Nürnberg - Ob am Flughafen, am Bahnhof oder auf dem Weg zum Hotel: Rollkoffer müssen auf Reisen einiges aushalten. Vor allem die Räder kommen mit Staub, Sand und kleinen Steinchen in Kontakt. Ein einfacher Trick soll helfen.

Wer seinen Koffer vor der Reise genauer betrachtet, dürfte schnell feststellen: Die Rollen sind häufig deutlich schmutziger als der Rest des Gepäckstücks. Schließlich rollen sie über unterschiedliche Untergründe und nehmen dabei Staub, Haare, Fett und kleine Schmutzpartikel auf.

Genau hier setzt ein einfacher Trick an, über den das argentinische Nachrichtenportal El Cronista und das Tech- und Verbraucherportal CHIP berichten. Reisende wickeln dafür Klebeband um die Laufflächen der Kofferrollen. Die zusätzliche Schicht soll verhindern, dass sich Schmutz unmittelbar auf dem Material festsetzt.

Praktischer Urlaubs-Trick: Warum Reisende ihre Kofferrollen abkleben

Nach der Reise wird das Band wieder abgezogen. Im Idealfall bleiben dadurch weniger Ablagerungen auf den Rollen zurück, die anschließend aufwendig entfernt werden müssten.

Ganz neu ist die Idee, die Rollen besonders zu schützen, nicht. Auch Kofferhersteller weisen darauf hin, dass sich dort Schmutz ansammeln kann. Der Gepäckhersteller Travelpro empfiehlt beispielsweise, die Räder regelmäßig von Haaren, Steinchen und anderen Rückständen zu befreien.

Bleiben solche Ablagerungen längere Zeit in der Mechanik, können sie die Beweglichkeit der Rollen beeinträchtigen. Auch der Verschleiß kann dadurch zunehmen. Klebeband kann den direkten Kontakt mit einem Teil des Schmutzes reduzieren. Eine gründliche Reinigung ersetzt es jedoch nicht. Zudem schützt die zusätzliche Schicht weder vor verbogenen Achsen noch vor Schäden durch Bordsteinkanten oder besonders grobes Pflaster.

Vor allem kleine, drehbare Rollen, wie sie bei vielen modernen Spinner-Koffern zum Einsatz kommen, können auf unebenem Untergrund stark beansprucht werden. Travelpro rät deshalb dazu, Rollkoffer auf sehr rauen Flächen nach Möglichkeit zu tragen.

Ein weiterer möglicher Nebeneffekt: Die zusätzliche Schicht kann das Rollgeräusch auf bestimmten Untergründen etwas dämpfen. Wie deutlich dieser Effekt ausfällt, hängt allerdings vom Material und der Beschaffenheit des Klebebands ab. Da sich das Band beim Rollen abnutzt, ist auch eine mögliche Geräuschminderung nicht von Dauer.

Klebeband-Trick: So funktioniert das Ganze

Damit der Trick funktioniert, sollten die Kofferrollen zunächst gründlich von Staub, Haaren und kleinen Steinchen befreit und anschließend vollständig getrocknet werden. Danach wird ein möglichst widerstandsfähiges Klebeband in ein bis zwei Wicklungen um die Lauffläche gelegt, die beim Rollen den Boden berührt.

Achsen, Lager, Seitenflächen und Drehgelenke müssen dabei frei bleiben, damit die Beweglichkeit der Räder nicht beeinträchtigt wird. Anschließend empfiehlt es sich, den Koffer einige Meter zu rollen und zu prüfen, ob sich alle Räder weiterhin problemlos drehen. Nach der Reise sollte das Klebeband vorsichtig entfernt und mögliche Kleberückstände beseitigt werden.

Welches Klebeband eignet sich?

Wie El Cronista berichtet, kommt unter anderem robustes Gewebe- oder Panzertape infrage. Solche Bänder sind in der Regel widerstandsfähiger gegen Reibung und Feuchtigkeit als einfaches Kreppband.

Eine weitere Möglichkeit ist selbstverschweißendes Silikonband. Es haftet vor allem an sich selbst und kann deshalb eine Alternative sein, wenn klassische Kleberückstände vermieden werden sollen. Allerdings sollte auch hier vorab geprüft werden, ob das Material sicher auf den Rollen sitzt und deren Funktion nicht beeinträchtigt.

Weniger geeignet können dünnes Isolierband oder Kreppband sein. Bei Wärme, Feuchtigkeit oder starker Reibung können sie sich verschieben oder schneller beschädigt werden.

Unabhängig vom verwendeten Material gilt: Das Band sollte nicht dauerhaft auf den Rollen bleiben. Mit der Zeit kann sich der Klebstoff lösen oder Rückstände hinterlassen. Nach der Reise empfiehlt es sich deshalb, die Schutzschicht zu entfernen und die Räder auf Haare, Fäden oder kleine Steinchen zu überprüfen.