
Pommes, Hähnchen oder Gemüse: Die Heißluftfritteuse ist für viele Menschen aus der Küche kaum noch wegzudenken. Sie braucht weniger Öl als eine klassische Fritteuse und ist vielseitig einsetzbar. Doch nicht jedes Lebensmittel eignet sich für die Zubereitung im Airfryer. Im ungünstigsten Fall kann der falsche Umgang mit Zutaten oder Zubehör sogar zur Brandgefahr werden.
Das Problem liegt im Prinzip des Geräts: Ein Ventilator verteilt heiße Luft im Garraum. Leichte Lebensmittel können dadurch aufgewirbelt werden. Fett und Speisereste können außerdem Rauch verursachen. Doch wer einige Regeln beachtet, kann solche Risiken vermeiden.
Spinat und Salat: Wenn leichte Blätter zur Gefahr werden
Spinat, Salatblätter und anderes leichtes Blattgemüse wirken auf den ersten Blick harmlos. Im Airfryer kann der starke Luftstrom jedoch zum Problem werden: Einzelne Blätter können nach oben gewirbelt werden und mit dem Heizelement in Kontakt kommen. Dort können sie anbrennen. Darauf weist beispielsweise der Hersteller Philips hin.
Wer Gemüsechips zubereiten möchte, sollte deshalb die Hinweise des Geräteherstellers beachten und nur geeignetes Zubehör verwenden, das die Lebensmittel sicher im Korb hält. Lose Blätter gehören nicht ungesichert in den Garraum.
Toast und andere leichte Lebensmittel: Der Luftstrom wirbelt sie auf
Auch eine einzelne Toastscheibe kann im Airfryer problematisch werden. Sie ist leicht genug, um vom Luftstrom angehoben zu werden. Gelangt sie in die Nähe des Heizelements, kann auch sie dort anbrennen.
Das bedeutet nicht, dass Toast grundsätzlich in jedem Airfryer verboten ist. Entscheidend sind die Konstruktion des Geräts, die Menge der Lebensmittel und die Herstellerangaben. Wer Brot rösten möchte, sollte prüfen, ob das Gerät für diese Verwendung laut Hersteller vorgesehen ist.
Speck und sehr fettes Fleisch: Plötzlicher Qualm
Knuspriger Speck aus dem Airfryer mag für einige verlockend klingen. Bei fettreichen Lebensmitteln kann während des Garens jedoch Fett austreten. Gelangt es auf heiße Flächen oder treffen Fettspritzer auf Rückstände im Gerät, kann es zu starker Rauchentwicklung kommen.
Der Hersteller Philips nennt fettreiche Lebensmittel und alte Fettrückstände als mögliche Ursachen für weißen Rauch. Der Hersteller empfiehlt, den Garvorgang bei starker Rauchentwicklung zu unterbrechen und das Gerät nach dem Abkühlen gründlich zu reinigen. Bei geeigneten Modellen kann ein vorgesehener Fettauffangeinsatz helfen.
Pommes und Kartoffelchips: Krebsrisiko vermeiden
Goldbraune Pommes gehören zu den Klassikern aus dem Airfryer. Doch wer Kartoffelprodukte zu lange oder bei zu hohen Temperaturen erhitzt, sollte aufpassen: Dabei kann Acrylamid entstehen. Der Stoff gilt als gesundheitlich bedenklich, weil er das Krebsrisiko potenziell erhöhen kann.
Die Verbraucherzentrale erklärt, dass Acrylamid vor allem bei der starken Erhitzung kohlenhydratreicher Lebensmittel entsteht. Neben Pommes und Chips können auch Toastbrot, Kekse und andere Getreideprodukte betroffen sein.
Für die Heißluftfritteuse empfiehlt die Verbraucherzentrale, möglichst unter 180 Grad Celsius zu bleiben und die Garzeit kurz zu halten. Pommes sollten höchstens goldgelb und nicht dunkelbraun werden. Ganz vermeiden lässt sich die Acrylamidbildung beim Erhitzen allerdings nicht.
Flüssiger Teig und feuchte Panaden: Das wird schnell zur Sauerei
Fisch im Bierteig oder selbst gemachte, flüssig panierte Snacks sind für den Airfryer nicht immer die beste Wahl. Anders als bei einer klassischen Fritteuse gibt es kein heißes Ölbad, in dem der Teig unmittelbar stockt. Flüssige Panade kann deshalb durch den Korb tropfen und sich am Boden festsetzen.
Das ist in erster Linie ein Problem für die Zubereitung und die Reinigung, nicht automatisch eine Brandgefahr. Eingebrannte Reste können allerdings bei späteren Garvorgängen Rauch verursachen.
Besser geeignet sind fest haftende Panaden. Bei selbst panierten Lebensmitteln sollte die Panade gut angedrückt werden.
Käse ohne Hülle: Der Belag schmilzt durch den Korb
Camembert, Mozzarella oder anderer Käse können im Airfryer schmelzen und durch den Rost laufen, wenn sie nicht ausreichend eingefasst sind. Das kann zu festgebrannten Rückständen und zusätzlichem Reinigungsaufwand führen.
Ganz auf Käse verzichten müssen Nutzerinnen und Nutzer deshalb nicht. Käse in einer geeigneten Panade oder in einer ausdrücklich für das Gerät zugelassenen ofenfesten Form ist eine bessere Wahl. Wichtig ist, dass das Zubehör die Luftzirkulation nicht unzulässig behindert und für die verwendete Temperatur geeignet ist.
Popcorn: Nicht jeder Airfryer ist dafür geeignet
Maiskörner einfach in den Korb geben und auf Popcorn hoffen? Das kann schiefgehen. Ob Mais zuverlässig aufpoppt, hängt unter anderem von Gerät, Temperatur und Zubereitungsweise ab. Außerdem können einzelne Körner oder leichte Bestandteile durch den Luftstrom bewegt werden.
Popcorn sollte deshalb nur zubereitet werden, wenn der Hersteller das für das jeweilige Modell ausdrücklich vorsieht und eine geeignete Zubereitungsmethode angibt. Ein Topf mit Deckel oder ein dafür vorgesehenes Popcorn-Gerät ist die bessere Alternative.
Backpapier im leeren Airfryer: Hier besteht tatsächlich Brandgefahr
Nicht nur Lebensmittel können im Airfryer zum Risiko werden. Auch Backpapier und Alufolie können gefährlich werden.
Einige Hersteller raten bei zahlreichen Modellen von der Verwendung von Backpapier und Alufolie ab. Werden solche Materialien ohne Lebensmittel in das Gerät gelegt, können sie durch den Luftstrom zum Heizelement gezogen werden und Feuer fangen. Zudem kann abgedecktes Papier die Luftzirkulation beeinträchtigen.
Wer Zubehör verwenden möchte, sollte deshalb unbedingt die Anleitung des eigenen Geräts beachten. Backpapier darf keinesfalls lose im leeren, eingeschalteten Airfryer liegen. Auch beschwertes Papier ist nur dann sinnvoll, wenn der Hersteller seine Verwendung erlaubt.
Was tun, wenn der Airfryer plötzlich raucht?
Tritt ungewöhnlich starker Rauch auf, sollte der Garvorgang sofort unterbrochen werden. Das Gerät sollte ausgeschaltet und – sofern gefahrlos möglich – vom Strom getrennt werden. Vor einer Reinigung muss es vollständig abgekühlt sein.
Bei einem Fettbrand gilt: Niemals Wasser zum Löschen verwenden. Wasser kann brennendes Fett explosionsartig verteilen. Wenn Flammen entstehen oder sich der Brand nicht unmittelbar und sicher kontrollieren lässt, sollte man Abstand halten, andere Personen warnen und die Feuerwehr unter 112 alarmieren.


