Nürnberg - Nur wenige Wochen ist es erst her, nun wurde in Nürnberg erneut eine Fliegerbombe entdeckt. Der 225 Kilo schwere Blindgänger ist am Donnerstag bei Bauarbeiten südöstlich des Südfriedhofs aufgefunden worden.

In Nürnberg ist erneut eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Bei Bauarbeiten an der Trierer Straße, südöstlich des Südfriedhofs und zwischen der Trierer Straße und der Schnorrstraße am Rangierbahnhof, wurde am Donnerstagvormittag, 22. Oktober, ein amerikanischer Blindgänger gefunden. Nach Angaben der Stadt Nürnberg wog die Bombe 225 Kilogramm.

Am Donnerstagabend dann aber Entwarnung von Seiten der Stadt und der Einsatzkräfte: Gegen 18.32 konnte der Blindgänger, der gegen 9.30 Uhr gefunden wurde, von Sprengmeister Sebastian Kraatz und seine Kollegen Claudio Linschun und Fabian Höll nach 62 Minuten Arbeit entschärft werden.

Der Blindgänger lag demnach beim Auffinden an der Oberfläche. Die Entschärfung wurde von Anfang an noch für den Donnerstag, 22. Oktober, geplant, erklärte die Stadt im Voraus. Dafür wurde seit den Mittagsstunden das Gebiet rund um den Fundort evakuiert. Der festgelegte Evakuierungsradius betrug laut Angaben der Stadt 750 Meter. Mit der Evakuierung der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner wurde gegen 12.55 Uhr begonnen. Gegen 17.25 Uhr war das Gebiet laut Angaben der Stadt vollständig geräumt. Nun können die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt zufolge wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Während der Dauer des Einsatzes waren rund 500 Einsatzkräfte vor Ort - dabei waren Rettungsdienste mit etwa 200 Kräften vertreten, die Feuerwehr mit rund 100, die Polizei mit etwa 120. Das THW war mit 40 Personen vor Ort, dazu kamen noch Kräfte der DB-Werksfeuerwehr und der VAG. . Die Schulleitung der Grundschule Bauernfeindstraße hatte sich für eine Evakuierung der Kinder in die Neptunschule entschieden. Auch ein Seniorenheim mit 120 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie eine Kindertagesstätte lagen im Evakuierungsgebiet.

Fliegerbombe in Nürnberg: Diese Stadtteile waren von der Evakuierung betroffen

Von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen waren am Donnerstag der westliche Teil der Rangierbahnhofsiedlung, etwa die Hälfte der Kettelersiedlung sowie Teile von Falkenheim und der Bauernfeindsiedlung.

Für Menschen, die ihre Wohnungen oder Häuser verlassen mussten, hatte die Stadt für die Dauer der Evakuierungsmaßnahmen eine Betreuungsstelle im in der Messehalle 12 des Nürnberger Messezentrums eingerichtet.

Das sollten Betroffene bei der Evakuierung beachten

Die Stadt bat zwischenzeitlich alle Betroffenen, den Anweisungen der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei Folge zu leisten und das betroffene Gebiet zügig zu verlassen. Dabei sollte nur das Wichtigste mitgenommen werden. Zudem sollten Angehörige darüber informieren werden, wo man sich während der Evakuierung aufhalten konnte. Wer Nachbarn hat, die auf Unterstützung angewiesen sind, sollte ihnen nach Möglichkeit helfen - hieß es während der Evakuierungsmaßnahmen von Seiten der Einsatzkräfte und der Stadt weiter.

Bombenfund in Nürnberg: Einschränkungen bei Bus und Bahn

Auch der öffentliche Nahverkehr war durch den Bombenfund von den Maßnahmen betroffen. Die Stadt hatte zeitweise Änderungen für die Buslinie 68 und die Linie E5 angekündigt. Der E5 fuhr daher nur bis zur Haltestelle Saarbrückener Straße und wendete dort. Die Haltestelle Worzeldorfer Straße konnte nicht bedient werden.

Bei der Buslinie 68 kam es ebenfalls zu Umleitungen und Haltestellenausfällen. Der Bus fuhr von Langwasser Mitte zunächst bis Harnischschlag und anschließend über die Münchener Straße zur A73. Über die nächste Ausfahrt ging es weiter zur Saarbrückener Straße. Von dort fuhr die Linie wieder auf ihrer regulären Strecke bis zur Endhaltestelle Gustav-Adolf-Straße. Nicht angefahren werden konnten die Haltestellen Kornburger Straße, Schwander Straße, Herpersdorfer Straße und Worzeldorfer Straße, so die Stadt am Tag der Entschärfung.

Letzter Bombenfund in Nürnberg ist erst wenige Wochen her

Der letzte Fliegerbombenfund in Nürnberg ist noch nicht einmal einen Monat her. Am 28. September 2026 wurde bei Bauarbeiten auf einem Firmengelände in der Winter-Günther-Straße im Stadtteil Gibitzenhof eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Damals handelte es sich um eine 150 Kilogramm schwere Bombe.

Dieser Artikel wurde zuletzt um 19.10 Uhr aktualisiert.

Hier gibt es auch noch unseren Live-Ticker zum Tag der Bomben-Entschärfung in Nürnberg zum Nachlesen. Dabei haben wir euch während des Tages auf dem Laufenden gehalten.


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