
Bereits in der Nacht auf Dienstag sorgten Drohnensichtungen zu Störungen im Flugbetrieb des Albrecht Dürer Airports Nürnberg. Am Nachmittag überschlugen sich dann die Ereignisse. Zuerst war von einer „unbestätigten Luftnotlage“ die Rede, kurze Zeit später machte der berüchtigte „Code 7500“ die Runde. Den geben Piloten im Falle einer Entführung heraus. Da die Maschine auf Kontaktversuche nicht reagierte, verhärtete sich der Verdacht. Eurofighter stiegen auf. Der Flugverkehr am Airport wurde komplett eingestellt.
Schließlich die Entwarnung: Eine Verkettung verhängnisvoller Ereignisse lag zugrunde. Das Passagierflugzeug aus Korfu landete letztlich ohne weitere Zwischenfälle. Verletzt wurde niemand, die Passagiere selbst sollen vom Drama über den Wolken wenig bis gar nichts mitbekommen haben. Nun meldet sich die Fluggesellschaft zu Wort.
Corendon bestätigt: Flugzeug darf wieder abheben
Nach dem falschen Entführungsalarm eines Flugzeugs auf dem Weg nach Nürnberg darf die Maschine laut Fluggesellschaft wieder fliegen. Die Boeing 737-800 sei nach dem Vorfall technisch überprüft und wieder in Betrieb genommen worden, teilte die Airline Corendon auf Nachfrage der dpa mit. Laut Polizei sollen ein Funkausfall und ein falsch eingegebener Code im Cockpit den Zwischenfall mit Einsatz von Kampfjets und Spezialkräften der Polizei am Dienstag ausgelöst haben.
Demnach war im Flugzeug der „Code 7500“ für einen Entführungsfall statt des „Codes 7600“ für einen Funkausfall eingegeben worden. Die Crew war nach dem Start auf der griechischen Insel Korfu nicht mehr zu erreichen, weshalb die Behörden mehrerer Länder reagierten. Das Flugzeug landete letztlich planmäßig in Nürnberg. Nach einer Überprüfung der Lage durch die Polizei durften die Passagiere den Flieger verlassen und wurden in die Ankunftshalle gebracht.
Ob die mutmaßlich versehentliche Eingabe des falschen Codes Folgen für den Piloten haben könnte, ließ die Fluggesellschaft auf Nachfrage offen. Alle Schritte, die man für nötig halte, würden - basierend auf den endgültigen Untersuchungsergebnissen - eingeleitet, teilte Corendon mit.


