Nürnberg - Die Ankündigung eines Acts für Rock im Park und Rock am Ring 2027 sorgt bei einigen Fans für Unmut. Dabei geht es jedoch weniger um die Musik - vor allem der Frontmann der Band steht in der Kritik.

Die Vorfreude auf Rock im Park 2027 ist bei vielen Fans groß. Mit Die Toten Hosen, Billy Talent, blink-182, Faith No More, Evanescence und weiteren Acts haben die Veranstalter zahlreiche große Namen angekündigt. Doch eine Band sorgt auch für deutlichen Gegenwind: Falling In Reverse.

Die US-Band Falling In Reverse um Sänger Ronnie Radke ist ebenfalls Teil des Line-ups für das Nürnberger Festival. Für einige Fans ist gerade diese Ankündigung ein Problem.

In den sozialen Netzwerken wird die Verpflichtung teilweise scharf kritisiert. Ein Nutzer schreibt unter einen Post auf Instagram „Wo Petition gegen falling in Reverse??!!?? (sic!)“, ein weiterer Kommentar lautet „Falling in Reverse einladen? -Wait what. Ganz ehrlich @rockimparkofficial Die Aussagen und ,,Fehltritte‘‘ (nennens wir mal so) von Ronnie sind wohl allgemein bekannt und selbst der Praktikant kann das inzwischen mit seinem Smartphone googlen (sic!)“.

Bei der Kritik zur Buchung der Band geht es weniger um die Musik als um die Person des Frontmanns und seine Vergangenheit.

Frontmann Ronnie Radke sorgt seit Jahren für Kontroversen

Radke ist seit Jahren für provokante Aussagen und Auftritte bekannt. Insbesondere seine Äußerungen über die LGBTQ+-Community sorgen immer wieder für Kritik. 2025 geriet der Sänger auch beim Auftritt von Falling In Reverse bei Rock am Ring in die Schlagzeilen.

Kurz vor dem Konzert war Radke in einem Video zu sehen, wie er auf einen Lastwagen mit dem Schriftzug „Trans“ zeigte und zunächst beide Daumen nach unten hielt. Die Szene wurde in sozialen Netzwerken als transfeindliche Geste interpretiert. Allerdings stellte sich anschließend heraus, dass in der zunächst verbreiteten Version des Videos ein Teil fehlte: Auf die Daumen-nach-unten-Geste folgte unmittelbar eine Geste mit beiden Daumen nach oben. Der genaue Zusammenhang und die Absicht der Aktion blieben damit offen.

Kritik an Radke gibt es allerdings nicht erst seit diesem Auftritt. Frühere Aussagen des Sängers zu trans Menschen und anderen gesellschaftlichen Themen wurden ebenfalls als homophob oder transfeindlich kritisiert.

Schwere Vorwürfe und Haftstrafe

Auch in anderer Hinsicht gibt es eine umstrittene Vorgeschichte. 2015 beschuldigte eine damals 25-jährige Frau Radke nach einem Falling-In-Reverse-Konzert in Utah des sexuellen Übergriffs. Radke wies die Vorwürfe zurück und verklagte die Frau anschließend wegen Verleumdung. Laut der damaligen Berichterstattung wurden gegen Radke in diesem Zusammenhang keine strafrechtlichen Vorwürfe erhoben.

Außerdem wird immer wieder zudem Radkes Vergangenheit im Zusammenhang mit einer tödlichen Schießerei im Jahr 2006 angeführt. Radke war zunächst wegen Mordes angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft verfolgte diese Anklage jedoch nicht weiter. Stattdessen bekannte er sich unter anderem der erheblichen Körperverletzung schuldig und wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nachdem er gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte, musste er zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Erneute Buchung sorgt für Diskussionen

Zur Diskussion rund um den Frontmann kommt noch hinzu: Falling In Reverse standen bereits 2025 bei Rock am Ring und Rock im Park auf der Bühne. Für manche Festivalbesucher ist die erneute Verpflichtung deshalb überraschend und zeitlich zu früh. Ein Nutzer schreibt unter einem Social-Media-Post: „Krasse 2025 Vibes schon wieder Falling in Reverse zu buchen ist auch ziemlich Bodenlos (sic!)“, in einem anderen Kommentar ist Folgendes zu lesen: „Warum falling in reverse? Wie war das noch 2025?“.

In den sozialen Netzwerken wird generell diskutiert, wie viele Acts sich im Line-up 2027 mit den vergangenen Festivaljahren überschneiden.

Nicht die erste Bandbuchung die für Wirbel sorgt

Die erneute Buchung von Falling In Reverse ist nicht die erste, die für Kritik, Diskussionen und Wirbel sorgt. 2023 wurde die US-amerikanischen Metal-Band Pantera für die beiden Festivals gebucht. 2016 hob Frontmann Phil Anselmo während eines Tribute-Konzerts für einen verstorbenen Bandkollegen die rechte Hand zum Hitlergruß. Als er von der Bühne begleitet werden sollte, rief er die rassistische Parole „White Power“ ins Publikum.

Die Veranstalter hielten damals zunächst trotz der Kritik an der Buchung fest. Im Januar kam dann die Kehrtwende: Die Veranstalter teilten mit, dass Pantera nicht wie angekündigt bei Rock im Park und Rock am Ring auftreten werden. Sie begründeten die Entscheidung mit intensiven Gesprächen mit Künstlern, Partnern und Festivalfans.

Rock im Park 2027

Rock im Park findet vom 4. bis 6. Juni 2027 auf dem Nürnberger Zeppelinfeld statt. Das Line-up ist noch nicht vollständig, weitere Bands sollen in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden.