Nürnberg - Die Temperaturen sinken und viele stellen sich angesichts hoher Energiepreise dieser Tage die Frage: Heizung an oder lieber noch warten und einen zweiten Pullover anziehen?

Die Folgen des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten sind an den Großhandelsmärkten für Gas und Strom weiterhin spürbar. Im Vergleich zum März 2026 haben sich die Preise an den Großhandelsmärkten wieder entspannt, bleiben aber weiterhin volatil, fasst der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zusammen.

Das bekommen auch Kunden der N-Ergie im Raum Nürnberg zu spüren: Die Gaspreise steigen ab dem 1. November 2026. Der Grundpreis für Erdgas bleibt dabei zunächst unverändert. Der Arbeitspreis im Produkt Erdgas Smart steigt dagegen um 1,79 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden bedeutet das nach Angaben des Unternehmens rund 27 Euro Mehrkosten pro Monat. Das entspricht einer Preissteigerung von etwa 16 Prozent.

Jetzt, wenn die Tage spürbar kürzer werden und Werte in den Nächten auf knapp über dem Gefrierpunkt zurückgehen, wird es auch innerhalb der eigenen vier Wände schnell mal frisch. Doch ist es besser, das Heizen solange wie es geht hinauszuzögern und spart man damit wirklich Geld?

Laut dem deutschen Mieterbund geht die Heizperiode typischerweise von Oktober bis April. In diesem Zeitraum wird Mieterinnen und Mietern empfohlen, die Heizung zu nutzen. Unabhängig davon können Vermieterinnen und Vermieter bereits früher verpflichtet sein, die Heizung anzustellen: Grundsätzlich gilt: Wenn die Temperaturen im Gebäude dauerhaft unter 18 Grad sinken, müssen sich Vermieterinnen und Vermieter darum kümmern, dass die Heizungen der Mieterinnen und Mieter angestellt sind und funktionieren.

In Deutschland gibt es hingegen keine einheitlichen Gesetze, die vorgeben, wann Mieterinnen und Mieter ihre Heizungen einschalten müssen. Bedeutet: Wenn Mieterinnen und Mieter ihre Heizung nicht aufdrehen wollen, um Energie zu sparen, dürfen sie das auch tun. Doch wer es damit übertreibt, muss im schlimmsten Fall mit unschönen Folgen rechnen.

Falsches Heizen kann zu Schimmelbildung führen

Denn eine Heizpflicht gibt es im deutschen Mietrecht nicht. Bürgerinnen und Bürger, die im Winter lieber mit zwei Pullovern durch die Wohnung laufen, als die Heizung aufzudrehen, müssen dennoch eines im Hinterkopf behalten: Trotz ausbleibender Heizpflicht und verabschiedeter Mindesttemperatur-Klausel besteht weiterhin die Obhutspflicht.

Die Kälte sollte die Wohnung nicht beschädigen. Und das kann schnell passieren: „Je kälter die Räume sind, desto eher kann sich die Feuchtigkeit an den Wänden festsetzen“, sagt Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund gegenüber dem ZDF. Die Feuchtigkeit an den Wänden kann letztendlich zu Schimmel führen. Dann kommt es meist zum Streit zwischen Vermieter und Mieter. Wenn es am Heiz- und Lüftungsverhalten liegt, dass Schimmel auftritt, müssen die Mieter zahlen. Liegt es an Baumängeln, muss der Vermieter die Kosten tragen. Oft ist das aber schwer zu klären.

Wie warm sollte zu Hause sein?

Auch wenn man sich selten darin aufhält, sollte die Temperatur in den Räumen nicht unter 16 Grad fallen. Ideal in Wohnräumen sind 19 bis 21 Grad, im Bad darf es ruhig etwas wärmer sein. Wenn es nachts zeitweise mal kühler ist, die Tage aber noch warm genug, um das Innere des Gebäudes auch ohne Heizen wieder auf diese Werte zu bringen, ist das Einschalten der Heizung noch nicht zwingend nötig. Das hängt stark von Alter, Bauweise und Isolierung der jeweiligen Wohnräume ab und sollte individuell gemessen und auch nach Befinden der Bewohner entschieden werden.

Wichtig ist dabei ein gleichmäßiges Heizverhalten, denn ständiges Auf- und Abdrehen der Heizung führt zu Temperaturschwankungen, die wiederum Kondenswasser und damit Schimmelbildung begünstigen. Außerdem braucht es mehr Energie und ist somit schlussendlich teurer, einen komplett ausgekühlten Raum wieder auf Wohntemperatur zu heizen. Auch hier empfiehlt sich deshalb das Halten einer bestimmtes Temperaturbereichs.

Ein weiterer Punkt, den man beachten sollte ist die Luftfeuchtigkeit: Sie sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Das kann man einfach mit einem Hygrometer nachmessen, viele digitale Raumtemperaturmessgeräte bieten beides in Einem. Nach dem Duschen, Kochen oder Schlafen steigt die Luftfeuchtigkeit stark an. Dann heißt es: Stoßlüften statt Fenster kippen. Um Schimmel möglichst zu vermeiden ist auch der richtige Umgang mit der Einrichtung und dem Wäschetrocknen wichtig, hier liest du, was du dahingehend beachten solltest.

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