventlocation für die verschiedensten Anlässe. Die Küche serviert fränkische Klassiker - von Karpfen bis Schäufele über Sauerbraten mit Lebkuchensoße.

Fürther Baudenkmäler
<p>In der Gustavstraße 34 in Fürth ist das Wirtshaus <em>Grüner Baum</em> zu finden.</p> © Hans-Joachim Winckler/VNP

Kulinarischer Ausflug in Fürth: Wiener Küche im Wilden Mann

Feinschmecker der österreichischen Küche werden im Wilden Mann in der Fürther Königstraße auf ihre Kosten kommen. Und dabei in einer Gaststätte speisen, die zu den ältesten der Kleeblattstadt zählt. Nach eigenen Angaben der Betreiber wurde das Wirtshaus nämlich 1696 das erste Mal erwähnt. Heute kann man sich dort Kaiserschmarrn, Apfelstrudel oder aber natürlich Wiener Schnitzel und mehr schmecken lassen. Am Herd steht der erfahrene Koch und Gastronom Nenad Gizdavic. Für alle, die Fürther Wirtshausgeschichte und -geselligkeit mit einer Prise Wiener Schmäh nicht abgeneigt sind.