Nürnberg - Vorräte im Gefrierschrank, dramatische Abschiedsvideos und eine angedrohte „Sammelklage“: Dass McDonald‘s den McRib aus dem Sortiment nimmt, sorgt in den sozialen Netzwerken für reichlich Aufregung.

Für manche ist es einfach nur ein Burger. Für andere ein Stück Kindheit, Jugend und jahrzehntelange Fast-Food-Geschichte. Dass die Fast-Food-Kette McDonald‘s den Burger „McRib“ nach 37 Jahren aus dem regulären Sortiment nimmt, lässt jedenfalls einige Fans nicht kalt. Auf der Social-Media-Plattform TikTok nehmen die Reaktionen inzwischen teils absurde Ausmaße an.

Zwischen Hamsterkäufen, emotionalen Abschiedsvideos und juristischen Drohungen wird deutlich: Für eingefleischte McRib-Liebhaber ist das Ende des Klassikers offenbar eine ernste Angelegenheit – wenn auch mit einem Augenzwinkern.

„Die größte McRib-Sammlung Deutschlands“

Während manche Fans ihren letzten McRib noch einmal in aller Ruhe genießen, hat ein TikTok-Nutzer offenbar bereits vorgesorgt. In einem seiner Kurzvideos steht er vor einem Gefrierschrank, dessen Schublade bis oben hin mit McRib-Packungen gefüllt ist. Sein Kommentar dazu: „Manche haben 2010 Bitcoin gekauft und sind jetzt stinkreich. Aber ich habe die größte McRib-Sammlung Deutschlands und bin bald damit noch reicher.“

Ob er mit seinem Vorrat tatsächlich auf ein lukratives Geschäft hofft, bleibt offen. Fest steht: Die Burger hat er offenbar tatsächlich eingefroren. In weiteren Kurzvideos beschäftigt er sich bereits mit der entscheidenden Frage, wie sich die Vorräte am besten wieder aufwärmen lassen. Backofen oder Mikrowelle?

Strafanzeige wegen McRib-Entzugs? Sogar ein Anwalt schaltet sich auf TikTok ein

Auch der aus TV-Sendungen wie „Richter Alexander Hold“ und „Im Namen der Gerechtigkeit – Wir kämpfen für Sie!“ bekannte Anwalt Stephan Lucas hat sich auf TikTok zum bevorstehenden McRib-Aus geäußert. Mit seiner Tochter nimmt er die Entscheidung von McDonald‘s aufs Korn.

„Für mich stirbt gerade mein letztes Stück Jugend“, klagt Lucas im Video. Die Reaktion seiner Tochter fällt wenig mitfühlend aus: „Du bist doch Strafverteidiger, dann zeig die halt an.“ Gesagt, getan: In Anwaltsrobe erklärt Lucas daraufhin, er erstatte „Strafanzeige wegen des dringenden Verdachts der vorsätzlichen Körperverletzung durch Entzug eines seit Jahrzehnten lebensnotwendigen Nahrungsmittels“. McDonald‘s stürze Millionen Menschen und insbesondere Väter damit in „große, akute seelische Verzweiflung“.

Natürlich ist das Ganze nicht ganz ernst gemeint. In den Kommentaren zeigt sich allerdings, dass Lucas mit seiner gespielten Empörung durchaus einen Nerv getroffen hat. „Macht es wie ich. 150 Stück gekauft“, schreibt ein Nutzer. Eine andere Userin kündigt an: „Kein McRib mehr??? Das darf nicht sein!!! Ich bin bei der Sammelklage dabei!!!“

„With or without you“: Letzter McRib mit U2 und ganz viel Nostalgie

Dass der Abschied für manche Fans mehr ist als ein Anlass für einen Scherz, zeigen weitere Videos. Ein Vater filmt sich beispielsweise dabei, wie er seinen letzten McRib isst. Untermalt wird die Szene von „With or Without You“ der irischen Rockband U2 – ein Soundtrack, der die ohnehin nostalgische Stimmung noch verstärkt.

Doch nicht jeder kann die Aufregung nachvollziehen. Unter den Abschiedsvideos finden sich auch deutlich weniger wehmütige Stimmen. „Den Hype um McRib habe ich noch nie verstanden. Fand den schon immer eklig“, schreibt ein Nutzer.

Warum verschwindet der McRib überhaupt?

Hinter dem Abschied steckt eine Entscheidung von McDonald‘s, die viele langjährige Fans überrascht haben dürfte. Der McRib steht in Deutschland seit 1989 auf der Speisekarte und gehört damit zu den Klassikern des Fast-Food-Konzerns.

Damit ist nun Schluss: Der Burger ist nur noch bis zum 27. Oktober erhältlich. Als Begründung verweist McDonald‘s auf die regelmäßige Weiterentwicklung der Speisekarte. Neben dauerhaft angebotenen Klassikern wolle das Unternehmen künftig stärker auf wechselnde Aktionsprodukte setzen. Ob wirtschaftliche Gründe oder die Verkaufszahlen bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben, ließ das Unternehmen offen.